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Laufbekleidung made in Germany: Interview mit André Kossmann

27. November 2018 von Christine Waitz

Kossmann Laufdesign, einmaligRegional einkaufen – viele sprechen darüber, kaum jemand macht’s. Während bewusste Käufer in Sachen Lebensmittel mittlerweile zumindest wieder gute Chancen haben, an regionale Produkte zu kommen, gestaltet sich diese nachhaltige Variante des Einkaufs in den meisten anderen Bereichen schwieriger. Oder lauft ihr in Sportbekleidung „Made in Germany“ herum? Wir hätten einen Tipp für euch!


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André Kossmann ging vor über acht Jahren mit einer Idee ans Werk: Statt billig produzierter Massenware wollte er Laufsport in Sportklamotten betreiben, von denen er wusste, woher das Material stammt, wo es verarbeitet wurde und unter welchen Bedingungen das alles stattfand. Nachhaltig sollten die Produkte für Sportler sein. Heraus kam erstmals 2010 eine Sport-Kollektion. Seither reiht sich Kossmann-Lauf-Design in die recht überschaubare Reihe an Herstellern ein, die sich auf Nachhaltig und möglichst „regional“ produzierte Sportbekleidung konzentrieren.

Der Katalog beinhaltet alles, was sich Läufer wünscht, ist jedoch überschaubar. Klein, aber fein sollen die Kollektionen bleiben. Nur so ist der nachhaltige Betrieb finanziell überhaupt möglich. Auch daran muss sich der Verantwortungsvolle Kunde erst gewöhnen – zwei Designs, statt zwanzig. Dafür gibt es auch mal außergewöhnliches: hier eine farblich abgesetzte Paspel, da eine raffinierte Ausschnittlösung. Dass die Kleidungsstücke mit möglichst guter Qualität aufwarten, sorgfältig verarbeitet und haltbar sind, das gehört zum nachhaltigen Geschäftskonzept. Wieder ein Punkt, an den sich der Kunde gewöhnen muss – es gibt (braucht?) eben nicht dauern ein neues Shirt – das Eine darf (sollte?) man sich dann allerdings auch etwas mehr kosten lassen.

Wir haben uns mit André Kossmann unterhalten.

Kossmann Laufdesign, einmalig

Hallo Herr Kossmann! Fangen wir doch von vorne an! Wie kamen sie auf die Idee, selbst Sportbekleidung zu entwerfen und dann auch noch in Deutschland produzieren zu lassen? 2010, als sie begannen, war der ökologische Gedanke der Nachhaltigkeit schließlich noch nicht an der Tagesordnung.

Als Vertriebsleiter/Geschäftsführer bei verschiedenen Unternehmen der Laufsportbranche habe ich jahrelang erlebt, wie Laufbekleidung entwickelt und produziert wird. 2010 habe ich beschlossen, deren Motto „Billig produzieren, teuer verkaufen“ nicht mehr mitzutragen. Statt den billigsten Stoff, den günstigsten Reißverschluss und die kostengünstigste Produktion einzusetzen, wollte ich die beste Laufbekleidung aus den tollsten Stoffen und Zutaten produzieren. Und das selbstverständlich nicht in Asien sondern in Europa. Ich habe Glück gehabt, gute Lieferanten in Deutschland, Italien und Österreich gefunden und dazu zwei Nähereien in Deutschland.
Statt lange über Nachhaltigkeit zu reden, habe ich es einfach gemacht.

Versucht man den das Prinzip des nachhaltigen und möglichst regionalen Einkaufs einmal bewusster und konsequenter zu verfolgen, stößt man schnell an seine Grenzen. Wo lagen und liegen die Schwierigkeit, wenn es um die Produktion von Sportbekleidung geht?

Es gibt heute kaum noch Stofflieferanten in Europa. Die zu finden, war die grösste Herausforderung. Und: Nähen in Deutschland ist sehr teuer, das bedeutet man muss auch bei der Kollektionsentwicklung und dem Design immer im Hinterkopf haben, das „jede Extra-Naht“ Geld kostet. Meine Marke soll aber keine Luxusmarke sein. Deshalb wird schon bei der Produktentwicklung gefragt, was braucht das Produkt und auf was kann man verzichten. So verzichten wir auf die „Gimmicks“, die unsere Branche so liebt, Details die toll klingen, die aber selten jemand braucht.

Vielen Dank für das Interview!

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Fotos: Kossmann Lauf-Design

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