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Vorschau: ITU Sprint-Weltmeisterschaft in Lausanne

18. August 2011 von Christoph Steurenthaler

Am kommenden Wochenende trifft sich die komplette Triathlon-Weltelite zur Sprint-Weltmeisterschaft im schweizerischen Lausanne. Das Rennen gehört zur Dextro Enery Triathlon Serie. Am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees werden die Weltmeister auf der Sprintdistanz ermittelt. Aber nicht nur die Einzelwertung ist von Bedeutung. Auch die beste Triathlon-Nation der Welt wird im Team-Wettkampf gesucht. Dabei möchte die Schweiz das Triple schaffen und sich nach 2009 und 2010 erneut die Krone aufsetzen. 


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Gleich zwei wichtige Rennen werden die Athleten am Wochenende bestreiten. Am Samstag kämpfen Jan Frodeno und Kollegen alleine um Gold, Silber und Bronze und die Krone des Königs auf der Sprinttdistanz. Doch wesentlich mehr Prestige verspricht der Team-Wettkampf am Sonntag, wenn die beste Triathlon-Nation der Welt gesucht wird. 2009 wurde dieses Wettkampfformat zum ersten Mal ausgetragen. Die Schweiz siegte bei der Premiere und konnte den Titel 2010 verteidigen. Damals wie heute ist Sven Riederer ein wichtiges Mitglied der Mannschaft. Ganz heiß sind sie auf das Triple, den erneuten Titelgewinn.

Das Sprintrennen

In Lausanne wird der einzige Sprinttriathlon innerhalb der Dextro Energy Weltmeisterschaftsserie über die Distanzen 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen ausgetragen. Nach dem üblichen Start von einem Ponton schwimmen die Athleten eine Runde im Genfer See. Es folgen vier Radrunden auf einem winkligen Kurs durch die Stadt mit einem 500 Meter langen, knackigen Anstieg mit 10,5 %.  Die Entscheidung fällt wohl auf den abschließenden zwei Laufrunden entlang der Uferpromenade. Viele tausend Zuschauer werden hier für eine enthusiastische Stimmung sorgen und den Sieger gebührend feiern.

Deutsche Teilnehmer

Maik Petzold im Trainingslager in Aix les Bains: "Das TL zusammen mit meinem guten Freund Brad Kahlefeldt hat mir sehr gut getan und lassen mich optimistisch auf die anstehende Herausforderung in Lausanne blicken."

DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel nominiert seine stärkste Mannschaft. Olympiasieger Jan Frodeno führt die deutschen Starter an. Er dürfte genauso wie Steffen Justus nach der erfolgreichen Qualifikation für die Olympischen Spiele in London 2012 mit viel Selbstvertrauen nach Lausanne reisen. Aber auch Maik Petzold, Gregor Buchholz, Jonathan Zipf und Christian Prochnow wollen bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden. Sebastian Rank musste wegen Krankheit absagen.

Bei den Frauen ist Anja Dittmer nach geschaffter Qualifikation für ihre vierten Olympischen Spiele ein ganz heißes Eisen und Mitfavoritin. Auch Svenja Bazlen möchte um den Titel kämpfen und ihren Frust über den undankbaren 13. Platz in London vergessen machen.  Thiel nominierte außerdem noch Kathrin Müller, Anne Haug, Rebecca Robisch und Sarah Fladung. Ricarda Lisk wurde nicht berücksichtigt. „Sie ist außer Form“, so Thiel auf Nachfrage. Auf der Homepage von Lisk ist zu lesen, dass sie die Saison wegen Rückenprobelmen und fehlender Energie vorzeitig beendet hat und vermutlich erst imSeptember wieder in das Training einsteigen wird.

Und welche Erwartungen hat der Sportdirektor an seine Schützlinge? „Es ist der erste Sprint auf diesem hohen Niveau. Deshalb fällt mir eine Einschätzung schwer. Der Fokus lag auf der Olympiaqualifikation in London. Lausanne ist eine Durchgangsstation für das WM-Finale in Peking“, erklärt Thiel.

Die Favoriten

Alistair Brownlee ist mit Sicherheit einer der großen Favoriten auf den Titel. Sein Bruder Jonathan, der Titelverteidiger, wird ihm sicherlich einen heißen Fight liefern. Aber auch der Russe Alexander Brukhankov, Weltmeister Javier Gomez, die Australier um Brad Kalefeldt und natürlich Steffen Justus und Jan Frodeno gehören zum Kreis der Sieganwärter.

Bei den Frauen ist die London-Siegerin Helen Jenkins aus Großbritannien die Frau der Stunde. Lisa Norden aus Schweden wird ihren Titel nicht kampflos abgeben. Die beiden Emmas aus Australien, Moffatt und Snowsill, gehören sicherlich ebenfalls zu den Titelkandiaten. Spannende Wettkämpfe sind sicher.

Team-Wettbewerb

2009 feierte dieses Wettkampfformat bei den Weltmeisterschaften in Des Moines in den USA seine Premiere. Wie viel Prestige es mit sich bringt, sich beste Triathlonnation der Welt nennen zu dürfen, zeigt das große Interesse am Team-Wettkampf. In diesem Jahr nehmen so viele Nationen wie noch nie teil. 30 Nationen sind bis jetzt registriert. Die Schweiz möchte das Triple feiern und sich nach 2009 und 2010 zum dritten Mal die Krone aufsetzen.

Jedes Land darf zwei Teams nominieren. Jedes Team besteht aus zwei Männern und zwei Frauen, die abwechselnd starten, also Frau-Mann-Frau-Mann. Jedes Team-Mitglied absolviert einen Supersprint über 265 Meter Schwimmen, fünf Kilometer Radfahren und 1,2 Kilometer Laufen und klatscht dann den nächsten Starter ab. „Der Team-Wettkampf ist für uns von großer Bedeutung im Hinblick auf Peking“, erklärt Thiel, „deshalb gehen wir mit zwei Mannschaften an den Start“. Wer für Deutschland um Ruhm und Ehre kämpfen darf hängt von den Ergebnissen des Einzelrennens ab. Die Schweiz gehört als Titelverteidiger sicherlich auch in diesem Jahr zu den Favoriten. Australien mit Emma Snowsill, Emma Moffatt, Courtney Atkinson und Brad Kalefeldt möchte den Titel ebenfalls unbedingt gewinnen. Die Neuseeländer könnten mit Kris Gemmel, Bevan Docherty, Andrea Hewitt und Debbie Tanner an den Start gehen. Und wer soll das Britische Team mit den Brownlee-Brüdern, Hellen Jenkins und und Vicky Holland oder Hollie Avil schlagen? Tim Don und Stuart Hayes sind noch gar nicht genannt. Sekunden werden entscheiden, Spannung ist garantiert.

Alle Informationen zur Veranstaltung

 

 

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