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Heilig(e) Antworten – Schnell oder langsam, wie viele Kalorien?

28. April 2010 von Andrej Heilig

Andrej HeiligKalorien sind Kalorien sind Kalorien. Was aber wenn ich einen Kilometer schnell oder langsam laufe. Verbrauche ich immer die gleichen Kalorien oder bleibt mein Verbrauch gleich. Ein gar nicht so leichte Frage. 


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Dreisportler aus dem Forum fragt: Mein Pulsmessgerät errechnet ja auch immer die Kalorien die ich beispielsweise pro Kilometer so verbrenne. In meinem Fall etwa 74 Kalorien pro gelaufenen Kilometer. Jetzt meine Frage: Egal wie schnell oder langsam ich nun einen Kilometer laufe, die Kalorienanzahl pro Kilometer bleibt doch immer gleich, oder?

Aber nun zur Sache. Wie auf alle wirklich wichtigen Daseinsfragen findet sich die Antwort auch hier in den klassischen Naturwissenschaften, im vorliegenden Fall der grundlegenden Physik.

Wie wir dem Studium einer handelsüblichen Energieriegel-Nährwerttabelle entnehmen können, ist die Einheit der Energie das (k)J, ausgeschrieben (Kilo-)Joule. Das Joule als Maß der Energie, benannt nach dem Physiker James Prescott Joule, geht in die Berechnung der Leistung ein, deren Einheit die so genannten Watt sind. Ein Watt sind Joule pro Sekunde oder Arbeit pro Zeit.

Verrichtete Arbeit entspricht verbrauchter Energie und wird in Newton mal Meter, kurz Nm, also als Produkt aus Kraft mal Weg ausgedrückt. Aufgewendete Kraft wiederum errechnet sich aus Masse m mal Beschleunigung a und besitzt also die Einheit kg mal Meter pro Quadratsekunde, kurz kgm/s2. Da dieser Ausdruck etwas sperrig ist, kürzt man ihn mit erwähnten Newton, benannt nach dem Physiker Sir Isaac Newton, ab.

Jetzt sollten langsam die Lichter angehen, denn: die Masse die ihr beim Laufen bewegt, also euer Körpergewicht, ist, unabhängig von der Geschwindigkeit mit der ihr euch bewegt, konstant. Bewegt ihr euch aber schneller, so ist die Beschleunigung höher. Damit ist die aufgewendete Kraft größer und entsprechend die Arbeit, die für das Zurücklegen derselben Weglänge erforderlich ist. Für mehr Arbeit müssen mehr Joule bereitgestellt werden, womit ihr also mehr Energie verbraucht wenn ihr schneller rennt …

Jetzt bin ich erschöpft und bitte darum, in Zukunft keine derart komplizierten Fragen zu stellen. Darüber hinaus möchte ich meine Antwort auf diese Frage im Forum zur Diskussion freigeben, da entscheidende Feinheiten wie die differentielle Betrachtung des Bewegungsvorganges, ein erhöhter Luftwiderstand usw. hier nicht weiter behandelt wurden.

Ich gehe jetzt zum Buffet – langsam.

Hintergrund das letzten Absatzes: Neben Essen, Schlafen, Massage, apathischem Rumlungern und „aktiver Erholung“ ist auch noch ein gewisses Trainingspensum zu absolvieren – in meinem Fall 38:30 reine Trainingszeit in der vergangenen Woche, zuzüglich 4:20 Std. an regenerativen Maßnahmen. Da fällt es schwer noch einen geraden Satz zu formulieren, besonders wenn es sich um derart komplizierte Fragen handelt.

Seit 1999 ist Andrej Nichtraucher und gleichzeitig einer neuen Sucht verfallen: Triathlon. Seit den Anfängen hat sich viel getan im Leben des erfolgreichen AK30 Triathleten. Aber das erzählt er Euch lieber selber. Hier die Webseite von Andrej Heilig.
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