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Interview mit Markus Hörmann: „Wenn es mir gelingt fit zu starten, ist das Ziel ganz klar. Podium!“

30. April 2015 von Lukas Bartl

Foto: Hörmann,   freiDer 23-jährige Oberbayer Markus Hörmann startet dieses Jahr in seine dritte Profisaison. Trainiert wird der ehrgeizige Jungathlet von Jo Spindler. Markus zeigt sich auch in Sachen Nachwuchsförderung sehr aktiv, er wird beim 3. triathlon.de CUP am 04.07.2015 die Medaillenübergabe bei den Jugendrennen übernehmen. Eine Medaille von einem Profi übergeben zu bekommen, ist für jedes Kind ein Highlight! Wir haben uns mit Markus über seine Pläne und Ziele, aber auch über Drafting und Fairness im Triathlon unterhalten.


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Hallo Markus,  du hast dich auf deiner Homepage sehr detailliert über das Verhalten einiger Athleten beim Portocolom International Triathlon beschwert. Worum ging es da genau?

Es ging vor allem um die Windschattenproblematik. Für mich lief das Rennen eigentlich ganz gut. Ich kam gut aus dem Wasser und wechselte auf Platz drei liegend aufs Rad, das Führungsduo im Blick, dem ich mich schnell näherte. Von hinten habe ich niemanden kommen sehen. Am Anstieg nach Son Marcia, wo es sehr hügelig und kurvig ist, kam dann auf einmal von hinten eine Gruppe von sechs Leuten, die mit einem Abstand von 5 – 10 Zentimetern am Hinterrad des Vordermannes fuhren. Die Gruppe hat mich dann geschluckt, und ich fuhr mit in der Gruppe. Gerade nach Son Marcia, wo relativ viele kurze Anstiege sind, sind die mit teilweise über 500 Watt hochgedrückt. Ich dachte mir, ich kenne ja die Strecke und kann dann im Flachen die Gruppe sprengen und wegfahren, aber die sind dann tatsächlich so knapp an mir drangehangen, dass ich bis Kilometer 65 gebraucht habe um sie abzuschütteln.

Niclas Bock hat vor einigen Monaten zum ersten Triathlon-Meeting für mehr Fairness im Triathlon geladen. Wie stehst du zu dieser Initiative und welche Themen müssen deiner Meinung nach dringen angesprochen werden?

Ich habe das leider, ehrlich gesagt, gar nicht so mitbekommen. Aber ich meine, Fairness ist gerade im Triathlon sehr wichtig. Zuerst einmal das Drafting, wenn keine Schiedsrichter auf der Strecke sind, muss jeder selbst für sich entscheiden, ob das das Richtige ist. Ich mache Triathlon, weil ich für mich eine gute Leistung abliefern will. Ich könnte mich danach nicht im Spiegel anschauen, wenn ich sagen müsste, ich bin geschwommen, dann 90 Kilometer hinterhergefahren und hab mir die Kräfte für das Laufen aufgehoben, wo ich dann einen rausgeballert habe. Das sind Sachen, die passen für mich einfach nicht zu Triathlon.

Foto: Hörmann, frei

Wie siehst du die Bemühungen der Ironmanserie mit der ITU ein einheitliches Reglement zu schaffen?

Erstmal finde ich diese Anstrengungen ganz gut. Einheitliche Regeln sind einfach sinnvoll, gerade für uns Athleten. Wir sind in Europa unterwegs, dann wieder in Amerika und überall gibt es andere Regeln. Die WTC is ein Veranstalter, der global Rennen organisiert. Meiner Meinung nach müssen die Regeln dann auch überall gleich sein.

Du Startest am 09.05.2015 beim 70.3 Mallorca. Wie hast du dich vorbereitet?

Die Vorbereitung war relativ hart. Im Winter waren wir im Trainingslager und haben gut trainiert, vor allem in Hinblick auf meine erste Langdistanz. Ursprünglich war Mallorca nur als Formtest eingeplant, da ich in letzter Zeit sowieso viel auf Mallorca trainiere. Durch den Wettkampf in Portocolom haben wir festgestellt, dass ich mich beim Schwimmen und Radfahren schon sehr verbessert habe, im Vergleich zum Vorjahr. Wir haben beschlossen, dass ich einfach Gas gebe, wie es sich gehört, und wir dann sehen was dabei rauskommt.

Was hast du dir für diesen Tag vorgenommen?

Schwierig zu sagen. Ich habe mir die Startliste mal angesehen und die ist einfach brutal. Eine Platzierung habe ich nicht im Kopf. Ich möchte für mich ein gutes Rennen abliefern. Für was es dann am Ende reicht, muss man sehen. In die Top 10 zu kommen wäre bei diesem Starterfeld schon sehr gut.

Wer denkst du, ist auf Mallorca der Favorit und wo wird sich das Rennen entscheiden?

Meiner Meinung nach ist Michael Raelert der Topfavorit. So wie er letztes Jahr die Mitteldistanzen dominiert hat, wird es wenige geben, die sein Tempo mitgehen können. Dann natürlich Andreas Dreitz. Er kann Radfahren wie kein Zweiter. Gerade auf der Strecke auf Mallorca, wo er letztes Jahr über fünf Minuten schneller war als alle anderen. Ich glaube es wird eine kleine Spitzengruppe, mit den Top Schwimmern wie Manuel Küng und Carlos Lopez, geben, die dann von einer größeren Verfolgergruppe gejagt wird. Das Rennen wird beim Laufen entschieden werden, außer der Andi Dreitz schafft es wieder beim Radfahren alle anderen in die Ecke zu stellen.

Spielt die 70.3 WM in Zell am See für dich eine Rolle?

Die 70.3 WM spielt für mich dieses Jahr überhaupt keine Rolle, weil Mallorca mein einziger 70.3 sein wird. Danach geht es für mich zur Challenge Salou mit Fokus auf meine erste Langdistanz im Juni. Wir werden versuchen, dass meine Form zu diesen Rennen stetig ansteigt.

Was hast du für dieses Jahr für Ziele in sportlicher Sicht?

Primäres Ziel ist mein Langdistanzdebüt. Im September und Oktober sind zwei weitere Langdistanzen in Köln und Madrid geplant. Außerdem werde ich bei einigen Mitteldistanzen an den Start gehen. Wenn es mir gelingt, fit zu starten, ist das Ziel ganz klar. Podium!

Bei welchen Rennen wirst du dieses Jahr starten?

Zuerst beim 70.3 Mallorca, danach geht es weiter zu Challenge Salou. Dann mein Langdistanzdebüt, am 13. Juni, beim Challenge Dänemark. Im Juni und August lasse ich es etwas ruhiger angehen, da starte ich in Schongau und in Karlsfeld jeweils über die Olympische Distanz. Weiter geht es dann mit der Challenge Walchsee, den Langdistanzen in Köln und Madrid und als Abschluss der Challenge Paguera.

Fotos: Hörmann, triathlon.de

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