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Expertenserie: Rechstanwalt Torsten Klose zum Thema Unfall im Training oder Wettkampf

17. Juni 2013 von Torsten Klose

Foto: Chrisitine Waitz,   freiWer in seiner Freizeit Sport treibt lebt gesünder. Sehr gut! Aber was sind die Konsequenzen eines Unfalles, welche Kosten sind gedeckt, wofür muss ich als Sportler haften? Leider gibt es hierzu keine kurze und klare Antwort. Gerade dort, wo es einfach sein sollte, wird es kompliziert. Ein kurzer Überblick von Rechstanwalt Torsten Klose versucht Licht in das Dunkel zu bringen.


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Eigenschäden

Erst einmal die guten Nachrichten für alle Freizeitsportler: Wer infolge eines Unfalles arbeitsunfähig ist, der hat Anspruch auf Lohnfortzahlung. Wie bei anderen Erkrankungen muss der Arbeitgeber für die Dauer von sechs Wochen den Lohn zu 100 Prozent fortzahlen. Danach gibt es Krankengeld und zwar grundsätzlich ohne zeitliche Beschränkung, wegen derselben Krankheit jedoch längstens für 78 Wochen innerhalb einer Blockfrist von 3 Jahren. Die Höhe des Krankengeldes beträgt 70 % des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit aber höchstens 90 % des Nettoarbeitsentgelts.

Hiervon besteht nur dann eine Ausnahme, wenn die Verletzung bei der Ausübung einer besonders gefährlichen Sportart entstanden ist. Was besonders gefährlich ist, haben dann meist die Gerichte zu entscheiden. Bisher wurde aber wohl nur „Kickboxen“ als besonders gefährlich eingestuft.

Die Krankenversicherung übernimmt die Heilbehandlungskosten

Soweit so gut, aber was ist mit Folgekosten? Was passiert, wenn die Unfallfolgen nach 78 Wochen noch nicht ausgeheilt sind?

Hier ist auf ausreichenden Versicherungsschutz zu achten. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt für Sportunfälle in der Freizeit keine Kosten; es wird eine private Unfallversicherung benötigt. Die positive Nachricht für Vereinssportler: Üblicherweise besteht eine Unfallversicherung, wobei die Versicherungsprämie mit dem Mitgliedsbeitrag gezahlt wird. Die Einzelheiten zu den versicherten Schäden lassen sich schwer zusammenfassen, es kommt immer auf den jeweiligen Versicherungsvertrag an und die Frage, ob z.B. ein Wettkampf im eigenen Bundesland stattfand oder eine Delegation zur Wettkampfteilnahme bestand.

Wer aber sportlich aktiv ist, ohne in einem Verein organisiert zu sein, muss sich um seinen Versicherungsschutz selbst kümmern. Bei einer dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, erbringt die private Unfallversicherung eine sogenannte Invaliditätsleistung. Die Höhe dieser Leistung errechnet sich aus der vereinbarten Versicherungssumme und dem Grad der unfallbedingten Invalidität. Besteht keine Versicherung, sind die Schäden selbst zu tragen.

Fremdschäden

„Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“ So will es das Gesetz und das kann schnell teuer werden. Deshalb sollten Freizeitsportler auch hier auf ausreichenden Versicherungsschutz achten, die private Haftpflichtversicherung ist meiner Meinung nach unverzichtbar.

Wird auf einer Trainingsfahrt mit dem Fahrrad z.B. die Vorfahrt missachtet und kommt es zum Unfall, sind die dabei entstandenen Schäden auszugleichen.

Bei Wettkämpfen kommt es zusätzlich noch auf die einzelnen dem Schutz der anderen Teilnehmer  dienende Verhaltensregel an. Kommt es also bei einem Wettkampf zu einer Verletzung eines anderen Sportlers und lag das Verhalten des Verletzenden innerhalb dieser Verhaltensregeln, wird eine Haftung nicht zu bejahen sein. Verletzungen im Rahmen der Spielregeln werden – so die Rechtsprechung – von jedem Wettkampfteilnehmer in Kauf genommen.

Zur Website von Torsten Klose.

Fotos: triathlon.de

 

Rechtsanwalt Klose ist seit 8 Jahren mit den Tätigkeitsschwerpunkten Arbeitsrechts, Verkehrs- und Vertragsrecht tätig.
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