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Interview mit Johannes Moldan: „Von nichts, kommt nichts“

7. August 2014 von Christine Waitz

Foto: Ingo Kutsche,  freitriathlon.de Blogger Johannes Moldan hat sich in den letzten Wochen nicht nur gegen hupende Autofahrer und dem Drang an der nächsten Eisdiele zu halten erwehrt, sondern hat sich vor allem noch einmal richtig in Form gebracht. Beim Ironman 70.3 Wiesbaden soll es in dieser Saison das erste Mal richtig krachen. Was er vor dem Rennen sagt, lest ihr hier.


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Johannes Moldan, freiHallo Johannes! In deinem Blog betrachtest du Triathlon meist mit einem zwinkernden Auge. Da werden schonmal die hupenden Autofahrer liebevoll-ironisch zum „Cholie“ klassifiziert, oder der Überfall auf die nächste Eisdiele geplant. Im Trainingsalltag geht es bei dir dann aber schon etwas ernster zu, oder?

Ich bin nicht mit Ernst befreundet…- obwohl er aus Spaß entstand. ;) Nein, warum sollte ich im Trainingsalltag ernster sein? Das ganze Leben lässt sich meiner Meinung nach nur mit sehr, sehr viel Humor ertragen.

Wer schon einmal mit mir trainiert hat, der weiß auch, dass ich bei „härteren“ Einheiten noch lachen kann… Ich habe vor kurzem erst meine eigenen Beine ausgelacht, weil sie nach den Bergintervallen so kaputt waren. Wenn man in der Gruppe trainiert, macht es noch mehr Spaß. Da kann man sich gegenseitig auslachen!

Ohne Humor müsste man sich spätestens nach den acht Uhr Nachrichten ins Bett legen und dürfte nie wieder aufwachen…

Bei deinem letzten Rennen am Chiemsee musstest du dich wie im Vorjahr Markus Fachbach geschlagen geben. Was denkt man, wenn man sich an einem Gegner scheinbar die Zähne ausbeißt? Wie behältst du dir die Motivation wenn es einfach nicht klappen mag?

Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber ich habe mir in diesem Jahr nicht an Markus die Zähne abgebissen, sondern eher an mir selbst und einer für mich schlechten Sternenkonstellation…

Bis Januar lief meine Vorbereitung wirklich super. Dann kam eine Infektion mit einem komischen Virus dazwischen, den man leider erst sehr spät entdeckt hat. In der Zwischenzeit hatten wir dann noch ein vierbeiniges Malheur aus dem Tierheim. Als das dann durchgestanden war, meldete sich die nächste Grippewelle an, die ich natürlich auch nicht auslassen wollte… Das Gekränkel legte sich vor allem aufs Laufen. Da war mein Körper wie gedrosselt… Ich kam nicht mehr auf unter vier Minuten pro Kilometer. Damit gewinnt man keinen Blumentopf! Erst kurz vor Chiemsee wurde es besser. Aber richtig schnell war der Lauf dort auch noch nicht… Laufen kommt leider vom Laufen ;)

Foto: Ingo Kutsche,frei

 

Und Markus war an dem Tag eben besser vorbereitet und dementsprechend schneller… Am Wettkampftag zählt nicht nur der Wettkampftag. Der Wettkampftag setzt sich aus den Wochen der Vorbereitung, etwas Glück und der Tagesform zusammen. Wenn die Vorbereitung schlecht war, muss man schon an Wunder glauben… Von nix, kommt nix.

Mit dem Ironman 70.3 Wiesbaden und dem Allgäu Triathlon Immenstadt stehen zwei prestigeträchtige, anspruchsvolle und auch gut besetzte Rennen an. Wie verlief dein Training und was erwartest du dir von den anstehenden Rennen?

Der Chiemsee war für mich das letzte Rennen der ersten Saisonhälfte. Die Problemchen aus der ersten Hälfte konnte ich ganz gut hinter mir lassen. Das Training lief super! Es machte richtig Spaß und ich konnte mich in allen Disziplinen steigern. Auch außerhalb des Trainings hat sich ein bisschen was verbessert, so dass ich den Kopf jetzt freier habe…

Ich bin ein großer Freund von kleinen Erwartungen. Meine besten Rennen hatte ich immer, wenn ich mir keine Platzierung und auch keine Zeit vorgenommen habe. Das Rennen wird sich schon entwickeln… Zusätzlicher Druck blockiert nur. Den sollen sich bitte andere machen ;)

Johannes Moldan, einmaligUm 11:30 Uhr wird vor dem Kurhaus in Wiesbaden der Sieger erwartet. Wann läufst du durchs Ziel? 

Das zu verraten, wäre langweilig ;)

Wiesbaden Quick&Dirty

In unserem Quick&Dirty Wiesbaden Spezial geben wir dir Begriffe, die du spontan, kurz und knackig beantwortest.

Wecker – wacht meistens nach mir auf

Frühstück – wie immer

Taunus – nicht schlimmer als meine Heimat

Rennverpflegung – Winforce

Au weia! – wäre uncool, hatte ich aber schon genug dieses Jahr…

Motivation – schafft man sich selbst

Sieger – wird der Schnellste sein

Feierabend – ist was du draus machst! ;)

Zu Johannes Moldans Blog.

Fotos: Ingo Kutsche, Johannes Moldan

 

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