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DTU: Platz drei für Gregor Buchholz in Stockholm – bestes deutsches WM-Resultat 2014

23. August 2014 von Christine Waitz

ITU Media,   einmaligStockholm, 23. August 2014 – Mit Rang drei beim vorletzten Rennen der Triathlon-Weltmeisterschafts-Serie in Stockholm sorgte Gregor Buchholz für das beste deutsche WM-Resultat in dieser Saison. Nach 58:27 Minuten musste sich der Saarbrücker nur den britischen Brüdern Jonathan und Alistair Brownlee geschlagen geben, die das Rennen von Beginn an alleine dominierten. Über die Triathlon-Sprint-Distanz von 750 Schwimmmetern, gefolgt von 20 Rad- und fünf Laufkilometern, beendete der zweite DTU-Starter, Franz Löschke (Potsdam) das Rennen nach 1:00:27 Stunden auf Rang 38.


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„Ich bin natürlich hocherfreut“, sagte der glückliche Drittplatzierte im Ziel über seine erste Podiumsplatzierung bei einem Weltmeisterschaftsrennen überhaupt. „Ich fühlte mich das ganze Rennen über sehr stark und habe auch ein bisschen Glück mit dem Wetter gehabt, denn der Regen macht mir nichts aus.“ Somit kann Buchholz nun auch zuversichtlich auf das große WM-Finale in einer Woche in Edmonton (CAN) schauen, in das er als Gesamt-Neunter mit 1965 Punkten gehen wird. Weiterhin in Führung in der WM-Wertung ist mit 3833 Punkten Weltmeister Javier Gomez (ESP), vor dem Stockholmsieger Jonathan Brownlee mit 3551 Zählern.

Überraschungen beim Schwimmen und eine Duo-Flucht der Brownlees

Gleich das Schwimmen hatte bei den Herren bereits einige Überraschungen parat. Dass Richard Varga (SVK) und die Brownlee-Brüder vorne aus dem Wasser kommen, war zu erwarten. Dass aber Weltmeister Gomez Rückstand hatte, dass sein Landsmann Mario Mola vor ihm zur Wechselzone kam und auch dass Gregor Buchholz seinen Rückstand auf 32 Sekunden begrenzen konnte, hatten nicht alle Experten auf dem Zettel.

Auf dem Rad entwickelten die Briten dann eine Konstellation, die ihnen enorm in die Karten spielte. Auf dem nassen Asphalt, den engen Kurven des Kurses, der auch Kopfsteinpflasterpassagen beinhaltete, machten die Brownlees nach schnellem Wechsel sofort Druck: zunächst mit Varga, nach der ersten Radrunde ohne den gestürzten Slowaken. Hinter dem Führungsduo formierten sich letztlich drei größere Verfolgergruppen, die erste mit Buchholz und allen Mitfavoriten wie Gomez, Mola und Richard Murray (RSA), die dritte mit Franz Löschke. Auch weil die zwei Briten die schwierigen Passagen vor dem Hintergrund der glatten Straßen „einfacher“ fahren konnten als die großen Gruppen, hatten Alistair und Jonathan Brownlee beim zweiten Wechsel einen Vorsprung von knapp einer Minute vor der Gruppe um Buchholz.

Teamorder im Hause Brownlee

Diesen ließen sich die Topstars natürlich nicht mehr nehmen und der ältere Alistair überließ seinem „kleinen Bruder“ Jonathan, der in der WM-Gesamtwertung deutlich vor ihm liegt, auch den Sieg und die volle Punktzahl. Entsprechend war der Kampf um Rang drei das spannende Element für die Zuschauer. Hier duellierten sich zunächst Gregor Buchholz, der Südafrikaner Murray und Anthony Pujades aus Frankreich. Nach der ersten Laufrunde hatte sich dieses Trio etwas vom Rest des Feldes abgesetzt. Franz Löschke hatte sich zu diesem Rennzeitpunkt um Platz 40 eingefunden und lief sein eigenes Rennen, das er auf Platz 38 ins Ziel brachte.

ITU Media, einmalig

Spannender Kampf um Bronze

Der Kampf um Bronze wurde am Rennende dann noch einmal interessanter, als Joao Pereira (POR) und Mario Mola auf die drei Brownlee-Verfolger aufliefen. Allerdings ließ sich Buchholz sein erstes Podium in einem WM-Rennen durch einen tollen Sprint nicht mehr nehmen. „Ich war zuversichtlich, den Sprint gewinnen zu können“, so der aktuell beste deutsche Kurz-Distanz-Triathlet. „Daher habe ich auch gesehen, mich immer hinter einem der anderen Athleten, meist hinter Murray aufzuhalten, um dann am Ende vor den anderen ins Ziel zu kommen.“

Knapp holt als Sechste das beste Ergebnis

Nach 1:03:56 Stunden hatte Knapp die Ziellinie überquert und ihr bisher bestes WM-Resultat erzielt. Leider war sie aber die einzige deutsche Triathletin im Ziel. Ihre Teamkollegin Rebecca Robisch hatte Pech. In der dritten Radrunde stürzte sie auf den Asphalt und musste das Rennen aufgeben. Den Sieg sicherte sich die Amerikanerin Sarah Groff in 1:03:00 Stunden, Zweite wurde Andrea Hewitt (NZL) vor ihrer Landsfrau Nicky Samuels.

„Das ist natürlich ein sehr erfreuliches Resultat, was Anja hier erreicht hat“, freute sich DTU-Bundestrainer Dan Lorang mit seiner Athletin. „Sie hat ihre Fähigkeiten nahezu optimal ausspielen können heute: schnelles Schwimmen, Druck auf dem Rad gemacht und so mit für den vorentscheidenden Vorsprung vor dem Laufen gesorgt.“ Die erhoffte „Wiedergutmachung“ ist der Dettingerin somit gelungen, nachdem sie sich im Vorjahr mit einem Faserriss in der Bauchmuskulatur ins Ziel hatte quälen müssen.

Sarah Groff von Beginn an in der Initiative – knapp immer in der Spitze vertreten

Jo Kleindl, einmaligZunächst hatten in der Auftaktdisziplin die spätere Siegerin Sarah Groff (USA) und Carolina Routier (ESP) die Initiative ergriffen. Als erste aus dem Wasser und als erste auf der Radstrecke führten sie das Feld an. Gewohnt schnell im Schwimmen konnte auch Anja Knapp Anschluss an die Spitze halten, wogegen Rebecca Robisch knapp eine halbe Minute Rückstand hatte. Für den Rennverlauf bedeutete dies, dass elf Damen die Führung bildeten und dahinter 19 Verfolgerinnen den Rückstand zu verkürzen suchten.

Überraschend nicht vertreten in den zwei ersten Gruppen war Jodie Stimpson (GBR), die als nahezu einzige Frau noch theoretische Chancen hat, den Titelgewinn der Amerikanerin Gwen Jorgensen zu verhindern. Jorgensen selbst, die mit 3885 Punkten die WM-Gesamtwertung souverän anführt, hatte auf ihren Start in Stockholm eine Woche vor dem großen WM-Finale in Edmonton (CAN) verzichtet.

Rebecca Robisch mit Pech und Radsturz

An der Konstellation der zwei Gruppen änderte sich während des Radsplits grundsätzlich nichts. Die führenden Damen mit Anja Knapp bauten indes ihren Vorsprung in kleinen Schritten aus, Gruppe zwei wurde von Stimpson aufgefahren. Allerdings ereilte Rebecca Robisch in Runde drei das Pech eines Radsturzes, so dass die 26-Jährige ihre aufsteigende Form nicht in WM-Punkte ummünzen konnte. Nach ersten Eindrücken hat sie aber glücklicherweise keine größeren Verletzungen davongetragen.

So wechselten die ersten Elf letztlich mit recht komfortablem Vorsprung von 1:10 Minuten in die Laufschuhe. Diese Ausgangsposition bedeutete für die vorderen Ränge bereits eine Vorentscheidung, konnten doch selbst die schnellen Läuferinnen aus Gruppe zwei nicht mehr in den Kampf um die Top-Ergebnisse eingreifen. Ganz vorne bestimmte aber Sarah Groff das Geschehen und lief ihrem ersten Sieg bei einem WTS-Rennen entgegen. Dahinter machten Hewitt, Samuels und Kirsten Sweetland aus Kanada die weiteren Podiumsplätze unter sich aus. Anja Knapp hatte sich ihr Rennen gut eingeteilt und lief auf einem tollen sechsten Rang über die Ziellinie.

Zu den Ergebnissen des Rennens.

Fotos: ITU Media, Jo Kleindl

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