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Interview mit Faris Al-Sultan: „Ich werde auf den Abfahrten Todesangst haben“

16. August 2014 von Christine Waitz

Foto: ingo Kutsche,   freiSeit 1997 ist Faris Al-Sultan auf der Ironmandistanz unterwegs. Da möchte man meinen, dass nach solch langer Zeit nichts mehr ungewohntes im Sportlerleben eintreten kann. Dennoch sieht sich der Münchener in diesem Jahr einer ganz neuen Situation gegenüber. Erstmals bestreitet er eine Saison als Familienvater. Wie sich sein (Sportler-)Leben seither verändert hat und welche Ziele er vor Augen hat, das lest ihr im Interview.


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Ein ereignisreiches Jahr ist es für Faris Al-Sultan jetzt schon. Nicht nur privat, auch sportlich gab es allerlei zu vermelden. Der Saisonauftakt beim 70.3 Südafrika legte er im Januar bereits die beste Radzeit auf das Parkett, musste sich dann jedoch mit Platz sechs begnügen. Wenige Wochen später gab es über die volle Distanz in Südafrika mit Platz drei die erste Podiumsplatzierung zu vermelden – lediglich Kyle Buckingham und Nils Frommhold waren schneller.
Den Sieg in Ingolstadt und den zweiten Platz beim Mittelmosel Triathlon holte der 36-jährige dann schon als frisch gebackener Papa.

Christine Waitz, frei

Bei der zweiten Langdistanz des Jahres, in Klagenfurt, wurde er dann jedoch von einem Defekt gebremst. Der Staffelpart bei der Challenge Roth wurde mit leerer Batterie der elektrischen Schaltung zum Kurbelfest. Beim Frankfurt City Triathlon war die Batterie am Rad geladen, doch die in den Beinen nicht, zu allem Übel musste auf der Laufstrecke noch ein Umweg in Kauf genommen werden.

Bei der ITU Cross WM in Zittau verschafft sich Faris Al-Sultan nun einmal Abwechslung. Vor dem Rennen haben wir uns mit ihm unterhalten.

Hallo Faris! Es gibt wohl kaum jemanden, der dich nicht danach fragt: Seit April bist du Papa. Was hat sich seither am meisten verändert? Was ist immer noch gleich?

Der Fokus ist mittlerweile etwas verschoben. Es ist sehr schön Vater zu sein. Schlafmässig ist bei mir glücklicherweise alles entspannt, denn unser Kleiner ist sehr pflegeleicht und angenehm. Eines hat sich allerdings verändert: Die Pausen zwischen den Einheiten werden manchmal größer, weil ich noch schmusen will.

Am Wochenende bist du bei der ITU WM im Crosstriathlon am Start. Willkommene Abwechslung? Schließlich wollten die letzten Rennen aus verschiedenen Gründen nicht recht rund laufen…

Ja es ist nicht immer lustig. Meine „A“-Rennen, der Ironman Südafrika und der Ironman Österreich, waren lediglich ok, beziehungsweise eine Katastrophe. Eigentlich war der zweite Teil der Saison eher im weniger ernsten Bereich geplant, doch jetzt brauche ich schon noch ein paar befriedigende Ergebnisse.
Der Crosstriathlon am Wochenende ist allerdings schon eine lustige Abwechslung, die mein Adrenalin hochschießen lässt. Ich werde auf den Abfahrten Todesangst haben.

Du hast dir extra noch ein paar Profi-Tipps für den Radpart auf den Stollenreifen geholt. Mike Kluge, ehemaliger Weltmeister im Cyclocross und Mountainbike, hat dich fit gemacht. War das nötig? Schließlich bist du nicht das erste Mal auf dem Mountainbike unterwegs?

Mike hat einen unglaublichen Erfahrungsschatz und kann sein Wissen humorvoll vermitteln. Der Kurs ersetzt kein Training aber hilft einem auf bestimmte Dinge und Sachen zu achten. Trotz meiner zwei Titisee Xterras und meiner Cape Epic Teilnahme war das sehr sinnvoll, sowohl für das MTB fahren an sich, als auch für die allgemeine Radbeherrschung.

Was hast du aus dem Kurs als wichtigstes Fazit mitgenommen?

Wenig Bremsen (lacht). Nein, Spaß beiseite, es war erstaunlich zu sehen wie man ,also Mike, sein Rad beherrschen kann. Wieviel Kraft sich dadurch sparen lässt beziehungsweise wieviel Zeit man gewinnen kann.

Wenn du nach der Cross WM wieder auf 23 Millimeter-Reifen und Seilzugbremse umsteigst, was steht noch an in dieser Saison?

Der Allgäutriathlon in Immenstadt der Klassiker, dem Hannes Blaschke, der neue Veranstalter, einen zeitgemäßen Anstrich verpassen wird. Der 70.3 auf Rügen und Hawaii natürlich. Die Kurzdistanz in Xanten, die die Truppe des TuS Xanten um meinen Schwager organisiert, will ich auch nicht verschweigen.

Zur Website von Faris Al-Sultan.

Fotos: Ingo Kutsche, triathlon.de

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