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Saisonrückblick und Ausblick 2011

Felix Schumann:
Saisonrückblick und Ausblick 2011

29. Oktober 2010 von Meike Maurer

Der 28-jährige Tübinger Felix Schumann gehört zu den weltbesten Cross-Triathleten und hat dieses Jahr auch mit Spitzenplatzierungen im Kraichgau (5. Platz) und beim 70.3 in Wiesbaden (4. Platz) von sich Reden gemacht. triathlon.de sprach mit Felix über die vergangene Saison und seine Pläne für die Zukunft.


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Vergangenen Sonntag fanden die 15. Weltmeisterschaften im Xterra auf Maui statt. Was ist das besondere an Maui?

Die Insel ist einfach ein Traum und das Rennen ist natürlich eine Herausforderung, die es sonst nirgends so gibt. Das Finale der Xterra-Worldserie besticht durch ein superstarken Feld und das schillernden Drumherum. Dabei ist aber alles noch überschaubar, nicht so ein Trubel wie z.B. in Kona. Man sollte als Triathlet auf jeden Fall einmal dort gewesen sein.

Zum wievielten Mal warst du auf Maui dabei?

Ich bin das vierte Mal gestartet. 2006 war das erste Mal. Bis auf 2008 war ich immer dabei. Jetzt fühl mich schon wie zu Hause hier und freue mich jedes Mal die Jungs aus der ganzen Welt, die man nur beim Rennen trifft, wieder zu sehen.

Bist du mit deinem diesjährigen 8. Platz zufrieden?

Mhh, Top 10 ist natürlich immer eine starke Leistung in diesem Feld. Ich war sogar schneller als bei meinen 6. und 7. Plätzen in den vergangenen Jahren. Trotzdem habe ich mich nicht wirklich stark gefühlt am Sonntag. Außerdem wollte ich unbedingt meine Platzierungen der Vorjahre toppen. Vor allem in der ersten Hälfte des Radfahrens ging es mir ziemlich schlecht. Ich war eigentlich in einer sehr guter Form dieses Jahr und habe wohl einfach nicht den besten Tag erwischt.

Ist Conrad Stoltz ein würdiger Sieger für dich?

Auf jeden Fall! Er hat dieses Rennen über Jahre geprägt und ist einer der Wenigen, die sich nur auf Xterra-Rennen konzentrieren. Ich finde es faszinierend, wenn jemand seit den frühen 90er Jahren in der Weltspitze dieses Sports vertreten ist (länger als ich Triathlet bin!) und dann nochmal so eine Leistung auf dem Rad hinlegt. Keiner hätte diese Zeit für möglich gehalten. Hut ab!

Sebastian Kienle war einer der anderen deutschen Topfavoriten und ist dann leider ausgeschieden – wie kam das?

Sebi hatte mich bereits am Heartbreak Hill eingeholt. Er muss also super geschwommen sein. Ich war sehr mit mir beschäftigt, aber er muss dann wohl erst gestürzt sein und später ist ihm die Kette gerissen. Wie jedes Jahr, hat es auch wieder einige Top-Leute mit einem Defekt erwischt. Das gehört auf Maui dazu. Schade für Sebi, ich hätte ihm eine bessere Premiere gewünscht.

Wie geht es jetzt bei dir weiter – stehen noch Rennen an?

Zum Glück nicht. Ich mache gerne im Spätjahr Rennen, aber jetzt ist der Ofen aus. Es war eine harte Saison und der Prüfungsstress kam noch dazu (Anmerkung der Redaktion: Felix hat dieses Jahr neben dem ganzen Training sein Medizinstudium sehr erfolgreich beendet).

Wie verlief die Saison 2010? Was waren deine Höhepunkte?

Meine Platzierungen bei der Kraichgau Challenge und in Wiesbaden haben mir gezeigt, dass ich auch hier das Potenzial habe, vorne mitzumischen. Das hat mich wirklich motiviert. Beim Xterra stehen der 3. Platz bei der EM, 5. Platz bei den US Champs und mein 8. Platz in Maui zu Buche. Auch konnte ich endlich den Heidelbergman gewinnen, was mir persönlich viel bedeutet hat. Im September habe ich noch mit Marc Pschebizin, Benni Rossmann und Melanie Hohenester bei der Wulong Quest in China teilgenommen, was auch eine unvergleichliche Erfahrung war.

Kannst du einen Ausblick auf das kommende Jahr geben?

Das ist schwierig, weil ich noch nicht weiß, wie es beruflich weitergeht. Ich bin jetzt Arzt und möchte meinen Einstieg in den Beruf nicht ewig aufschieben. Andererseits bin ich mit Herz und Seele Ausdauersportler und kann mir ein Leben ohne Training und Wettkämpfe noch kaum vorstellen. Dazu kommt der Ehrgeiz, noch nicht alles im Triathlon erreicht zu haben. Das ist eine sehr schwere Entscheidung.

Wirst dich im kommenden Jahr an einen Ironman wagen?

Es wird wohl langsam Zeit. Ich habe mir das fest vorgenommen, aber noch kein Rennen ins Auge gefasst. Auch möchte ich das Projekt Ironman nicht einfach so probieren, sondern schon ein gutes Ergebnis machen – deswegen hab ich mich im Moment noch nicht endgültig entschieden.

Text und Bilder: Mignon Vatlach

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