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Hexal-Alpen-Triathlon 2009: Springer und Pilz neue Deutsche Meister

21. Juni 2009 von Christian Friedrich

hexal-alpen-triathlonRusse Vasiliev siegt und kratzt am Streckenrekord – Springer und Pilz werden neue Deutsche Meister.


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Unter der 2-Stunden-Marke
Ivan Vasiliev heißt der Triumphator des 22. Hexal-Alpen-Triathlons über die Kurzdistanz zwischen Schliersee und Spitzingsee. Der Russe siegte in einer Zeit von 1:59:40h und schaffte es damit als zweiter Athlet nach dem deutschen Streckenrekordhalter Michael Raelert die Zwei-Stunden-Marke zu unterbieten.

Deutscher Meister ebenfalls unter zwei Stunden
Vasiliev verwies den deutschen Thomas Springer auf Platz zwei, der damit aber trotzdem den größten Erfolg seiner Karriere verbuchte. Springer holte sich nämlich zugleich den Titel des Deutschen Meisters 2009. Zudem blieb der 24-Jährige mit einer Zeit von 1:59:59h ebenfalls unter der Zwei-Stunden-Schallmauer. Abgerundet wurde das Podium von Routinier Richie Cunningham (Neuseeland), der in 2:01:16h das Ziel erreichte.

Dabei konnte sich der Sieger von 2002 erst nach einigem Warten über seine Platzierung freuen, da der eigentliche Dritte, Jonathan Zipf (Deutschland), wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert werden musste. So durfte sich der Schliersee-Gewinner von 2008 und Rekordhalter Raelert als Gesamtfünfter zumindest noch über die Deutsche Vizemeisterschaft freuen.

Vierter wurden der Australier James Seear. „Ich freue mich wahnsinnig, dass der Rekord nicht geknackt wurde“, sagte Raelert, dessen Bruder Andreas als Gesamtsechster Dritter der Deutschen Meisterschaft (DM) wurde. Bei 1:59:28h steht demnach weiterhin die Bestmarke beim Alpen-Triathlon. Vasiliev, der auf der Strecke Herausragendes demonstrierte, sagte später relativ lakonisch zu seinem Sieg: „Ich mag das Rennen, ich mag Berge. Es lief insgesamt einfach gut.“

Pilz zum vierten Male siegreich
Bei den Frauen setzte sich in Christiane Pilz (Deutschland) eine der großen Favoritinnen durch. Die 33-jährige Olympiateilnehmerin von 2008 holte sich in 2:19:26h sowohl ihren ersten Erfolg beim Hexal-Alpen-Triathlon wie auch zum vierten Mal den Titel der Deutschen Meisterin. Hinter ihr reihte sich Kaisa Lehtonen aus Finnland (2:20:13h) ein. Auf Gesamtplatz drei lief die Deutsche Anne Haug (2:20:37h) ins Ziel und wurde somit nationale Vizemeisterin. Kathrin Müller kam hinter Haug auf Gesamtplatz vier und wurde damit Dritte der DM 2009.

Der Russe Vasiliev, von seinem Team kurzfristig am Vorabend noch gemeldet, zeigte indes eine absolut beeindruckende Vorstellung. Besonders im schweren Anstieg zum Spitzingsattel imponierte er mit einer erstaunlichen Energie und unbändiger Kraft. Obwohl ihm der Zweite Springer noch einmal 42 Sekunden auf der Laufstrecke abnehmen konnte, blieb Vasiliev klar auf Siegeskurs.

Der Athlet mit dem blond gelockten Haar und der sympathischen Zahnlücke hatte den Grundstein schon mit der schnellsten Schwimmzeit gelegt, dort verlor Springer letztlich die entscheidenden Sekunden. In allen Teilbereichen war Vasiliev absolut topp und daher ein verdienter Sieger. Aber auch Springer geht aus diesem Rennen als Sieger hervor, denn mit dem Meistertitel hat er im Schatten eines Olympiasiegers wie Jan Frodeno, eines Weltmeisters wie Daniel Unger oder eines Maik Petzold – alle waren diesmal nicht am Schliersee gestartet – richtig auf sich aufmerksam gemacht. „Es ist wirklich schwer in Deutschland, aber heute ich hab mir den Lohn geholt. Heute ist es gelungen“, sagte Springer. Auch Michael Raelert freute sich für den neuen Deutschen Titelträger. „Er stand nie so recht im Mittelpunkt und hat heute aber gezeigt, dass er auch eine richtige Maschine ist. Es waren schließlich internationale Stars am Start“, sagte er.

Christiane Pilz zeigte sich im Frauenrennen als Stärkste am Berg und machte bereits dort deutlich Boden gut auf die Konkurrenz, worüber sie später selbst überrascht war. „Ich bin einfach mein Tempo gefahren und hab mich gewundert, dass ich nicht überholt wurde“, sagte Pilz. So ging sie in Führung liegend auf die Laufstrecke und distanzierte am Ende die Finnin Lehtonen um 47 Sekunden. Dabei widersprach die Laufzeit ein bisschen ihrer eigenen Wahrnehmung. „Es ging nicht so locker, wie ich wollte“, sagte sie. Die beste Teilzeit aller Starterinnen und der Gesamtsieg sprangen trotzdem dabei heraus.

Der Hexal-Alpen-Triathlon 2009 hielt also, bei einem Rekordteilnehmerfeld von ca. 1.300 Startern, wieder einmal alles was er versprochen hatte, selbst das unbeständige Wetter stand dem nicht im Weg. Die Zuschauer bekamen tollen Sport zu sehen und die Athleten fanden die größte Herausforderung im Triathlonkalender der olympischen Kurzdistanz. „Wenn man im Ziel ist, merkt man, dass es ein geiles Rennen ist“, sagte der neue Deutsche Meister Thomas Springer. Richie Cunningham liebt das Rennen, weil „hier nur der komplette Athlet gewinnt und nicht einer, der nur schnell laufen kann.“ Streckenrekordhalter Michael Raelert sagte, dass er diesen Triathlon immer unterstützen werde. „Das hier ist ein hochkarätiges Rennen und hier kann man nur topfit reingehen, sonst reicht es nicht“, meinte er noch – und: „Der Schliersee ist eine Hausmarke.“ Dem ist eigentlich nur noch der Kommentar von Christiane Pilz beizufügen. „So etwas wie hier, gibt es nicht noch einmal auf der Welt.“

Info: Hexal-Alpen-Triathlon

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