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Interview mit Markus Thomschke: „Es ist hart, Hawaii absagen zu müssen“

22. September 2014 von Christine Waitz

Foto: Thomschke,   freiMarkus Thomschkes Ziel für 2014 war klar: Die Qualifikation für die Ironman World Championship schaffen und auf Hawaii am Start stehen. Doch oft kommt es anders als man denkt. Bei Markus zog sich dieses Motto durch die Saison. Eine Saison, die so gar nicht lief wie geplant und am Ende doch zum Ziel führte. Auf Hawaii wird er trotzdem nicht starten. Wir haben ihn gefragt warum.


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Mit einem vierten Platz beim Ironman Wales 2014 und einem zweiten Rang beim Ironman Western Australia empfahl sich Markus schon im Vorjahr für einen Startplatz beim Ironman Hawaii 2014. Früh in der Saison, beim Ironman Lanzarote, sollten die restlichen Punkte her. Doch das etwas unsichere Gefühl im Vorfeld bestätigte sich im Rennen. Auf der Laufstrecke war zu schnell der Akku leer, ein DNF die Folge.

Foto: Thomschke, freiDas Ziel immer noch vor Augen, sollte in Nizza der zweite Anlauf gelingen. Doch dieses Mal machte Markus ein Infekt einen Strich durch die Rechnung. Die Saison fast schon abgeschrieben, meldete sich der 30-jährige kurzentschlossen beim Ironman UK an. 9:08:48 Stunden, einen sechsten Platz und 540 Punkte später, zeigte sich das Bild, das für die Saison fast schon charakteristisch war: Der Start beim Ironman Hawaii würde eine Wackelnummer werden.

Oft kommt es anders…

Bei der ersten Slotverteilung ging Markus dann tatsächlich leer aus. Auch unter den Nachrückern war sein Name nicht zu finden. Hawaii ade.
Doch es sollte (wieder) anders kommen. Völlig unerwartet flatterte Tage später doch noch eine Einladung zur Weltmeisterschaft ins Haus. Hallo Hawaii?

Ingo Kutsche

Hallo Markus! Haarscharf konntest du dich noch für die Ironman Weltmeisterschaft qualifizieren. Werden wir dich auf Kona sehen?

Leider nicht. Es ist hart absagen zu müssen, vor allem wenn man so lange dafür gekämpft hat.
Den ganzen Reiseaufwand für Hawaii möchte ich allerdings nur auf mich nehmen, wenn ich die Möglichkeit habe meine beste Leistung abzurufen. Das ist leider für dieses Jahr nicht mehr möglich. Für 2015 habe ich Hawaii wieder fest im Auge.

Deine Saison war so turbulent wie sie nur sein kann. Als Profi analysiert man im Nachhinein sicherlich sehr genau, woran es gelegen haben könnte. Was ist dein Fazit und was sind deine Konsequenzen für das kommende Jahr?

Oh ja das stimmt. Im Dezember war ich in absoluter Topform und konnte auch nach der Saisonpause schnell wieder dahin zurückfinden. Leider hat mich dann im März eine Erkältung nach der anderen erwischt. Vor Lanzarote war ich dann schon nicht mehr so richtig im „Saft“. Bei so einem schweren Rennen war das nicht ausreichend. Meine sehr hochgesteckten Erwartungen konnte ich während des Rennens nicht erfüllen und entschied mich Kräfte zu sparen um direkt weiter für das nächste Rennen aufzubauen. Und weiter ging es mit der nächsten Krankheitsbedingten Pause…

Das ist auch schon das Fazit: Weniger krank werden!

Apropos turbulent: Seit einigen Tagen dürfte es auch außerhalb deines sportlichen Lebens im Hause Thomschke hoch her gehen. Du bist nämlich zum zweiten Mal Vater geworden. Herzlichen Glückwunsch! Gönnst du dir nun erst einmal etwas Zeit mit der Familie und startest dann mit doppeltem Gewicht im Babyjogger wieder durch?

Danke! Auch das Leben neben dem Sport nimmt Fahrt auf und ist unheimlich motivierend.

Ich bin froh eine verständnisvolle Frau bzw. Familie zu haben. Natürlich versuche ich so oft es geht bei ihnen zu sein. Meine sportlichen Ziele vergesse ich jedoch nicht, es ist ja schließlich auch mein Job. Pause ist dann erst wieder in der Weihnachtszeit angesagt

Foto: Christine Waitz, freiWenn dir eines deiner Kinder in einigen Jahren sagt, es möchte gerne Triathlon-Profi werden – wie lautet deine Antwort?

Ich werde sie mit allem was ich habe unterstützen, egal für welchen Lebensweg sie sich entscheiden. Ein bisschen sportlich sollten sie aber schon sein (lacht).

Zur Website von Markus Thomschke.

Fotos: Markus Thomschke, Ingo Kutsche, triathlon.de

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