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Die Amateur-Typenberatung

Der Ironman-Triathlet:
Die Amateur-Typenberatung

9. August 2010 von Andrej Heilig

Was für ein Triathet bin ich?Bin ich nun ein A-, ein B- oder gar ein C-Amateur im Ironman-Triathlon-Vergleich? Und was zeichnet einen A-Amateur aus. Nun, es ist meistens anders als man denkt. Findet doch selber heraus, welches Potential in Euch steckt und wo sich noch was optimieren lässt – im großen Ironman-Amateur-Test.


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Die Dinge entwickeln sich. Vor 30 Jahren hätte man hierzulande niemandem, der auch nur einen einzigen Cent mit „ehrlicher Arbeit“ verdient, zugetraut an einem Stück 3,8 km zu schwimmen, 180 km Rad zu fahren und 42 km zu laufen. Nachdem die 42 km Laufen allein nunmehr auch für ansonsten chronisch Kranke ihren Schrecken verloren haben, gilt Triathlon – und hier der Ironman – als DIE neue Herausforderung für Normalsterbliche.

Oft reicht schon eine verlorene Bierwette, und der voll berufstätige, mehrfache Familienvater findet sich schon bald an der Startlinie eines der mittlerweile zahlreichen Langdistanzrennen wieder. Während mancher das Thema Triathlon nur für seinen Lebenslauf abhakt, bleiben die meisten doch dabei und entwickeln persönlichen Ehrgeiz.

Längere Distanzen, schnellere Zeiten
Eine Altersklassen-Podestplatzierung – Der Traum von der Hawaii-Quali. Start- und Ergebnislisten werden akribisch ausgewertet. Und obwohl man mit jedem Jahr fitter und schneller wird, klettert man in den Ranglisten nicht nach oben. Die Hawaii-Quali rückt in immer weitere Ferne, obwohl der eigene Aufwand kontinuierlich steigt. Was im Amateurbereich an Leistung geboten wird, das kann schon mal eine persönliche Kränkung sein. Man bekommt – wo gibt es das sonst noch? – die eigenen Grenzen schonungslos, unverschlüsselt und schwarz auf weiß aufgezeigt. Wo der ein oder andere gerne Doping unterstellt, da sind die Ursachen zumeist jedoch viel banaler.

Nach mittlerweile zehn Jahren Triathlon, davon fünf mitten im Wettkampfgeschehen, einigem Erfolg und dem entsprechenden Einblick in die „Szene“ der Spitzen-Amateure, möchte ich meine Erkenntnisse diesbezüglich gerne teilen. Für das Verständnis längst überfällig ist meiner Meinung nach eine Einteilung in A-, B- und C-Amateure, ähnlich dem Radsport.

Woher soll da der Erkenntnisgewinn kommen? Es geht in diesem Fall nicht darum das Feld physisch, sonder gedanklich zu sortieren. Dafür habe ich mir mal die Mühe gemacht, einen „Ironman-Amateur-Fragebogen“, kurz IAF, zu entwerfen. Dieser, durchaus auch ironisch gemeinte Versuch einer Einordnung, führt an Hand einer Endpunktzahl zur Bewertung A-, B- oder C-Amateur.

Link zum IAF-Heilig-Fragenbogen

Alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet? – OK, dann den Punkteschlüssel anlegen und zusammenzählen!

Link zum IAF-Heilig-Punkteschlüssel

C-Amateure, obwohl in der Mehrzahl sicher die schnellsten, stellen in diesem System absichtlich die unterste Ebene dar. Denn aus den Antworten die eine dortige Einordnung zur Folge haben ist ersichtlich, dass der C-Amateur sich nur noch marginal vom Profi unterscheidet, was die Leistung natürlich ein wenig relativiert. Vordergründig nicht erklärbare Amateur-Leistungen sind eben meistens durch die Lebensumstände begründet. So mancher Top-Amateur, insbesondere in den „jüngeren“ Altersklassen, ist de facto ein Profiathlet.

Wer sich in der Kategorie A wiederfindet und trotzdem die Hawaii-Quali schafft, der darf sich noch ein wenig mehr auf die Schulter klopfen als andere. Ich beispielsweise befinde mich mit 400 Punkten „nur“ im B-Amateur-Bereich, allerdings in Schlagdistanz zum A-Bereich :-) ! Noch vier Jahre Ehe oder noch ein Kind, und ich steige in die Premium-Klasse auf!

Der C-Bereich macht, entsprechenden Trainingsfleiß vorausgesetzt, einen Hawaii-Start oder eine Ironman-Zeit unter 9 Stunden halt wesentlich wahrscheinlicher. An Hand des Fragebogens könnt ihr auch ganz leicht feststellen, in welche Richtung sich euer Leben ändern muss um vielleicht doch einmal auf dem Alii-Drive einzulaufen:
Ihr könntet zum Beispiel ein Kind abgeben (minus 100 Pkte.), euch scheiden lassen (minus 100 Pkte.), den Job kündigen (minus 25 bis 50 Pkte.) oder umschulen (minus 50 bis 100 Pkte.) ;-)

Aber ob es das wert ist?

Es gibt natürlich auch andere Wege
Weiter an sich arbeiten, nicht aufgeben, ausdauernd sein bis die Reihe an einem selbst ist (minus 25 bis 50 Pkte.). Denn es gibt auch A-Amateure mit Hawaii-Quali, die wahren Könige des Triathlonsports…

Euer Andrej Heilig

Seit 1999 ist Andrej Nichtraucher und gleichzeitig einer neuen Sucht verfallen: Triathlon. Seit den Anfängen hat sich viel getan im Leben des erfolgreichen AK30 Triathleten. Aber das erzählt er Euch lieber selber. Hier die Webseite von Andrej Heilig.
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