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Im Wettkampf: Laufräder als Draht- oder Schlauchreifenversion

30. März 2014 von Bernhard Scholz

Foto: Nora Reim freiImmer wieder stellen sich Sportler bei der Wahl von Wettkampflaufrädern ein und die selbe Frage: Nehm ich die Drahtreifen- oder die Schlauchreifenversion? Was ist praktischer? Was ist schneller? triathlon.de klärt auf.


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Was spricht für das eine, und was für das andere?

Viele Radfahrer sind dem Schlauchreifen gegenüber so verängstigt – wegen eines möglichen Reifenwechsels und dem damit verbundenen Kleben – dass sie die Schlauchreifen-Variante bei einem Kauf erst gar nicht erst in Erwägung ziehen.

Vorteil Drahtreifen: Bekannte Variante

schlauch-reifenheber-mantelDie Handhabung eines Drahtreifens sollte jedem bekannt sein. Und wohl die meisten wissen auch was zu tun ist, wenn ein Reifen oder Schlauch gewechselt werden muss. Darüber hinaus sind Reifen und Schläuche getrennt zu bekommen und im Gegensatz zum Schlauchreifen, somit auch relativ günstig. Im Falle eines Defektes muss oft nur der Schlauch (etwa 4 Euro) gewechselt werden.

Im Gegensatz dazu muss bei einem Schlauchreifen das gesamte System gewechselt werden und günstige Ersatz-Schlauchreifen für die Trainingsausfahrt liegen bei etwa 20 Euro – Wettkampfschlauchreifen können auch mal 60 Euro kosten.

Weiterer Vorteil: Der Rundlauf moderner Drahtreifen ist in den meisten Fällen besser als bei Schlauchreifen, da diese speziell am Ventil oft einen leichten Höhenschlag aufweisen.

Vorsicht beim Schlauchwechsel

Zwar ist ein Schlauchwechsel beim Drahtreifen mit etwas Übung innerhalb von 3 bis 5 Minuten vollzogen, allerdings ist Vorsicht angebracht, da ein Schlauch bei der Montage auch schnell einmal zwischen Felge und Reifen eingeklemmt werden und einreißen kann.

Vorteil Schlauchreifen: Gewicht und Notlaufeigenschaften

schlauchreifen-felge

Auch wenn das Reifengewicht meist keine großen Unterschiede mit sich bringt, so können Schlauchreifenfelgen aus Carbon leichter und stabiler gefertigt werden, als solche für Drahtreifen. Dadurch ergeben sich Gewichtsunterschiede von bis zu 400 bis 500 Gramm pro Laufradsatz bei gleichen Modellen.

Variablere Felgenform

Durch die Verarbeitung von Carbon sind auch die Felgenformen variabler, wodurch sich große aerodynamische Vorteile erzielen lassen. Dem Schlauchreifen wird auch nachgesagt dass er ein besseres Abrollverhalten und einen höheren Pannenschutz hat, als ein vergleichbarer Drahtreifen, wobei moderne Drahtreifen in diesen Punkten kaum noch nachstehen.

Weiterhin ist der maximal zugelassene Luftdruck bei Schlauchreifen wesentlich höher als bei Drahtreifen. Allerdings sagen Reifenexperten, dass maximal 10 Bar reichen. Darüber hinaus ergeben sich keine Vorteile mehr. Bei Drahtreifen ist man mit 8 bis 9 Bar auf der sicheren Seite.

Auf der nächsten Seite: So wird der Schlauchreifen geklebt.


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Unser Bikeexperte Bernhard Scholz ist Autor dieses Artikels und gelernter Zweiradmechaniker und hat schon so einige Räder prominenter Radsportler verarztet. Der bekennende Triathlet und Materialfetischist gibt unter anderem auch immer wieder gute Tipps bei uns im Forum. Dort treibt er als triQ sein Unwesen.
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