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Gewürz-Tuning für die Sportlerernährung

24. September 2016 von Ann-Christin Cordes

triathlon.deÜber die positiven Wirkungen von Gewürzen wird häufig gesprochen. Einige Sport- und Ernährungswissenschaftler propagieren gar hohe Dosen an Gewürzen in der Sportlernahrung, um die Leistungsfähigkeit signifikant steigern zu können. Was ist dran an dem Gewürz-Hype? triathlon.de fasst die wichtigsten Fakten zusammen und stellt die wirkungsvollsten Gewürze vor.


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Zunächst einmal lässt sich sagen: Eine Leistungssteigerung kann nur durch die richtige Kombination aus Ernährung und Training erfolgen. So verhält es sich auch mit dem Gewürztuning: Wer meint, mit einer gegessenen Chilischote am Tag, sei Fettverbrennung einfach, wird natürlich bitter enttäuscht werden. Dennoch lohnt es sich für Sportler, die Wirkungen der Geschmacksbringer genau unter die Lupe zu nehmen.

Chili macht den Fettzellen Feuer

Wer schon einmal richtig scharf gegessen hat, weiß um die stoffwechselanregende Wirkung von scharfen Gewürzen wie Chili. Die Schweißausbrüche und der hochrote Kopf ähneln dem körperlichen Zustand nach einem Intervalltraining. Scharfes verstärkt den sogenannten Thermogenese-Effekt: Für die Verarbeitung von Nahrung wird Energie verbraucht und damit Wärme abgegeben. Dies erklärt das Hitzegefühl und zeigt den durch die feurige Nahrung erhöhten Energieverbrauch auf.

Der Chili-Stoff Capsaicin greift dabei besonders die entstehenden Fettzellen an. Daher wird die scharfe Schote oft als Fettkiller bezeichnet. Da die Inhaltsstoffe der Chili auch die (Magen-) Schleimhäute stärker durchbluten lassen, können Nährstoffe schneller aufgenommen werden. Problematisch wird dies wiederum beim Training, daher sollte vor dem Training nichts Scharfes gegessen werden. Besser ist eine scharfe Mahlzeit direkt nach dem Training. Sie verstärkt den „Nachbrenneffekt“, also die erhöhte Stoffwechseltätigkeit nach dem Training, und sorgt so dafür, dass überschüssige Kalorien direkt wieder verbrannt werden. Besonders Abnehmwillige können also von der Wirkung des Chilis profitieren.

Wer scharfes Essen nicht verträgt, kann sich langsam daran gewöhnen – ähnlich wie beim Training erfolgt die „Leistungssteigerung“ durch die allmähliche Erhöhung der Belastung. Anfangs haben also schon einige zusätzliche Prisen Pfeffer eine Wirkung. Und es lohnt sich, Scharfes auszuprobieren: Viele asiatische Curry- und Fleischgerichte sind nur etwas für geübte Zungen – aber sehr lecker. Und einige frische Chiliringe im Salat sind ebenfalls sehr schmackhaft.

Kurkuma regelt alle Pegel

Kurkuma ist die Grundlage jeder Currygewürzmischung und sorgt für dessen gelbe Farbe. Kurkuma wirkt vor allem antioxidativ und hilft damit, vielen Krankheiten und Entzündungen entgegen zu wirken. Dazu hat Kurkuma gerinnungshemmende Eigenschaften und es reguliert die Magen- bzw. Gallensaftproduktion. Somit können Nahrungsbestandteile besser vertragen und verarbeitet werden. Betrachtet man alle Wirkungen zusammen, kommt man auf eine Vielzahl von Problemen, denen man mit Kurkuma zuvorkommen kann: Thrombose, Diabetes, Krebs und Arteriosklerose. Dazu kommt die insgesamt positive Wirkung auf die Leber und das Blut durch den regelnden Einfluss auf den Insulinspiegel, die Cholesterinwerte und den Blutdruck.

Durch das Training sorgen Triathleten schon gegen Krankheiten wie Diabetes und Arteriosklerose vor, der Einsatz von Kurkuma in der täglichen Ernährung ist aber wenig aufwendig und daher als Zusatz empfehlenswert. Beispielsweise kann Reis beim Kochen ein Teelöffel des milden Gewürzes hinzugefügt werden. Zusammen mit anderen Gewürzen wie Zimt und Pfeffer kann man Kurkuma auch für die Zubereitung eines Gewürzjoghurts verwenden. Und natürlich ist Kurkuma auch in jedem Currygericht enthalten.

Beruhigend und stärkend: Ingwer

Die leicht scharfe Knolle hat wie Chili ebenfalls einen stoffwechselfördernden Effekt und wirkt wie Kurkuma antioxidativ. Dazu kommt die schützende Wirkung auf die Muskulatur. Und: Ingwer beruhigt. Sowohl der Geruch als auch Stoffe im Ingwer führen zur Beruhigung von Magen und Stimmung. Somit helfen ein Ingwertee oder eine Prise des Gewürzes im Sportgetränk gegen die vorwettkämpfliche Aufregung. Ingwer passt ansonsten auch sehr gut zu Fisch, Gemüse und Suppen und ist ebenfalls Bestandteil vieler Currygerichte.

Die weite Welt der Gewürze

Wir haben hier nur drei sehr wirksame und bekannte Gewürze vorgestellt. Es gibt aber hunderte von Gewürzen, die ähnliche Eigenschaften haben wie die genannten und ebenfalls sehr gut schmecken. Antioxidativ wirken zum Beispiel auch schwefelhaltige und mediterrane Gewürze und Gewürzmischungen wie Meerrettich, Senf, Rosmarin und Knoblauch. Der letztgenannte wirkt wie z.B. Kresse und Fenchel auch antimikrobiell, ist also effektiv gegen Viren und Pilze. Zimt dagegen hat ebenfalls positiven Einfluss auf den Insulinspiegel und die Blutfette.

Fakt ist: Es ist sinnvoll, die Nahrung nicht nur mit Salz und Pfeffer zu würzen und ab und zu eine Prise mehr des benutzten Gewürzes zu verwenden. Kakao, Milchreis oder Joghurt sind einfach mit einer Mischung aus verschiedenen Gewürzen zu „tunen“. Und eine Gewöhnung an schärferes Essen lohnt sich nicht nur aufgrund der neuen Bandbreite an leckeren Gerichten. Mit Gewürzen allein lassen sich aber keine Wunderdinge bewirken – eine Portion Pommes wird mit Chilipulver nicht weniger fettig und ein Salat ist auch ohne Chiliringe gesund. Das positive an Gewürzen ist: Die fördernden Wirkungen sind durch geringen Aufwand zu erreichen und daher auch sehr geeignet für Sportler.

Foto: triathlon.de

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