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Interview mit Ironman-Debütant Nils Frommhold – „Nach schwierigen Zeiten weiß man, wer wirklich hinter einem steht“

28. November 2012 von Nora Reim

Foto: Nora Reim frei„You are an Ironman Champion.“ Diese Worte hat Nils Frommhold im US-Bundesstaat Arizona vor wenigen Wochen zum ersten Mal gehört. Der 26-jährige Bundesliga-Athlet gab im sonnigen Tempe sein Debüt auf der Langdistanz – und kann seinen Sieg im Gespräch mit triathlon.de immer noch nicht fassen.


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Nils, herzlichen Glückwunsch zu deiner gelungenenen Ironman-Premiere! Im Ziel hast du immer wieder gesagt: „Ich bin sprachlos.“ Was genau hat dir in Arizona die Sprache verschlagen?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Sprachlos, weil der Sieg so überraschend kam. Einerseits stimmte meine Form, andererseits hatte ich aber viel Respekt vor der mir unbekannten Distanz. Ich wusste nicht genau, was mich erwartet. Die Zeit an sich ist natürlich ein zusätzlicher Bonus, der mich noch mehr sprachlos macht. Damit habe ich noch weniger gerechnet!

Du hast in Tempe Taten statt Worte sprechen lassen. Wie hat es sich angefühlt, nach 08:03:16 Stunden als Erster das Zielband zu durchbrechen?

Foto: inmotionmar frei

Nils Frommhold gewinnt sein Ironman-Debüt in Arizona, Freundin Sarah Fladung (links) hält den Moment für die Ewigkeit fest.

Unglaublich! Es war nicht die Zeit oder der Sieg, was im ersten Moment besonders war, sondern meine Erlebnisse der letzten zwei Jahre. Ich habe dieses Jahr ganz unten angefangen, da ich 2011 auf Grund von einem Ermüdungsbruch im Schienbein aussetzte. Es gab Tage, da habe ich den Leistungssport bereits abgeschrieben. Immer wieder musste ich mir einreden, dass ich so nicht abtreten kann. Wenn man über zwei Jahre eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebt, feiert man Erfolge viel emotionaler.

Hand aufs Herz: Auf dem blauen Teppich hast du die Nähe von deiner Freundin Sarah Fladung gesucht. Wen hast du alles teilhaben lassen an deinem Ironman-Debüt?

Wenn man schwierige Zeiten erlebt, weiß man hinterher, wer wirklich hinter einem steht. Bei mir waren das vor allem zwei Personen: Meine Freundin Sarah und mein Trainer Wolfram Bott. Umso schöner, dass ausgerechnet die Beiden mich bei meinem Rennen vor Ort unterstützten – das war auch mein Erfolgsgeheimnis! Im Ziel habe ich direkt die Nähe zu den Beiden gesucht, da sie einen großen Anteil an meinem Erfolg haben.

Der Ironman Arizona ist nicht irgendein Triathlon, sondern genau der Ort, an dem vier Jahre früher Andreas Raelert sein Debüt auf der Langdistanz gegeben hat. Willst du die Spuren des Rostockers weiter verfolgen?

Foto: inmotionmar frei

Im Ziel umarmt Nils Frommhold seinen Trainer Wolfram Bott.

Für mich ist Andreas Raelert der kompletteste Langdistanz-Athlet weltweit. Wenn ich jetzt sage, dass ich seinen Spuren folge, würde das heißen, ich erreiche in den nächsten vier Jahren vier Mal das Podest auf Hawaii und unterbiete die Weltbestzeit auf der Langdistanz. Zur Zeit doch eher ein Traum als ein Ziel. 

Abschließende Frage: Hälst du der Triathlon-Bundesliga die Treue oder sehen wir dich im nächsten Jahr schon bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt?

Ich werde nächstes Jahr weiterhin die Farben des Stadtwerke Teams Witten in der Bundesliga vertreten und meinen Teil dazu beitragen, unseren Vize-Meistertitel von diesem Jahr zu verbessern. Da das eine das andere nicht ausschließt, bestreite ich auf jeden Fall im Sommer eine Langdistanz. Wo ich nächstes Jahr starte, steht derzeit noch nicht fest.

Vielen Dank für das Gespräch. triathlon.de wünscht alles Gute!

Ironman Arizona 2012: Frommhold gewinnt Debüt
Zur Website von Nils Frommhold

Fotos: triathlon.de, inmotionmar

 

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