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Demokratisch, aber hallo

Hintergründlich & verbandelt:
Demokratisch, aber hallo

16. November 2009 von Clara T.

hintergrundlich-der-etwas-andere-blick-auf-die-dingeAlles bleibt anders. Und nichts ist so wie es scheint, oder vielleicht doch? Von Präsidenten die es nun sind und welchen die es einmal waren. Etwas hintergründliches zu einem aktuellen politischem Triathlon-Thema. (ein Leserbrief von Clara T.)


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Dr. Martin Engelhardt, der frühere Präsident der Deutschen Triathlon Union, wurde am Samstag, den 14. November 2009 auf dem außerordentlichen Verbandstag in Hessen zum neuen Präsidenten des HTV (Hessischer Triathlon Verband) demokratisch gewählt. Aber…

…ob diese Wahl glücklich für den Triathlonsport beziehungsweise den Sport überhaupt ist und insbesondere als ein Zeichen des aktiven Kampfs gegen Doping gewertet werden kann, ist hoch zweifelhaft.

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Bild: Dr. Martin Engelhardt

Engelhardt, der nach früherem Bekunden keinerlei Ambitionen auf sportpolitische Ämter mehr hat behielt über acht Jahre ein angebliches Doping von Stephan Vuckovic für sich; verschwieg es solange, bis es ihn 2008 reute, just zu einem Zeitpunkt, als es galt, auf personelle Entscheidungen beim Baden-Württembergischen Triathlonverband einzuwirken. Engelhardt, der nach eigenem Bekunden gegen Doping zum Schutz der Athleten kämpft, aber nie mit Vuckovic persönlich über die „Sache“ sprach, weil das nicht seine Sache sei.

Nachdem er erfolgreich die Kandidatur von Stephan Vuckovic verhindert hatte, behinderte er die durch ihn ausgelösten Ermittlungen massiv, verweigerte mehrfach die Nennung angeblich vorhandener Zeugen und verzögerte das gesamte Verfahren.

Warum? War ihm vielleicht doch mehr daran gelegen, das gesamte Verfahren solange zu blockieren, bis Verjährung eingetreten wäre, um dann der DTU (Deutsche Triathlon Union) ein Versagen im Antidopingkampf vorzuwerfen?

Auf der Internetseite von stephan-vuckovic.com ist alles nachzulesen; denn dort ist die 10seitige Entscheidung der DTU veröffentlicht.

Waren es nicht 3athlon, die in diesem Zusammenhang berichteten, dass Engelhardt für den Triathlonsport untragbar geworden war? Zitat: „…Ehrenpräsident Engelhardt sollte sein Amt nach Entdeckung seines Gewissens mit siebenjähriger Verspätung niederlegen…„. Dennoch Kai Baumgartner entschied – völlig demokratisch – dass Engelhardt sein Nachfolger werde.

Der bereits beantragten Abwahl für den außerordentlichen Verbandstag war „kaihawaii“, so der Nickname von Kai Baumgartner, nach nur halbjähriger Amtszeit so noch einmal zuvor gekommen. Damit die höchst präsidiale Selbsternennung des Nachfolgers auch nicht scheiterte, wurde der kritische Schatzmeister und Mitglied des Vorstands des HTV (Hessischer Triathlon Verband), Marcel Krug vorsorglich nicht über das Vorhaben informiert. Der wird zur Strafe für seine eigene Meinung auch jetzt von Baumgartner verschwiegen, obwohl er nach wie vor im Vorstand des HTV Mitglied ist.

Glücklicherweise kam die Wahl des einzigen Kandidaten Engelhardt dann auch völlig demokratisch zu Stande, wurde sie doch dadurch bedroht, dass beinahe – so Kai Baumgartner – eine weitere Person kandidiert hätte. Zu diesem undemokratischen Vorgang einer echten Wahl kam es dann aber glücklicherweise nicht.

Habe ich da irgendetwas mit der Demokratie falsch verstanden?

Eure Clara T.

(Leserbrief an die Redaktion)

Clara ist unsere Kolumnistin, wenn es um alles geht was mit den Triathlon Verbänden zu tun hat. Sie wird in regelmäßigen Abständen über die Vorgänge berichten und ein wenig über die politischen Entscheidungen, die dahinter stehen mutmaßen und ihre Sicht auf die Dinge verbreiten.
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