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Interview mit DTU-Cheftrainer Ralf Ebli: Zwischenbilanz vor dem WM-Finale in Chicago

10. September 2015 von Christine Waitz

Foto: Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl,   einmaligDie Triathlon-Saison 2015 ist weit vorangeschritten. Die besten Kurzdistanz-Triathleten der Welt haben nur noch ein Rennen in der Triathlon-WM-Serie zu bestreiten und küren in Chicago übernächstes Wochenende ihren Weltmeister. Das DTU-Team hat im vorolympischen Jahr das Hauptaugenmerk auf die Sicherung der jeweils drei Olympia-Startplätze für Rio 2016 gelegt. Beste im WM-Ranking sind Rebecca Robisch als Zehnte und Justus Nieschlag als 22. Im Gespräch zieht DTU-Cheftrainer Ralf Ebli eine Zwischenbilanz vor dem Finale am 18./ 19. September und sieht die Zielstellungen 2015 erreicht.


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Im aktuellen Ranking der Weltmeisterschaft sind die Titelverteidiger Gwen Jorgensen (USA) und Javier Gomez (ESP) wieder vorne.

Herr Ebli, neun von zehn Rennen der Triathlon-Weltmeisterschafts-Serie 2015 sind vorüber, das große Finale in Chicago wartet. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz der Saison 2015?

Wir haben einen Großteil unserer Zielsetzungen umsetzen können. Diese beziehen sich auch nicht allein auf das Abschneiden im WM-Ranking, sondern auch auf die perspektivische Weiterentwicklung unserer Sportler. Positiv ist zum Beispiel, dass wir aktuell bei den Damen und bei den Herren jeweils alle drei Olympia-Startplätze innehaben. Im weiblichen Bereich stehen wir als Team ohnehin sehr gut da. Uns ist natürlich auch bewusst, dass dies bei den Herren anders aussieht.

Äußerst positiv ist zudem die Bilanz im Juniorenbereich, wo wir eine der führenden Nationen in Europa sind. Bei den Europameisterschaften konnten unsere Talente durch Laura Lindemann und Lasse Lührs beide Einzeltitel erringen und eine weitere Medaille durch Lena Meißner. Hinzu kommen Siege in Junioren-Europacups. Das stimmt uns sehr freudig.

Ralf Ebli im Gespräch mit Rebecca Robisch

Ralf Ebli im Gespräch mit Rebecca Robisch

Sie sprachen die Entwicklungen der einzelnen Athletinnen und Athleten an. Wie sehen Sie diese? Sagen wir mal „Ladies first“…

Insgesamt haben wir 2015 vor den letzten Rennen elf Mal eine Top Ten-Platzierung erreicht, was im Vergleich zu 2014 eine deutliche Steigerung ist. Dass die absoluten Spitzenränge, also Podiumsplatzierungen, fehlen, ist uns bewusst. Betrachten wir dies selbstbewusst mal als Reserve für 2016. Als positiv betrachte ich bei dieser Statistik auch, dass sieben verschiedene Athleten diese Resultate erzielt haben, darunter sechs Damen. Hier haben wir im Bereich der erweiterten Weltspitze eine hohe Leistungsdichte. Am konstantesten war dabei Rebecca Robisch, die auch im Gesamtranking auf Rang zehn liegt. Aber auch Hanna Philippin und Anja Knapp haben bewiesen, dass sie Topergebnisse erzielen können und sich weiterentwickelt haben. Mehr als gelungen ist auch die Integration unserer Nachwuchshoffnungen Sophia Saller und Laura Lindemann in die WM-Serie. Beide haben ebenfalls bereits Top-Rennen gemacht. Sophia war Vierte in Kapstadt und Laura beste Deutsche in Hamburg auf Platz sieben. Last not least möchte ich Anne Haug bei den Frauen noch hervorheben. Nach langer Verletzungspause ist sie erwartet schwer in die Saison gekommen, schaffte aber in Rio unsere Olympiaqualifikationsnorm.

Ralf EbliUnd bei den Herren?

Hervorzuheben ist ebenfalls Justus Nieschlag. Als U23-Athlet findet er immer mehr in die Weltspitze hinein und war auch der einzige DTU-Mann mit einem Top Ten-Ranking. Seine Ergebnisse haben maßgeblich dazu beigetragen, dass wir aktuell drei Olympiaplätze für die Männer haben. Von den älteren Leistungsträgern haben wir uns sicherlich mehr erwartet, da kann man nicht zufrieden sein.

Was bedeutet das für das Weltmeisterschafts-Finale in Chicago am 18./ 19. September?

Bei den Junioren haben wir sicher mit Laura Lindemann eine heiße Kandidatin auf den Titel dabei. Es ist natürlich eine hohe Bürde, dass von ihr der Sieg erwartet wird, aber wir hoffen, dass sie ihr Vermögen umsetzen kann. In den WM-Rennen der Elite hat sie auch gezeigt, wie stabil sie ist. Auf Lasse Lührs wartet ein spannendes Rennen, er kann in den vorderen Bereichen mitmischen, wie auch Lena Meißner oder Lisa Tertsch.

Bei der Elite hoffen wir auf zwei weitere Top Ten-Resultate. Alle Damen, die an der Startlinie stehen, sind theoretisch und im Saisonverlauf erwiesenermaßen in der Lage dazu. Bei den Herren müssen wir so realistisch sein, dass vordere Ränge eher unrealistisch sind. Aber es gilt, den Kampf auf höchstem Niveau anzunehmen, sich zu beweisen, und mit einem guten Eindruck und Gefühl die Saison zu beenden und in das Olympiajahr zu gehen. Und wer weiß, wie die Ergebnisliste letztlich aussieht.

Fotos: Deutsche Triathlon Union/ Jo Kleindl

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