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Expertenserie mit Annette Gasper: Tipps für das Schwimmen im Wettkampf

4. August 2013 von Annette Gasper

Foto: Christine Waitz,   frei

Endlich ist er da, der Tag X. Am Abend vor dem Rennen heißt es Tasche packen. Triathlonanzug, Neoprenanzug, Schwimmanzug füralle Fälle, die Badekappe des Veranstalters, eine Ersatzkappe, Schwimmbrille und den Zeitmess-Chip. Die Aufregung vor einem Rennen ist bei allen Athleten groß, daher ist es hilfreich, wenn man sich vor dem Start über einige Dinge bewusst wird. Wir sagen euch auf was ihr achten solltet.


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Im Rennen gilt es nicht nur die Aufregung in den Griff zu bekommen. Häufig kennt man die Örtlichkeiten nicht genau, das Renngelände ist unbekannt, das Wasser ungewohnt. Wenn neben einem hunderte Athleten mit ähnlichen Befürchtungen den Renntag beginnen, dann kann der Auftakt ganz schön turbulent werden. Diese Tipps helfen euch sicher und schnell auf euer Rad zu kommen.

Streckenkenntnisse aneignen

Foto: Christine Waitz, freiWo geht die Strecke lang? Optimal ist es, wenn man sich diese Informationen vorher schon einmal auf dem Plan angeschaut hat. Wenn man eine grobe Vorstellung vom Kurs hat, kann man sich im Wasser besser orientieren. Sehr gut ist es, wenn man sich vor dem Rennen an Land Fixpunkte aussucht (hohe Bäume, markante Gebäude oder ähnliches). Diese kann man im Wasser als Orientierung nutzen und man ist nicht nur auf die Bojen angewiesen.

Die Qual der Wahl

Profis wissen: Brille ist nicht gleich Brille. Im Rennen darf sie nicht zu hell und nicht zu dunkel sein, darf nicht beschlagen und muss fest sitzen um auch einmal einen Schlag aushalten zu können.
Eine kleine Auswahl an Brillen mit zum Rennen zu nehmen ist also sinnvoll. Je nachdem ob und wie die Sonne scheint kann man dann entscheiden, ob man eine dunkle Schwimmbrille anzieht, eine gelbe um den Kontrast zu erhöhen, oder eine klare, um auch bei trübem Wetter gut zu sehen. Etwas Anti-Fog Lösung in die Brille gesprüht, könnt ihr sicher sein, dass der Fokus stimmt.

Der Start

Foto: Christine Waitz, freiWie erfolgt der Start ? Bei einem Wasserstart kann man in der Regel entspannt zur Startlinie schwimmen, sich langsam an die Wassertemperatur gewöhnen und muss dann bis zum Startschuss noch warten. Es ist angenehm wenn man einen Neoprenanzug hat und auf dem Wasser entspannt treiben kann. Ohne die schwarze Haut ist es gut, wenn man vorher geübt hat sich auf der Stelle bewegen zu können. Wenn dann der Startschuss fällt, ist Vorsicht geboten. Denn alle verändern blitzartig ihre Position von vertikal zu horizontal. Ausreichend Abstand zu den anderen Athleten zu halten ist daher ratsam, sonst hat man schnell die Füße des Vordermannes im Gesicht.

Foto: Christine Waitz, freiBei einem Landstart ist die Sache etwas einfacher. Hier ist es spannend, wo man sich platziert. Wer wirklich schnell schwimmt kann in der ersten Reihe stehen, beim Schuss losrennen und schnell anschwimmen um von den Konkurrenten weg zu kommen. Wer nicht ganz so fix ist, sollte sich lieber etwas weiter außen positionieren. Dort kann man wenn es eng wird auch zur Seite hin ausweichen. Manchmal ist ein kleiner Mehrweg ebenso schnell wie das Getümmel in der Schwimmermenge. Weiter am Ende stehen meist die Brustschwimmer. Achtung: Brustschwimmer benötigen für den Beinschlag etwas mehr Platz.

Ruhig angehen lassen

Es geht endlich los und wir schwimmen die ersten Meter. Mein Tipp, ruhig angehen lassen. Die Strecke ist in der Regel lang genug und wenn sich das Feld etwas auseinandergezogen hat, man selbst gut mit der Atmung zurecht kommt und seinen Rhythmus gefunden hat, kann man immer noch Gas geben. Oft erlebt man, dass Athleten nach 150 Metern mitten im Feld stehen bleiben, japsen, von anderen Schwimmern überschwommen werden. Panik macht sich breit, der Neo ist auf einmal zu eng und die Kräfte schwinden. In der Ruhe liegt die Kraft!

Das Schwimmen bei einem Massenstart sowieso eine Sache für sich. Manchmal hilft es mit den Armen etwas breiter zu schwimmen, um den Kopf zu schützen und keine Schläge von anderen Athleten einstecken zu müssen. Nach 200 Metern beruhigt sich jedoch die Situation in der Regel und man kann ganz normal und in Ruhe seine Züge machen.

Die Orientierung

Ja, die Linie auf dem Boden gibt es nun leider nicht. Da ist es wichtig, dass man vor dem Atmen den Kopf kurz anhebt, sich nach vorne orientiert und dann wie gewohnt zur Seite atmet. Diese Bewegung gilt es im Training vorher auch einzuüben. Eine Freiwassereinheit mit Orientierungsschwimmen kann also nicht schaden!

Foto: Christine Waitz, frei

Auch die Atmung ist für die Orientierung häufig entscheidend. Eine einseitige Atemtechnik kann dazu führen, dass man den Zug ungleichmäßig führt und somit in eine Richtung tendiert. Zudem hat man die Schwimmer auf seiner Nicht-Atemseite kaum im Blick. Ein Dreierzug schafft hier Abhilfe. Mit ihm kann man auf beiden Seiten sehen, was sich tut.
Ob man auf eine Seite tendiert, kann man im Schwimmbad einmal versuchen, indem man ein Stück (unter Aufsicht) mit geschlossenen Augen schwimmt.

Auf keinen Fall sollte man mitten im Feld stehen bleiben. Die anderen Athleten konzentrieren sich auf ihre Orientierung oder schauen auf den Boden und würden in einen stehenden Schwimmer hineinschwimmen. Das ist für alle Seiten sehr unangenehm. Wenn man seinen Orientierungspunkt also verloren hat, gilt es einfach einmal der Masse zu folgen.

Und noch einige Tipps

Foto: Christine Waitz, freiKurz vor dem Ausstieg sollte man über rund 50 Meter etwas mehr Beinschlag machen. Dann kommt wieder Blut in die Beine und das Aufstehen und loslaufen fällt leichter. Apropos Aufstehen: es gilt möglichst weit bis zum Ende zuschwimmen, wenn möglich, den Boden mit der Hand zu berühren und dann erst aufzustehen. Bei einem Landgang gilt das auch. So habt ihr am schnellsten wieder Boden unter den Füßen.
Nach einem Landgang kann man einige Delfinsprünge machen um schnell wieder in das tiefere Wasser zu gelangen und zurück in den Schwimmrhythmus zu kommen.

Zur Website swimpower.de.

Fotos: triathlon.de

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