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Interview mit Faris Al-Sultan – „Jetzt tut’s wieder weh“

24. Juli 2012 von Nora Reim

Zwei Wochen nach seinem Sieg beim Ironman Klagenfurt saß Faris Al-Sultan wieder im Sattel: Der Münchner Triathlon-Profi zeigte den Teilnehmern des Schliersee-Trainingswochenendes die 40 Kilometer lange Radstrecke des Alpen-Triathlons. triathlon.de ist für euch die rund 400 Höhenmeter vom Schlier- zum Spitzingsee mitgefahren und hat mit dem Athleten vom Abu Dhabi Triathlon Team gesprochen.


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Faris, beim Formkurve-Seminar hast du den Teilnehmern die Radstrecke vom Alpen-Triathlon gezeigt. Warum startest du dieses Jahr nicht selbst am Schliersee?

Schliersee ist zwar mein Heimrennen, aber ich bin nicht da! Im September bereite ich mich in den USA auf die Weltmeisterschaft auf Hawaii vor. Das ist mein Saisonhöhepunkt

Hand aufs Herz: Nach deinem 3. Platz 2003 und deinem 2. Platz 2007 – welche Erinnerungen hast du an den Schliersee?

Foto: Nora Reim frei

Faris Al-Sultan im Gespräch mit triathlon.de-Redakteurin Nora Reim

Der Schliersee ist schön – ich bin fünf Mal hier gestartet! Die Radstrecke ist mit dem vier Kilometer langen Anstieg sehr hart, die Laufstrecke mit den Wellen auch. Ich bin ein starker Radfahrer und war 2003 auch gut drauf. Doch dann hab‘ ich in der Kurve einen Abflug gemacht, die seitdem die Faris-Gedächtniskurve heißt (lacht). 2007 hätte es fast für den Sieg gereicht, doch Pavel (Simko aus der Slowakei, Anm. d. Red.) hat in dem Jahr das beste Rennen seiner Karriere gemacht.

Beim Ironman Österreich hast du dir in Klagenfurt deinen sechsten Ironman-Sieg geholt. Wie geht es dir zwei Wochen danach?

Klagenfurt habe ich seelisch gut verdaut. Wenn du über die Ziellinie kommst und bist nicht fertig, dann hast du was falsch gemacht! In den letzten beiden Wochen habe ich regeneriert, in der dritten Woche fange ich wieder an, hart zu trainieren.

Die WTC-Europameisterschaft in Frankfurt vor einer Woche hast du ausgelassen, obwohl du dir vergangenes Jahr den Titel auf dem Römerberg geholt hast. Warum warst du trotzdem an der Strecke?

Faris Al-Sultan überquert mit Kamel die Ziellinie beim Ironman Frankfurt 2011

Ina (Reinders, Freundin von Faris Al-Sultan, Anm. d. Red.) und ich haben Jérémy (Jurkiewicz aus dem Abu Dhabi Triathlon Team, Anm. d. Red.) bei der Eigenverpflegung unterstützt. Der Zieleinlauf auf dem Römer ist super, aber ich wollte auf das Dilemma zwischen Frankfurt und Roth am selben Tag nicht eingehen. Deshalb bin ich in Frankfurt nicht gestartet. Außerdem habe ich beim Rennen 2011 ein Stück meiner Seele am Main gelassen.

Abschließende Frage: Wie geht es sportlich bei dir weiter? Wann und wo werden wir dich wieder dein Kamel über die Ziellinie tragen sehen?

Anfang August starte ich beim Frankfurt City-Triathlon auf der Olympischen Distanz, dann geht es ins Höhentrainingslager. Dort bereite ich mich gezielt auf Hawaii vor. Bei der Weltmeisterschaft 2011 konnte ich mich nicht richtig quälen, weil ich immer noch das schmerzhafte Rennen von Frankfurt im Kopf hatte. Ich habe die ganze Zeit gedacht: „Jetzt tut’s wieder weh.“ Dieses Jahr will ich eine Top-Five-Platzierung in Kona schaffen. Die Konkurrenz ist natürlich groß! Gerade Andi Raelert kann alles: Schwimmen, Radfahren, Laufen – es wird höchste Zeit, dass er mal gewinnt! Ein Ironman ist immer eine Grenzerfahrung, die man so nicht trainieren kann. Mein Kamel werde ich auf jeden Fall im Gepäck mitnehmen (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch. triathlon.de wünscht einen erfolgreichen Wettkampf.

Fotos: Ingo Kutsche – sportfotografie.biz

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