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Interview mit Extremläufer Steven Rau: Mit sich und der Natur allein

15. Februar 2015 von Christine Waitz

Uta Rau,   einmaligIm August bewältigte Steven Rau eine Strecke von 285 Kilometern quer durch die Alpen von Ruhpolding nach Sexten in nur vier Tagen. 13.800 zu überwindende Höhenmeter, keine größere Ausrüstung, keine Verpflegung, und keine Unterkünfte – ein forderndes Projekt. Seine eigenen Grenzen zu kennen, die eigene und Verstehen sind die Beweggründe für Steven Rau, eine solche Tour zu unternehmen. Wir haben uns mit dem Extremsportler über sein letztes Projekt unterhalten und auch darüber, ob er in diesem Jahr Neues vor hat.


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Hallo Steven! Mittlerweile sind einige Monate seit deinem Rekordlauf ins Land gezogen. Wie lange braucht dein Körper, bis diese extremen Belastungen verkraftet sind?

Steven: „Nach einem solchen Projekt braucht der Körper schon etwas länger Ruhe. Inzwischen geht es mir jedoch wieder sehr gut. Ich versuche mich stets sehr schnell wieder an meinen normalen Lebens-Rhythmus zu gewöhnen und vor allem auch die Speicher wieder aufzufüllen. Mittlerweile stehe ich schon wieder im vollen Training.“

Mehr zu Stevens letztem Projekt.

Wie fühlt man sich nach dem Abschluss solch fordernder Projekte? Hat man erst einmal genug vom Laufen, oder sprudeln sofort die Ideen für neue Herausforderungen?

Uta Rau, einmaligSteven: „Nach jedem Projekt durchlaufe ich ein wahres Wechselbad der Gefühle. Nach der Ankunft im Ziel bin ich allerdings erst einmal froh es wirklich geschafft zu haben. Wenn ich ein solches Projekt starte, gibt es unzählige Faktoren, die ungewiss sind, und damit auch die Ankunft im Ziel. Daher ist es eine große Erleichterung es dann wirklich geschafft zu haben. Wenn ihr mir diese Frage am gleichen Tag stellen würdet, würde ich sagen, ich kann keine Laufschuhe mehr sehen. Aber sind dann erst einmal ein paar Tage vergan- gen, sitze ich schon wieder am Schreibtisch und plane unzählige neue Ideen.“

Auf welche Aktionen dürfen sich deine Fans in diesem Jahr freuen?
Steven: „Auf das Jahr freue ich mich persönlich schon wieder sehr. Wenn ich eine Aufgabe gefunden habe, die mich reizt, kann ich es kaum erwarten meine Sachen zu packen und zu starten. Ich möchte noch gar nicht zu viel verraten, da noch sehr viel passieren kann und die Durchführung eines solchen Projektes von vielen Faktoren abhängt. Ich bin bereits wieder voll in der Planungsphase und wenn alles gut läuft, geht es im nächsten Jahr ins Ausland und wird sehr heiß. Es wird wieder ein verrücktes Projekt, auf welches ich mich bereits jetzt schon sehr freue.“

Jetzt im Frühjahr werden die leichten Wettkampfschuhe oft noch gegen Cross-Schuhe ausgetauscht, das Gelände der Laufbahn vorgezogen. Was sind deine Tipps für vielleicht nicht so erfahrene Crossläufer?

Uta Rau, einmaligSteven: „Großen Wert lege ich grundsätzlich auf ein stabiles Fußgelenk. Dort setze ich auch gezielt entsprechende Schwerpunkte in der Vorbereitung. Es gibt zahlreiche Übungen zur Stabilisation. Denn das unwegsame Gelände birgt immer ein hohes Unfallrisiko. Da macht sich ein stabiles Fußgelenk schnell bezahlt.
Zudem geht es im Gelände im steten Wechsel bergauf und bergab. Um dort lange laufen zu können ist eine gute Regenerationsfähigkeit gefragt. Jeder kennt das: Beim Laufen auf dem Sportplatz ist die Pulsfrequenz relativ gleichbleibend. Starte ich hingegen in bergigem Gelände, kann ich bereits nach der ersten Steigung am Anschlag laufen. Soll der Lauf hier nicht schon zu Ende sein, muss ich meinen Puls unter Kontrolle halten können. Das muss man im Vorfeld üben und am besten tastet man sich dazu langsam an anspruchsvolleres Gelände heran.

Ansonsten rate ich: Genießt einfach das Laufen in der Natur und habt Spaß dabei.

Das Interview und noch mehr zum Thema Crosslauf findet ihr in der aktuellen Ausgabe des triathlon.de MagaLog.

Fotos: Uta Rau

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