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Welcher Sportler kennt das nicht – Das Kreuz mit dem Kreuz

28. Februar 2014 von Uli Nieper

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Wie erkennt man, wo die Wurzel des Übels ist?

Anatomie: es gibt 7 Halswirbel (HWS), 12 Brustwirbel (BWS), 5-6 Lendenwirbel (LWS) und das Kreuzbein (Os sacrum) mit dem anhängendem Steißbein (Os coccygis)

Neben der Anamnese, u.a. des genauen Bewegungsablaufes der Sportarten, ist die körperliche Untersuchung des Sportlers entscheidend. Es muss unterschieden werden, ob Blockaden in den kleinen Gelenken der Wirbelsäule oder vielleicht schon Bandscheibenschäden zu Schmerz- und Nervenausstrahlungen führen. Auch sollte die Funktion der Bauch- und Rückenmuskulatur untersucht werden. Statische und knöcherne Probleme werden mit Röntgenbildern dokumentiert. Bei längeren Beschwerden ist eine kernspintomographische Untersuchung ( MRT, Kernspin) unverzichtbar.

Therapiemöglichkeiten

Man beginnt zunächst mit einer konservativen Therapie. Da heißt, nach genauer Analyse der Beschwerden, werden die muskulären Defizite, die fehlende Beweglichkeit ausgeglichen und  auftrainiert bei begleitender krankengymnastischer Behandlung. Auch eine Ruhephase ist sehr wichtig, damit nicht die noch bestehende Fehlbelastung der Therapie entgegenarbeitet.

Physikalische Maßnahmen wie Wärme- und Elektrotherapie verstärken den Gesundungsprozess.

Medikamentös sind muskelentpannende und schmerzlindernde Präparate zu empfehlen. Auch Vit. B-Komplexe sind für die nervalen Strukturen förderlich.

Zusätzlich sind selektive Infiltrationen (Spritzen von Betäubungsmittel oder Kortison) an den Wirbelsäulengelenken erfolgreich. Die sollten allerdings nur vom Fachmann unter radiologischer Kontrolle durchgeführt werden.

Führen all diese Therapien nicht zum Erfolg, ist eine Operation zu diskutieren. In  den letzten Jahren ist die minimalinvasive, also die Schlüssellochchirurgie, wie bei den großen und kleinen Gelenken, immer bedeutender geworden. Der Patient ist nach der Operation meist viel schneller mobil und sportfähig, als voch vor 10 bis 15 Jahren.

Prophylaxe: Früh mit der Untersuchung der Wirbelsäule beginnen

Im Kindesalter und Vorschulalter sollte vor Beginn ausgeprägter sportlicher Belastung eine genaue orthopädische Untersuchung der Wirbelsäule erfolgen. Massive Fehlbildungen schließen Leistungssport aus. Die wichtigste Prophylaxe für den Sportler besteht in einer möglichst guten Ausbildung der Bauch – und Rückenmuskulatur. Bei einseitigen Sportarten, wie Radfahren, ist durch Ausgleichsport, z.B. Schwimmen, der wirbelsäulenschädigende Einfluss zu kompensieren.

Daher ist Triathlon eine ideale Sportart.

Die aktive Prophylaxe im Training besteht auch darin, ungünstige Bewegungsabläufe und Haltungen zu erkennen und zu modifizieren.


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Autor: Uli Nieper war von 1996 bis 2001, neben seiner Ausbildung zum Orthopäden, als Mannschaftsarzt der SpVgg Unterhaching in der Fußballbundesliga unterwegs. Von 2002 bis 2010 war er in der Schön Klinik München - Harlaching im Zentrum für Sportorthopädie als Oberarzt tätig. Seit 2011 ist Nieper niedergelassener Orthopäde in einer Gemeinschaftspraxis in Erding und München . Sportlich ist Nieper seit 1988 dem Triathlon ergeben. Neben regelmäßiger Teilnahme in der Triathlon Bundesliga, 35 weltweiten Ironman-Teilnahmen, startete er u.a. im Jahr 2008 zum zehnten Mal beim Ironman auf Hawaii.
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