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Triathlontraining allgemein Was macht das Training im Triathlon aus? Wo drückt der Schuh? Bringen Krafttraining, MTB, Skilanglauf, Yoga, Pilates, Mentales Training etwas?

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Alt 20.12.2011, 06:53   #1
ingo_lacheiner
Nichtschwimmer
 
Registriert seit: 18.12.2011
Ort: AUT
Beiträge: 2
Schlechte Leistungsdiagnostik?

Hallo erstmal!

Bin neu hier im Forum und meine erste Frage dreht sich um eine vor kurzem durchgeführte Laktat-Leistungsdiagnostik. Ich habe mir die Qualtitätskriterien hier auf triathlon.de durchgelesen und habe anschließend die Leistungsdiagnostik durchgeführt.

Ich bitte euch um eine Einschätzung: doch OK, oder völlig daneben?

- Test am eigenen Rad (finde ich gut)
- vorher kaum Fragen für was und wie trainiert wurde
- Testprotokoll wird auf 30 watt Steigerung alle 3 min festgelegt. Aus Unachtsamkeit wird stattdessen mit 40 Watt Steigerung getestet.
- Ich mußte Tester hinweisen, dass ich auf das größte (vorne) bzw. kleinste Ritzel schalten muß (für korrekte Trittfrequenzermittlung)
- daher nur sehr wenige Stufen, siehe unten
- Laktat nicht bei jeder Stufe
- keine Ausbelastung
- Werte mit einem mobilen Gerät gemessen
- Werte händisch auf Word-Formular übertragen
- Werte im Kopf berechnet (Laktat-Schwelle)
- keine Kurve
- Tester fragte mich welche Ritzelgröße hinten, dabei waren das die Ritzel vom Ergometer!
- Puls von Polaruhr abgelesen. Keine automatische Speicherung.
- Schwelle geschätzt
- keine aerobe Schwelle, keine IANS

Unten die "Auswertung". Ist das irgendwie brauchbar - noch Standard - habe 90 Euros dafür bezahlt und bin eigentlich ziemlich sauer. Trotzdem würden mich eure Expertenmeinungen interessieren, damit ich etwas mehr in der Hand habe, wenn ich dort noch einmal antanze und mich aufrege

Danke
Ingo

Hier die Auswertung (Originial: Worddokument, ein A4-Zettel):

Watt Dauer Puls Laktat
100 3 117 --
140 3 132 1,3
180 3 149 1,8
220 3 162 3,9
260 3 172 6,2

Geschätzte Schwelle ca. bei 159 - 160.

Dann sind noch die Trainingszonen daraus "errechnet" worden:

GA1 lang 123 - 133 Hr
GA1 kurz 130 - 140
Ga 2a 125/148
GA 2b 125/155

Edit: Habe das Original noch hochgeladen!
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg IMG_2100.JPG (25,0 KB, 41x aufgerufen)
ingo_lacheiner no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 10:13   #2
captain hook
Tri-Oger: What a man!?
 
Registriert seit: 21.09.2009
Beiträge: 1.435
AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

was willst du jetzt hören? nach deiner (sicherlich auch etwas persönlich eingefärbten, eher nicht neutralen) beschreibung gibst du dir die antwort auf deine frage doch eigentlich selber, oder?

nach dem was du schreibst hört sich da ein bischen was nach "schiefgelaufen" an. aber wenn das so ist, hast du ja sicher auch direkt drauf hingewiesen und nicht bezahlt, oder? und wenn es so war, hat er dir ja sicher auch angeboten einen neuen termin zu machen, wo weniger schief geht?!
captain hook no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 10:42   #3
ender
Mod, die rechte und linke Hand vom Chef
 
Benutzerbild von ender
 
Registriert seit: 21.05.2002
Ort: Neubrandenburg
Alter: 48
Beiträge: 6.873
AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- vorher kaum Fragen für was und wie trainiert wurde
muss man bei der art deines testes nicht unbedingt wissen. das ist nur erforderlich, wenn man wenige stufen macht (üblicherweise 4, dafür mit deutlichen längerer stufenzeit), damit man das richtige anfangstempo wählt.

Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- Testprotokoll wird auf 30 watt Steigerung alle 3 min festgelegt. Aus Unachtsamkeit wird stattdessen mit 40 Watt Steigerung getestet
ok, das sind einfach mal zu große sprünge, vor allem wenn die belastungszeit pro stufe sowieso nur 3min sind. das klingt sehr nach schneller geldmitnahme (kurze stufenlänge und auch noch große stufen, um möglichst schnell einen möglichst großen bereich abzudecken). bei so kurzen stufen würde ich sogar eher zu 20 watt steigerungen tendieren.....

Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- Laktat nicht bei jeder Stufe
naja, bei der ersten stufe ist das nicht zwingend nötig. wenn der tester und man selbst den eindruck hat, dass da alles unter kontrolle ist, ist es schnuppe, ob da laktet 0,7 oder 0,9 gemessen wird.

Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- keine Ausbelastung
wichtig wäre zu wissen, was du mit diesem test erreichen wolltest. wenn du zb nur die schwellen zum abstecken der trainingsbereiche bestimmen wolltest, macht eine ausbelastung keinen sinn. ausbelastung macht man nur bei einem vo2max test oder einer standortbestimmung, wo man halt sehen will, was maximal geht.

Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- Ich mußte Tester hinweisen, dass ich auf das größte (vorne) bzw. kleinste Ritzel schalten muß (für korrekte Trittfrequenzermittlung)
was heisst korrekte trittfrequenzermittlung? wichtig ist nur, dass du den gesamten test mit derselben frequenz und demselben gang absolvierst. welche ritzel du dabei benutzt wird nur wichtig, wenn du denselben test wiederholst, dann musst du natürlich dieselben ritzel und dieselbe frequenz benutzen.


Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- Werte mit einem mobilen Gerät gemessen
das kann ok sein. kenne mich mit den aktuellen mobilen geräten nicht aus. labor wäre natürlich besser.


Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- Werte händisch auf Word-Formular übertragen
- Werte im Kopf berechnet (Laktat-Schwelle)
- keine Kurve
- Schwelle geschätzt
hmm, hier wirds kompliziert. so wie von dir beschrieben arbeiten auch die besten leistungsdiagnostiker. sprich sie sehen nicht einen wert isoliert und sagen "zack, schwelle!", sondern lassen in ihre betrachtung alle erfassten parameter und auch den optischen eindruck, den der athlet hinterlässt, in ihre bewertung mit einfliessen. insofern wird auch bei den besten leistungsdiagnostikern die schwelle subjektiv festgelegt. dazu gehört eine menge erfahrung des testers. und danach vertrauen des athleten in seinen tester.

Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
- Puls von Polaruhr abgelesen. Keine automatische Speicherung.
ist normalerweise nicht nötig, da der puls stabil sein sollte....
was mich wieder zu meiner größten kritik an solchen tests bringt: die stufen sind einfach viel zu kurz. nach 3min hat man weder den stufentypischen puls, und schon gar nicht den stufentypischen laktat, da das laktat dem puls erst hinterherschwingt. es möge jeder einmal selbst ausprobieren: sich auf ein laufband stellen, eine gewisse zeit eine bestimmte geschwindigkeit laufen, dann 1km/h hochstellen. bei den allermeisten dürfte der puls auch nach der 3. minute weiter noch leicht ansteigen. in den großen sportwissenschaftlichen instituten beträgt die stufenlänge rund 15min, um eine möglichst genaue stufenaussage zu erhalten. rund 10min fürs einpendeln des pulses und noch einmal 5min zum einpendeln des laktates.

Zitat:
Zitat von ingo_lacheiner Beitrag anzeigen
Watt Dauer Puls Laktat
100 3 117 --
140 3 132 1,3
180 3 149 1,8
220 3 162 3,9
260 3 172 6,2

Geschätzte Schwelle ca. bei 159 - 160.
ich würde deine schwelle ein klein wenig tiefer, so um 155 ansetzen, und zwar aus dem im vorherigen punkt genannten gründen. wegen der kurzen stufen musst du davon ausgehen, dass du bei 180W einen etwas höheren puls und etwas höheres laktat als gemessen hast. sprich du kommst dann rund bei puls 155 wahrscheinlich schon dicht an die beim radfahren markante schwelle von 3mmol/l laktat. aber wie vorher auch schon geschrieben....das ist alles subjektiv, und nur meine persönliche meinung. der tester hat dich gesehen und wenn er ordentliche erfahrungen mit seinen tests und den daraus resultierenden empfehlungen gemacht hat, so hat auch das seine berechtigung.
vielleicht muss man sich im volkssportbereich auch nicht um 4-5 pulsschläge streiten.

letztendlich hilft dir nur eins.......mal mit den vorgaben trainieren und schauen, wie es sich auswirkt.
ender no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 10:56   #4
ingo_lacheiner
Nichtschwimmer
 
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Beiträge: 2
AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

@ender Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung und Erklärung!
Hast mir sehr geholfen.
ingo_lacheiner no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 11:28   #5
captain hook
Tri-Oger: What a man!?
 
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Beiträge: 1.435
AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

@ender: vieles von dem was da "seltsam" war ist für sich genommen vielleicht nicht so schlimm...

aber wenn er 30 watt steigerung ansagt und dann sinds 40 watt und irgendwie auch der testablauf und der testaufbau nicht das gefühl von besonderer professionalität vermittelt, würde ich deiner argumentation nicht folgen, dass gute leistungsdiagnostiker vieles auch individuell nach augenmaß sehr gut abschätzen können und dabei manchmal besser sind als starres messen (gute schon, aber bei diesem hätte ich nach dem verlauf so meine bedenken).

ich kenne min. einen, von dem ich das behaupten würde. aber da wären nie solche nachlässigkeiten passiert wie hier und man hätte nie das gefühl gehabt, er wüsste vielleicht nicht zu 100% was er da tut.
captain hook no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 12:08   #6
ender
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AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

Zitat:
Zitat von captain hook Beitrag anzeigen
@ender: vieles von dem was da "seltsam" war ist für sich genommen vielleicht nicht so schlimm...

aber wenn er 30 watt steigerung ansagt und dann sinds 40 watt und irgendwie auch der testablauf und der testaufbau nicht das gefühl von besonderer professionalität vermittelt, würde ich deiner argumentation nicht folgen, dass gute leistungsdiagnostiker vieles auch individuell nach augenmaß sehr gut abschätzen können und dabei manchmal besser sind als starres messen (gute schon, aber bei diesem hätte ich nach dem verlauf so meine bedenken).

ich kenne min. einen, von dem ich das behaupten würde. aber da wären nie solche nachlässigkeiten passiert wie hier und man hätte nie das gefühl gehabt, er wüsste vielleicht nicht zu 100% was er da tut.
jo, bin da bei allem bei dir.
ob es ein guter diagnostiker ist und er ihm vertraut, ist letztendlich seine entscheidung. man weiß ja nicht, was für referenzen er vorzuweisen hat. wobei die von dir auch bemängelten 40watt steigerungen mit nur 3min FÜR MICH den test auch unbrauchbar machen würden......
ender no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 12:45   #7
Ralph
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AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

Warum bist du denn zu dem Leistungsdiagnostiker gegangen? War es eine Empfehlung? Was hast du bezahlt?
__________________
keep it simple
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Alt 20.12.2011, 13:11   #8
loomster
Rettungsschwimmer können doch gar nicht richtig...
 
Registriert seit: 30.08.2009
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AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

90 tacken, steht oben
loomster no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 14:13   #9
slo-down
Rettungsschwimmer können doch gar nicht richtig...
 
Registriert seit: 04.01.2005
Ort: Allgäu
Beiträge: 889
AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

Ist die Steigerung mit 40 Watt auf 3 Min so ungewöhnlich.
Habe nur solche Tests bis jetzt gemacht.
Wobei bei mir halt auch immer ne Sprio dabei war.
slo-down no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 20.12.2011, 14:38   #10
Ralph
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Benutzerbild von Ralph
 
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Beiträge: 2.120
AW: Schlechte Leistungsdiagnostik?

Das Problem ist das Blutlaktat aber auch der Puls brauchen, bis sie auf dem richtigen Level sind. D.h. wenn du eine sehr hohe Schwelle wählst, kommst du zum einen mit der Maximal-Leistung weiter hoch und zum anderen ist auch die Bestimmung der Schwellen nicht so genau.

Ich hatte mal einen Test mit 50 Watt Stufen...da hab ich gedacht...bist du ein geiler Typ. Ich hab in dem Test maximal 425 Watt getreten, was ich normal nicht schaffe.
__________________
keep it simple

Geändert von Ralph (20.12.2011 um 22:35 Uhr)
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