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Dünne Luft: Höhentraining für Triathleten

16. November 2012 von Nora Reim

Foto: Nora Reim frei„Schneller, höher, weiter“ ist das Motto vieler Triathleten. Wer hoch hinaus will, muss zunächst lernen, mit Sauerstoffmangel umzugehen. triathlon.de stellt euch das Training in der Höhe mit seinen positiven Wirkungen vor.


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Höhentraining – was ist das?

Höhentraining ist eine Trainingsmethode unter verringerter Sauerstoffkonzentration in der Atemluft. Wenn durch die Lungen weniger Sauerstoff als sonst in den Körper gelangt, spricht man von einer so genannten Hypoxie. Der Körper reagiert darauf, indem er die Produktion der roten Blutkörperchen ankurbelt und damit die Sauerstoff-Transportfähigkeit des Bluts erhöht.Wie sich ein solcher Sauerstoffmangel anfühlt, weiß jeder, der schon mal geflogen ist: Der Druck im Innenraum der Kabine entspricht einem Berg von etwa 2500 Metern. Wer im Winter Ski fährt, hat also – in den meisten Fällen – unbewusst ein Höhentraining im weiteren Sinne absolviert.

Für Triathleten geeignet?

Früher war Höhentraining Profi-Sportlern vorbehalten, da ein kostspieliger, mehrwöchiger Aufenthalt in den Schweizer Bergen wie Davos und Sankt Moritz unabdingbar war. Mittlerweile gibt es eine preisgünstigere künstliche Methode, die ein Höhentraining jenseits der Berge für Jedermann möglich macht. Besonders Ausdauersportler wie Marathon-Läufer, Radfahrer und Triathleten profitieren in der Wettkampfvorbereitung von künstlichem Höhentraining.

Künstliches Höhentraining mit Atemmaske

Foto: Sporteffekt„Viele denken, Höhentraining sei nur etwas für Hochleistungssportler“, weiß Jürgen Trapp, „von den Effekten der Höhenluft profitiert aber jeder, unabhängig vom Trainingsniveau“. Mit seinem Leistungsdiagnostikanbieter „Sporteffekt“ im fränkischen Weißenburg simuliert Trapp seit 2012 das Training in der Höhe. Dabei wird dem Sportler während des Ausdauer- oder Krafttrainings eine Atemmaske aufgesetzt. Der Athlet atmet ein Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch ein, das der gewünschten Höhe entspricht. So können Atmosphären zwischen 1.800 und 6.500 Metern Höhe simuliert werden, erklärt Trapp. Eine 90-minütige Einheit kostet bei Sporteffekt 25 Euro, die Zehner-Karte gibt es für 180 Euro. Couch Potatoes verleiht Trapp sogar „Höhenluft für zu Hause“. Doch Bequemlichkeit hat ihren Preis: Rund 300 Euro kostet eine Woche inklusive Höhenluftgenerator, Pulsoximeter, Zeltsystem, Anlieferung und Abholung.

Positive Wirkungen des Höhentrainings

Die Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit, Verbesserung der Fettverbrennung, Stärkung des Immunsystems und die kürzere Regeneration nach körperlicher Belastung sind nur vier von zahlreichen positiven Wirkungen des Höhentrainings. Das Schöne daran ist:  Die erzielten Trainingseffekte bleiben im “Flachland” mehrere Wochen lang erhalten. Denn in der Standardatmosphäre weist der Organismus unter Belastung ein verbessertes Leistungsniveau auf und kann bisher unerreichte Energiereserven freisetzen. Grund dafür ist die vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen durch die sauerstoffreduzierte Luft, die wiederum eine erhöhte Sauerstoffaufnahmekapazität, einen verbesserten Sauerstofftransport und die effektivere Sauerstoffverwertung zur Folge hat. Deshalb gilt: Wer hoch hinaus will, muss zunächst lernen, mit Hypoxie umzugehen.

Höhentraining bei sporteffekt.de

Fotos: triathlon.de, Sporteffekt

Wer von auch hat Erfahrung mit Höhentraining? Teilt euch mit im Forum.

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