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Interview mit Jan Frodeno: Es ist wichtig zu wissen wo man steht

21. September 2013 von Mario Lisker

Foto: Jörg Schüler freiDass sein Wechsel auf die Mitteldistanz keine falsche Entscheidung war, stellte er mit dem zweiten Platz bei der Europameisterschaft in Wiesbaden eindrucksvoll unter Beweis. Sehr eindrucksvoll! Als schnellster Schwimmer und schnellster Läufer hat er die starken Radfahrer locker weggesteckt. Einzig die Wechselpanne kostete ihm den Sieg. In Las Vegas ein Spiegelbild. In fantastischer Ausgangslage, mit dem Ass seiner Laufstärke im Ärmel, konnte ihn nur eine Verletzung stoppen…


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Hallo Jan. In Las Vegas wurdest du als Favorit gehandelt und wurdest dem auch lange gerecht. Dann der plötzliche Ausstieg beim Lauf. Auf deiner Facebook Seite steht etwas von der Achillessehne. Was war los?

Gleich beim Wechsel zum Laufen hab ich schon gemerkt, dass meine Wade sehr fest war – das Bergablaufen hat da natürlich nicht geholfen. Da ich noch nicht so lange auf dem Zeitfahrrad sitze, hat meine Muskulatur die Zeitfahrstrecke auf der man im Prinzip 90 Kilometer auf dem Aerolenker liegen konnte (im Gegensatz zu Wiesbaden), nicht so gut verkraftet wie erhofft. Allerdings hatte ich vor dem Rennen schon Verspannungen, die nicht gerade hilfreich waren. In Zukunft werde ich zu solchen Highlights sicher nicht mehr ohne Physio reisen.

Foto: Ingo Kutsche, frei

Wie geht es weiter und wie sieht deine Planung für das Jahr 2014 aus? Oder sehen wir dich sogar noch in diesem Jahr in Aktion?

Ende des Jahres werde ich noch mal angreifen – jetzt steht erstmal Privates auf dem Programm. 2014 will ich dann die volle Distanz angehen.

Dein Ziel war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft auf Hawaii 2015. Hältst du, nach deinen ersten Halbdistanzen, daran fest und wie und wo willst du dich qualifizieren?

Ich will mich sogar 2014 schon für Hawaii qualifizieren und dort Erfahrungen sammeln. Mir macht das Format unheimlich Spaß!

Was willst du auf Hawaii erreichen? TOP 10?

Erstmal Erfahrung sammeln, dann angreifen!

Die dritte Disziplin wird wohl unbestritten, auch auf den längeren Distanzen, deine Paradedisziplin sein. Mal abgesehen von der Streckenlänge – wo siehst du bei dir die größte Baustelle um vorn mitzuspielen?

Ich will auch auf der Langdistanz ausgeglichener werden und somit im Winter einen Radakzent setzen. Zu den stärksten Radfahrern fehlt mir für meinen Geschmack noch zu viel.

Foto: Ingo Kutsche, frei

Auf dem Weg nach Hawaii – planst du weiterhin mit Halbdistanzen und einer erneuten Teilnahme zur 70.3 Weltmeisterschaft in Mont Tremblant?

70.3 ist ein unumgängliches Format. Langdistanzen kann man nicht allzu viele machen und es ist wichtig im Wettkampfgeschehen zu bleiben. Ob die WM im Zeitplan liegt, werde ich sehen. Aber momentan liegt auf dieser Distanz sicher meine größte Stärke.

Was man in den Foren verfolgen konnte, warst du die mit Abstand größte Hoffnung auf einen deutschen Erfolg. Hast du mit einem solchen Feedback gerechnet?

Das Feedback war schon erstaunlich, insbesondere von den sonstigen Kritikern. Es ehrt mich hier nach so kurzer Zeit beachtet zu werden und ich hoffe dem Ganzen möglichst bald gerecht zu werden.

Leider ist meist zu beobachten, dass die etablierten Profis versuchen, sich in den Rennen vor den Highlights aus dem Weg zu gehen. Das scheint bei dir nicht der Fall zu sein…

Dies ist ganz und gar nicht meins. Man kann über die WTS Serie sagen was man will, aber sie ist spannend, weil immer sehr viele Favoriten an der Startlinie stehen. Die 70.3 Serie, insbesondere aber auch viele Ironmans, sind da sehr verwässert. Das schmälert in meinen Augen den Erfolg – persönlich betrachtet. Zudem ist es so, dass ich meine Leistung ja nicht hochjubeln will, sondern die aktuellen Rennen teil meines Weges nach Hawaii sind. Und da ist es wichtig zu wissen wo ich stehe, um Schwächen auch als solche identifizieren zu können.

Jan, wir danken Dir für das Interview und wünschen Dir gute Besserung. Wir warten gespannt auf den dritten, hoffentlich pannenfreien, Angriff auf der Mitteldistanz.

Hier geht´s zu Jans Homepage.

Fotos: Jörg Schüler, Ingo Kutsche

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