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Interview mit Ralf Ebli zu Skilanglauf: „Die Dosis macht das Gift“.

29. Dezember 2012 von Christoph Steurenthaler

Leise rieselt der Schnee… und das ist auch gut so. Denn auf zwei schmalen Brettern kann man prima die konditionellen Grundlagen für die kommende Saison legen. Wir haben dazu Ralf Ebli, den neuen, alten DTU-Bundestrainer befragt. Er ist ein großer Fan dieser Sportart und fährt bereits seit 1990 mit seinen Athleten ins Wintertrainingslager.


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Bretter die die Welt bedeuten

Der Ski gehört zu den ältesten Fortbewegungsmitteln und Sportgeräten der Menscheit. Ob in der Loipe in der klassischen Technik oder skatend im Schlittschuhschritt, Skilanglauf lockert das meist monotone Wintertraining auf und bringt Abwechslung in den Trainingsplan. Nicht unterschätzen sollten vor allem Einsteiger die Intensität, die die Fortbewegung  auf zwei schmalen Brettern bedeutet. Diese können sich mit dem Artikel „Skilanglauf für ein effektives Grundlagentraining“ Anregungen holen.

Wir haben Ralf Ebli, dem DTU-Bundestrainer, einige Fragen zum Thema Skilanglauf für Triathleten gestellt.

Hallo Ralf, welche positiven Eigenschaften hat gerade Skilanglauf für Triathleten?

Skilanglauf ist für Triathleten eine semispezifische Belastung. Dabei werden große Anteile der Gesamtkörpermuskulatur eingesetzt. Auch die den Rumpf stabilisierende Muskulatur wird stark beansprucht. Die semispezifische Belastung bewirkt hinsichtlich Athletik (Kraft) und Ausdauer den Aufbau einer Grundlage für folgende spezifische Belastungen. Zudem baut der Organismus eine Reizreserve auf, d. h . er spricht besser an auf die folgenden spezifischen Reize. Immer monotones, gleiches Training bewirkt irgendwann einen Rückschritt anstatt einer Verbesserung.

Fazit: Skilanglauf ist positiv, weil erstens die allgemeine Voraussetzungen verbessert werden und zweitens eine Reizreserve gelegt wird.

Stimmt es, dass die klassische Technik eher dem Laufen und die Skating-Technik dem Radfahren entspricht und die entsprechend gleichen Muskelgruppen trainiert werden? Sollte ich als Triathlet beide Techniken trainieren?

Technisch sauber ausgeführt ähnelt die klassische Technik dem Laufen. Bei der Skatingtechnik werden ähnliche Muskelgruppen wie beim Radfahren beansprucht. Und auch wie beim Schwimmen, denn der Stockeinsatz ist in Teilen mit der Zugphase im Wasser vergleichbar. Es macht also Sinn, 2/3 skatend und 1/3 klassisch zu laufen, wenn man das Material zur Verfügung hat.

Was sollten Anfänger beachten?

Für Anfänger ist ein Kurs sinnvoll, um eine saubere Technik zu erlernen. Die technikbedingten Scherbewegungen stellen für Fuß/ Knie/ Hüfte eine nicht zu unterschätzende Belastung dar. Dabei gilt:„Die Dosis macht das Gift“. Der Bewegungsapparat muss sich an die Belastung gewöhnen. Einsteiger sollten die Belastung langsam steigern und können z. B. den Rollentrainer zum Ausgleich und zur Abwechslung ins TL mitnehmen. Für den Einstieg eignet sich eine flache Strecke, um die Technik besser erlernen zu können. Wie beim Schwimmen sind dann auch isolierte Übungen für Arme und Beine möglich (nur Stockeinsatz, nur Schlittschuhschritt usw).

Vor einem TL sollte man fleißig Athletiktraining gemacht haben und die allgemeine Muskulatur als Vorbereitung entsprechend trainiert haben, damit Muskeln, Sehnen und Knochen die Belastung auch vertragen.

 

Auf der nächsten Seite gibts u. a. Tipps zur Dauer eines Trainingslagers.


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