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Interview mit Malte Bruns: „Es ist wichtig zu wissen, wo die Komfort-Zone ist“

15. Juni 2016 von Christine Waitz

Ingo Kutsche,   frei„Life begins at the end of your comfort zone, “ steht auf Malte Bruns Titelbild. „Das Leben beginnt dort, wo es unbequem wird,“ bedeutet der Text im übertragenen Sinne. Dabei sehen die Finisher-Bilder von Malte Bruns meist nicht so aus, als würde er sich außerhalb der Komfortzone bewegen. Beispielsweise das vom vergangenen Oktober, als er bei den Ironman Weltmeisterschaften bester Amateur und schnellster seiner Altersklasse war. Der 25-jährige frisch gebackene Weltmeister lacht mit erhobenen Händen in die Kamera. Mittlerweile ist der Rekord-Altersklassenathlet Triathlon-Profi. Wir haben uns mit ihm über Dopingkontrollen, seinen Rennkalender 2016 und die Komfortzone unterhalten.


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Hallo Malte,
im letzten Jahr warst du noch Amateur. In diesem Jahr hast du eine Profilizenz. Was hat sich außer einer zusätzlichen Plastikkarte in deinem Geldbeutel verändert?

Der freut sich. Durch meine klasse Materialsponsoren fallen die Ausgaben in dem Bereich erstmal komplett weg – zusätzlich konnte ich mit Erdinger Alkoholfrei und dem Paderborner Möbelhaus Finke auch Sponsoren finden, die mich finanziell auf meinem Weg unterstützen.

Mit der Unterzeichnung der Profilizenz musst du auch dem Anti-Doping-Kontrollsystem der NADA beitreten. Das beinhaltet das stete Übermitteln deiner Aufenthaltsorte, sowie unangekündigte Kontrollen. Wie war es, als das erste Mal der Kontrolleur an deiner Tür klingelte?

Eigentlich ziemlich entspannt. Die beiden Kontrolleure waren echt nett und das ganze Prozedere lief reibungslos. Bloß lästig: Um die geforderte „Proben-Menge“ liefern zu können habe ich viel Wasser getrunken – das hat die Rollen-Session, die noch anstand, regelmäßig unterbrochen (lacht).

Zurück zum Training. Im letzten Jahr konntest du dich durch eine Auszeit im Studium ganz auf den Sport konzentrieren, konntest im Ausland trainieren. Wo hast du deine Saisonvorbereitung 2016 absolviert und wie lief es bisher?

Ingo Kutsche, freiDen „Winter“ über war ich, wie in der letzten Saison auch, in Deutschland. Mal bei meinen Eltern in Paderborn, mal in München. Im Februar und März stand dann im Studium die Klausurenphase an, sodass in der Zeit der Umfang etwas runtergefahren werden musste. Den April konnte ich dann, dank eines Sponsorings, auf Mallorca verbringen – Radkilometer sammeln und an den Tan-Lines arbeiten :-)

Wie sieht deine Rennplanung der laufenden Saison aus?

Am fünften Juni war ich schon beim ChallengeVenice (Anm. d. Red.: Malte wurde in 8:20:18 Sunden Dritter. Am ?26. Juni bin ich beim Chiemsee Triathlon am Start und am 14. August steht mit dem Challenge Regensburg nochmal eine Langdistanz an.

„Life begins at the end of your comfort zone,“ titelst du auf Facebook. Wann warst du das letzte Mal außerhalb deiner Komfort Zone? Ist die Fähigkeit diese verlassen zu können vielleicht sogar eines der Erfolgsgeheimnisse eines Sportlers?

Mitte Mai habe ich in Paderborn einen Zehn-Kilometer-Lauf mitgemacht. Am Tag davor standen 20 x 800 Meter Intervalle an, der letzte war in 2:31 Minuten. Das war schon ziemlich hart. Am nächsten Morgen dann drei Stunden Radtraining und Abends den 10er in 35 Minuten – da war nicht mehr viel mit Komfort Zone (lacht).

Mit Sicherheit ist das wichtig – zu wissen, wo die Zone ist, sie ständig weiter zu pushen – und im Wettkampf über die „Grenze“ zu gehen und sich selbst alles abzuverlangen!

Ingo Kutsche, freiAm letzten Juni Wochenende wirst du erstmals beim Chiemsee Triathlon an den Start gehen. Was erwartest du dir von dem Rennen?

Ich freue mich auf jeden Fall auf ein tolles Rennen in schöner Umgebung. Nachdem ich im letzten Jahr ja mehr oder weniger direkt von der Sprint- auf die Langdistanz gewechselt habe bin ich schon sehr gespannt, wie ich mich auf der Mitteldistanz schlagen kann.

Nach Langdistanzen auf Lanzarote und Hawaii hast du dir mit dem Challenge Regensburg das erste Mal ein Rennen ganz ohne Lavagestein am Streckenrand ausgesucht. Dafür gibt’s UNESCO Welterbe Stätten zu bestaunen. Legst du bei der Wahl deiner Rennen Wert auf das Drumherum?

Auf jeden Fall! Wenn man während des Rennens eine coole Landschaft zu bestaunen hat, dann geht die Zeit auf dem Rad ganz einfach, auch viel schneller rum. Natürlich spielen Streckenprofil und viele andere Dinge auch eine Rolle, aber ich freue mich immer, wenn ich in Verbindung mit einem Rennen auch neue Orte entdecken kann.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die anstehenden Rennen!

Fotos: Ingo Kutsche

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