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Kopf gegen Körper

Interview mit Jan Raphael zum Ironman Arizona:
Kopf gegen Körper

16. November 2011 von Christoph Steurenthaler

Jan Raphael ist am kommenden Sonntag beim Ironman Arizona einer der Mitfavoriten. Nach seinem für ihn enttäuschenden 25. Platz in Kona möchte er die Saison mit einem guten Rennen beenden.  Die Strecken sind ihm bekannt, denn 2009 wurde er dort Fünfter. Nach einer langen Saison ist der Körper müde und verlangt nach einer Pause, doch der Kopf steuert die Beine.


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Das Jahr begann gut für den Hannoveraner. Beim Ironman Texas im Mai startete er mit einem vierten Platz in die Saison. Beim Triathlon auf Sylt wurde er im Juni Zweiter hinter Faris Al-Sultan. In Frankfurt folgte dann mit dem Vize-Europameister-Titel der wohl größte Erfolg des 31-jährigen in seiner bisherigen Karriere. Voller Selbstvertrauen reiste er nach Hawaii, um auch dort endlich den großen Coup zu landen. Doch es kam anders als erhofft und Raphael belegte im Weltklassefeld den für ihn enttäuschenden 25. Platz.

In Arizona soll die Saison nun so erfolgreich zu Ende gehen wie sie begann. Und er möchte weiter Werbung in eigener Sache betreiben, denn das Commerzbank Triathlon Team wird aufgelöst und aus dem Teamplayer wird wohl zunächst wieder ein Einzelkämpfer.

Wir haben dem bekennenden Fußballfan wenige Tage vor dem letzten Rennen ein paar Fragen gestellt.

Hallo Jan, hast du dich von Hawaii erholt?

Zunächst dachte ich, dass ich Hawaii sehr gut verkraftet hätte. Die Enttäuschung war zwar groß über mein Abschneiden auf Big Island, aber die Motivation umso größer, es in Arizona noch einmal besser zu machen. Nun ist die Motivation immer noch da, nur kam nach drei bis vier Wochen immer mehr die Müdigkeit durch und nun weiß ich gar nicht mehr, wo ich stehe. Es ist ein Gefühl, als wolle der Körper sich in den Urlaub verabschieden, aber der Kopf will dieses Rennen noch unbedingt. Mal abwarten, wer sich am Ende durchsetzt.

Wie verlief die Vorbereitung für den IM Arizona?

Die Vorbereitung lief gut. Ich habe es im Training sicher nicht übertrieben und mir nach Hawaii ein wenig Luft gegönnt. Dann war ich aber wiederum sehr fleißig, weil eben die Motivation und die Lust noch da waren. Außerdem habe ich bei bestem Wetter trainieren können. Ich bin direkt von Hawaii nach San Diego geflogen und dort trainiert und nun bin ich schon seit ein paar Tagen in Phoenix.

Bleibt der Titel im Commerzbank Team, verteidigst du Timos Titel?

Wenn man die Startliste anschaut, wird es sicher ein ganz hartes und schnelles Rennen. Klar möchte ich immer gewinnen, aber da sind mindestens zehn andere Athleten, die das gleiche wollen. Und einige haben den Vorteil der sicherlich besseren Vorbereitung, da sie eben nicht das komplette Hawaii-Rennen in den Knochen haben. Für mich sind die Favoriten eher Kienle, Llanos, O`Donnell oder Jordan Rapp, der vor zwei Wochen überlegen Langdistanzweltmeister geworden ist.

Konnte dir Timo ein paar Tipps zu den Streckenverhältnissen geben?

Die Strecke ist mir aus 2009 noch bestens bekannt. Das ganze Rennen ist mir sehr vertraut, weil hier alles sehr übersichtlich und einfach zu erreichen ist. Da der Kurs keine besonderen Schwierigkeiten beinhaltet, konnte Timo mir hier nicht großartig helfen.

Gibt es Neuigkeiten bei dir für die kommende Saison?

Ich habe es mir sicherlich alles ein wenig zu einfach vorgestellt, da das Interesse nach meinem Vize-Europameistertitel beim Ironman in Frankfurt riesig war. Da habe ich gedacht, alles wird mehr oder weniger von selbst laufen. Sicherlich fehlte mir da ein wenig die Erfahrung, sich optimal zu positionieren. In den letzten Jahren war ich optimal betreut im Commerzbank Triathlon Team. Alles war sehr professionell und ich konnte mich ausschließlich auf meinen Sport konzentrieren, ohne mich damit beschäftigen zu müssen, was sicherlich sinnvoll gewesen wäre. Fakt ist: ich habe einige sehr gute Gespräche und werde direkt nach meiner Rückkehr aus Arizona die Zukunft planen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für das Rennen.

Homepage Commerzbank Triathlon Team

Homepage IM Arizona

Fotos: Ingo Kutsche – www.sportfotografie.biz

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