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Dem Läufer ein Dorn im Auge: Der Fersensporn

17. September 2014 von Ann-Christin Cordes

Rund ein Fünftel aller Erwachsenen hat ihn: Den Fersensporn, eine dornartige Verknöcherung am unteren Fersenbein. Dieser kann bei häufiger Belastung – beispielsweise durch das Laufen – und durch schlechtes Schuhwerk zu starken Schmerzen führen. Was versteht man unter dem „Fersensporn“ genau, wie entsteht er und wie kann er behandelt werden – alle Aspekte findet ihr im folgendn Artikel.


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Der Fersensporn bildet sich am Ansatz der Sehne am Fersenbein. Verbreitet ist vor allem der untere Fersensporn. Die zweite Art, der obere Fersensporn, ist meist angeboren und ist am Achillessehnenansatz zu finden. Durch kleinste Verletzungen des Gewebes, etwa durch häufiges Lauftraining oder Treppensteigen, wird der Körper dazu gereizt, die betroffenen Stellen durch härteres Material zu schützen. Daher lagert erKnochenmaterial an den betroffenen Stellen an. Lange fällt diese allmähliche Verknöcherung nicht auf. Erst wenn die betroffene Region gereizt wird und sich entzündet, entstehen starke Schmerzen. Der Teufelskreislauf beginnt: Um die entzündeten Stellen zu reparieren, lagert sich immer mehr Knochensubstanz an, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung vergrößert! Wird nicht schnell genug gehandelt, kann es zu chronischen Schmerzen und zu einer dauerhaften Beeinflussung des Bewegungsbildes kommen. Dies ist dadurch zu erklären, dass durch den Schmerz ist ein normales Abrollverhalten nicht mehr möglich.

Diagnose

Dabei ist es nicht schwer, einen Fersensporn zu diagnostizieren. Er ist meist problemlos auf einem Röntgenbild zu erkennen. Das liegt auch daran, dass die Schmerzen erst so spät auftauchen, sodass der Sporn schon sehr weit entwickelt ist. Der Schmerz wird meist als „stechend“ beschrieben. Er tritt unregelmäßig auf, meist aber nach dem Aufstehen bzw. direkt nach dem Loslaufen. Es können außerdem Schwellungen und eine Druckempfindlichkeit am Sehnenansatz auftreten, vor allem, wenn die betroffene Region entzündet ist. Sehr selten ist ein Fersensporn allerdings zu ertasten.

Behandlung:

Da der Sportler meist erst bei stärkeren Schmerzen den Arzt aufsucht und der Sporn dementsprechend bereits gewachsen und entzündet ist, ist zunächst eine Laufpause obligatorisch. Die Schmerzen werden durch entzündungshemmende Medikamente, Tapeverbände und speziell angefertigte Einlegesohlen behandelt. Dies kann schon reichen, um die Beschwerden ganz zu beseitigen. Ganz wichtig ist aber auch die Ursachenforschung: Ist das schlechte Schuhwerk Schuld? Ist die Wadenmuskulatur verkürzt? Oder kann ein Übertraining schuld sein? Eine Physiotherapie, eine Gangschulung, eine bessere Trainingsplanung oder ein neues Paar Schuhe wirken langfristig gegen erneute Schmerzen und eine weitere Ausbildung des Fersensporns.
Ist die Verknöcherung zu weit fortgeschritten, kann diese auch mit Strahlen und Stoßwellen therapiert werden. Außerdem ist es möglich, den Sporn operativ zu entfernen, indem man ihn schlicht abträgt und ebenso entzündetes Gewebe entfernt.

Prophylaxe:

Christine Waitz, freiWer die Ursachen kennt, kann einem Fersensporn bzw. den Schmerzen entgegenwirken. Ein Besuch beim Orthopäden lohnt also: Er kann feststellen, ob spezielle Einlagen nötig sind und geeignetes Schuhwerk empfehlen. Für die Damen heißt es außerdem: Hohe Schuhe aus dem Schrank schmeißen bzw. nur zu ganz besonderen Anlässen tragen. Des Weiteren ist eine gute gedehnte Wadenmuskulatur und eine kräftige Fußmuskulatur von Vorteil – nicht nur, um einen Fersensporn zu vermeiden. Regelmäßiges Stretching und Lauf-ABC gehören also zum Trainingsprogramm!

Foto: Fotolia.de, triathlon.de

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