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Interview mit Nicole Bretting: „Das ganze Drumherum um den Wettkampf ist einmalig“

16. Oktober 2014 von Christine Waitz

Wechselszene,   freiSeit 2006 hat Nicole Bretting das Triathlon-Fieber gepackt. Gleich bei ihrem ersten Rennen gelang ihr der Sprung auf das Podium – der Beginn einer erfolgreichen Karriere als Altersklassenathletin. Ein weiterer persönlicher Meilenstein gelang der bayerischen Sportlerin am Wochenende: Sie holte den Weltmeistertitel ihrer Altersklasse.


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Hallo Nicole! Wir sind extra zu dir, auf Wolke Sieben gekommen, um nach deinem Erfolg bei der Ironman Weltmeisterschaft am Wochenende ein Interview zu führen. Wie lange bleibst du hier oben?

Bin ich denn auf Wolke Sieben? Eigentlich fühle ich mich am Boden auch ganz wohl. Nein im Ernst, so ganz kapiert habe ich den Weltmeistertitel noch nicht. Das wird wohl auch noch eine Zeit brauchen. 

Zurück zum Renntag. Wie verlief dein Rennen und wann realisiert man, dass an diesem Tag ein lang gehegter Traum in Erfüllung gehen wird? 

Der Renntag begann wie alle anderen Tage einer Langdistanz auch – ziemlich früh. Auch die letzten Vorbereitungen in der Wechselzone waren wie immer voller Nervosität, die sich bei mir immer rund eine Stunde vor dem Rennen einstellt. Ich wusste lange Zeit nicht, wo ich im Rennen stehe, erst als mein Mann Reinhard mir beim Rückweg in Waikoloa zurief „Du bist Zweite und kurz vor dir ist die Erste!„, wurde mir klar, dass weder meine Schwimmzeit noch mein Radsplit schlecht sein können.
Ich habe dann versucht auf dem Rad die letzten Kilometer nach Kona noch einiges an Vorsprung herausfahren zu können, ohne mich dabei aus dem Rhythmus bringen zu lassen. Der Wechsel vom Rad zum Laufen hat gleich gut funktioniert und ich konnte lange Zeit eine Zeit um die 4:50 Minuten/km halten. Beim ersten Wendepunkt am Alii Drive habe ich dann den Abstand zur Konkurrenz das erste Mal gesehen und für eine kurze Sekunde gedacht, das könnte heute wirklich reichen. Als der Abstand am zweiten Wendepunkt im Energy Lab nicht kleiner war, wurde mir das erste mal so wirklich bewusst, dass der Titel zum greifen nahe ist, sofern ich das Rennen kontrolliert zu Ende bringe. Was ja dann glücklicherweise auch gut funktioniert hat. Die letzten Meter am Pier habe ich dann einfach nur genossen.

Wechselszene, frei

Du warst schon mehrmals auf Hawaii am Start. Was macht dieses Rennen für dich so besonders?

Da kommt vieles zusammen – die Insel an sich finde ich faszinierend, den Gegensatz der Lavawüste und der Oasen am Stand, die immer wieder wechselnden Bedingungen bestehend aus Wind und Sonne und natürlich das ganze Drumherum um den Wettkampf ist einmalig. Hawaii ist einfach Hawaii – ich glaube das muss man selbst erlebt haben, um es zu verstehen.

Wechselszene, frei

Besonders im Altersklassenbereich wird das Feld immer dichter. Wieder kursierten Fotos mit großen Radpulks im Netz. Wie hast du die Situation auf der Radstrecke empfunden?

Durch die vier Startwellen war es dieses Jahr besser als die Jahre davor, aber natürlich war es gerade am Anfang der Strecke phasenweise sehr dicht. Insbesondere in den ersten 50 Kilometern sind viele Athleten übermotiviert und es ist oft schwer zu überholen. Mit fortgeschrittener Renndauer bessert sich das dann. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es weiter hinten im Feld noch enger zuging und das Feld sich hier kaum auseinander zieht.

Nach der Saison ist vor der Saison… gilt der Spruch auch für dich? Hast du bereits Pläne für das nächste Jahr?

Jetzt mache ich erst einmal Urlaub – aber natürlich plane ich 2015 bereits, bzw. die Planung wurde eigentlich schon lange vor Hawaii gemacht. Ich bin in jedem Fall für den Ironman Frankfurt angemeldet und werde wohl in St. Pölten und beim Triathlon Ingolstadt an den Start gehen. Außerdem habe ich mich für die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Zell am See qualifiziert und dann wäre da noch Hawaii 2015 :-)

Fotos: Wechselszene

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