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Interview mit Nicola Spirig: „Mein Weg nach Rio wird weiterhin unkonventionell bleiben“

23. Juni 2015 von Christine Waitz

Marianne Räss,   einmaligOlympiaqualifikation, Triathlon-Heim-EM in Genf, Lauf-Wettkämpfe, Mitteldistanzen und, wenn alles glatt geht, die Hawaii-Qualifikation. Nein, das ist nicht der Saisonplan einer ganzen Familie. Das ist der Saisonplan einer einzigen Sportlerin! Nicola Spirig hat sich nicht erst vergangenen Jahr als Garant für Spitzenplatzierungen erwiesen. Auf allen Distanzen im Triathlon und, als wäre das nicht genug, auch in der Leichtathletik. Wir haben uns mit der Powerfrau unterhalten.


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2014 fielen Bestzeiten über fünf und zehn Laufkilometer, klappte es mit der Qualifikation zu den Marathon Europameisterschaften, gab es Siege bei Triathlon-Weltcuprennen und wurde die Ironman-Premiere mit einem Sieg gemeistert.
Im „Zivilleben“ ist die Schweizerin Ehefrau und Mama eines zweijährigen Sohnes. Zudem ist die 33- jährige Schirmherrin des „Nicola Spirig Kids Cup“, einer Kinder-Rennserie. Beeindruckt? Mit recht!

Hallo Nicola! Deine Rückschau zum vergangenen Jahr ließt sich turbulent. Du konntest dank deiner Konzentration auf die Leichtathletik reihenweise neue persönliche Lauf-Bestzeiten aufstellen und an der Marathon EM teilnehmen. Nun steht die Saison 2015 vor der Tür und es ist das vorolympische Jahr. Gibt’s da wieder etwas mehr Triathlon?

Ja, der Fokus liegt wieder auf dem Triathlon und ich werde versuchen, mich für die Olympischen Spiele in Rio zu qualifizieren. Mein Weg dorthin wird aber weiterhin unkonventionell sein und anders aussehen wie jener einer klassischen Kurzdistanz-Athletin. Ich werde auch im 2015 Laufwettkämpfe aller Distanzen (3000m bis Marathon) und Triathlons über längere Distanzen einbauen.

Marianne Räss, einmalig

Im Weltcup-Zirkus, der schließlich auch entscheidende Hinweise auf die nahenden Spiele gibt, werden die Laufzeiten seit Jahren immer schneller. Als Teilzeit-Leichtathletin scheint das für dich kein Problem zu sein. Welche Schlüsselstellen siehst du für dich in den Rennen?

Meine Laufzeiten zu verbessern war eines der Ziele meines Abstechers in die Leichtathletik. Zudem gab mir das „Laufjahr“ Zeit, im Hintergrund meinen Schwimmstil zu ändern und besser ans Schwimmen über längere Distanzen und im offenen Gewässer anzupassen.
Dies sind sicher zwei sehr wichtige Punkte für mich.

Während der Großteil der Sportler entweder Leichtathlet ist, oder sich auf eine bestimmte Triathlondistanz konzentriert, scheint es bei dir einfach überall zu klappen. Seit November wissen wir, dass du sogar von der Langdistanz nicht zu beeindrucken bist. Macht die Fülle an Auswahlmöglichkeiten die Planung eigentlich schwerer? Oder genießt du es, so viele Renn-Optionen zu haben?

Beides! So viele Optionen zu haben ist ein Luxus, den ich sehr genieße. Ich finde es extrem spannend, alle Distanzen und weitere Sportarten auszuprobieren und bin überzeugt, dass mich die neuen Erfahrungen und Trainingsreize auch in allen Bereichen weiter bringen! Es ist aber tatsächlich schwierig die Saison zu planen und Wettkämpfe auszuwählen, wenn es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt!

Marianne Räss, einmalig

Olympiasieger Jan Frodeno meinte vor kurzem: „Direkt nach meiner ersten Langdistanz meinte ich nicht, dass ich mir das noch einmal antun würde“. Wie fühltest du dich nach deinem Debüt?

Auch ich war nach dem Ironman im Ziel ziemlich erschöpft. Mexico war heiß und ich fühlte auf den letzten drei Kilometern, dass ich dehydriert war. Aber ich würde jeweils auch nach einem 3000 Meter Bahnlauf oder einem Triathlon über die Olympische Distanz nicht gleich noch ein solches Rennen machen wollen! Ich finde Rennen über jegliche Distanz sehr hart, wenn man alles gibt, es sind einfach verschiedene Herausforderungen, die man zu bewältigen hat. Dass man im Ziel nicht gleich wieder an die Startlinie stehen will zeigt nur, dass man alles gegeben hat, was auch so sein sollte.

Das vollständige Interview lest ihr im neuen triathlon.de MagaLog.

Zur Website von Nicola Spirig.

Fotos: Marianne Räss

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