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Triathlontraining allgemein Was macht das Training im Triathlon aus? Wo drückt der Schuh? Bringen Krafttraining, MTB, Skilanglauf, Yoga, Pilates, Mentales Training etwas?

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Alt 29.11.2011, 16:49   #1
alafla
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Leistungsdiasgnostik - und was nun?

Hallo liebe Forenmitglieder,

nachdem ich mich nun etliche Monate durch das Forum geschnorrt habe – nämlich viel passiv lesen aber kein Beitrag – möchte ich heute meinen ersten Beitrag verfassen und Euch gleich um Euren Rat, Meinung und Vorschläge bitten.
Ich habe am Samstag eine Leistungsdiagnostik (Laufen) gemacht (In Rheinbach, bei SportLaps, super!) und möchte gerne die Ergebnisse mit Euch teilen und fragen wie ihr das Training in den kommenden Wochen und Monaten aufgrund der Ergebnisse gestalten würdet.

Hier erstmal ein paar Fakten zu mir
- Männlich, 34 Jahre
- Familienvater mit Vollzeitjob – also Sport ist nur ein ehrgeiziges Hobby
- Laufe seit 3,5 Jahren etwas strukturierter (Trainingsplan) und seit 1,5 Jahre Triathlon
- Bestzeiten 2011: HM Bonn: 1.26.10; 10 Km: 38.20; Bonner Triathlon: 3.47.07
- Trainingsstunden im Durchschnitt: 10h pro Woche
- Was ist noch wichtig: Hatte nach dem letzten Wettkampf Ende August (Sprinttriathlon Hückeswagen) 7 Wochen Trainingspause wg. Elternzeit (Deal mit meiner Frau und war das Beste was ich machen konnte) – trainiere jetzt seit Anfang Oktober wieder, ca. 10h pro Woche
- Ziele und Prio A Wettkämpfe 2012:
o HM Bonn 22.04.2012: 1.23
o Bonn Triathlon 10.06.2012: 3.35
o Cologne Mitteldistanz 02.09.2012: 4.50
o 10 Km: 36.50
o Weitere Wettkämpfe: 2-3 Sprinttriathlon, 1 Olympischer Triathlon, 2-3 10 Km Läufe

Und jetzt das für mich überraschende Ergebnis:
- VO2max: 59,58 ml/min/kg
- VLamax: 0,40 mml/l/sec
- (Anarobe Schwelle: Bei 170 Puls und 4.04 Min/Km)

Also laut Tester eine im Vergleich zu den anderen Werten unterdurchschnittliche VO2max aber überdurchschnittliche VLamax.

Und jetzt meine Frage: Wie würdet ihr mit diesen Ergebnissen Euer Training in den kommenden Wochen und Monate gestalten (Schwerpunkte, Einheiten,…)? Ich habe eine Empfehlung bekommen und auch schon eine grobe Vorstellung, möchte diese aber erst nach einem ersten Feedback durch das Forum posten um niemanden zu beeinflussen.

Falls ihr noch Fragen habt (zu den Testergebnissen oder zu meiner Person oder was immer) dann einfach schreiben.
Herzlichen Dank schon mal vorab für Eure Mühe und ich freue mich auf eine spannende Diskussion!

Sportliche Grüße
Flavio
alafla no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2011, 17:08   #2
captain hook
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AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

http://www.uni-graz.at/spow2www_ausd...s11_teil_3.pdf

schau mal hier ab seite 19. da wird das prinzip der periodisierung meiner meinung nach gut dargestellt.

demzufolge wäre jetzt aktuell an den allgemeinen fähigkeiten zu arbeiten: dort wird es schön umschrieben mit: allgemeines athletik- und ausdauertraining. GA1 und KA1. gerne auch unspezifisch.
captain hook no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2011, 19:19   #3
ender
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Benutzerbild von ender
 
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Beiträge: 6.873
AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

Zitat:
Zitat von alafla Beitrag anzeigen
.....Und jetzt das für mich überraschende Ergebnis:
- VO2max: 59,58 ml/min/kg
- VLamax: 0,40 mml/l/sec
- (Anarobe Schwelle: Bei 170 Puls und 4.04 Min/Km)....
inwiefern überraschend, womit hast du gerechnet?
VO2max ist ein leistungsparameter, sprich er zeigt einen momentanen leistungsstand an, konkrete trainingsableitungen kann man daraus nicht schließen.
VLamax ist mir als begriff nicht bekannt. auch die einheit mml/l/sec ist mir unbekannt. was steckt dahinter?
die schwelle ist natürlich zur trainingssteuerung geeignet, wobei ich bei kombinierten VO2max und schwellentests immer skeptisch bin, weil entweder die stufen für VO2max tests zu lang sind, oder, was meistens der fall ist, die stufen sind für eine genaue schwellenbestimmung zu kurz, da bei 2-3min stufen noch nicht der stufentypische puls erreicht wird. und auf der anderen seite sind 2-3 minuten wieder viel zu lang für einen VO2max test, das geht normalerweise in 30 sekunden schritten.
vielleicht kannst nochmal kurz den testablauf beschreiben.
ender no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2011, 09:16   #4
alafla
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AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

Hier kurz der Testablauf:
- Der erste Test war zur Bestimmung der anoroben Schwelle: In 4 Minuten wurde die Geschwindigkeit erhöht und dazwischen immer Blut abgenommen – der Test wurde nur submaximal gelaufen (letzte Stufen war bei mir 3.47 Min/Km)
- Der zweite Test (nach ca. 20 Minuten Pause) wurde dann mit 1,5 % Steigung erst 2,5 Minuten bei 12,4 Kmh gelaufen und dann alle 30 sec die Geschwindigkeit um 0,7 Kmh gesteigert – dieser Test war zur Bestimmung der VO2max

Verwundert bin ich insofern, dass lt. Tester die beiden Parameter sehr unterschiedlich ausgeprägt sind; VLamax (Grob: Dieser Wert gibt an, wie viel Laktat der Körpfer produziert) ist wohl ziemlich gut und VO2max im Vergleich dazu unterdurchschnittlich.
Ich hatte erwartet aufgrund des Trainingsstandes nach meiner Pause alle Parameter in einem gleichen Bereich zu sehen.

Danke schon mal für Eure Antworten!

Grüße
Flavio
alafla no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2011, 10:11   #5
ender
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AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

Zitat:
Zitat von alafla Beitrag anzeigen
....VLamax (Grob: Dieser Wert gibt an, wie viel Laktat der Körpfer produziert)....
das kann dann aber niemals ein einzelner wert für einen ganzen test sein, da der körper ja bei unterschiedlichen geschwindigkeiten (intensitäten) ja auch unterschiedlich viel laktat produziert. und überhaupt ist ja wichtig, wieviel laktat sich im körper ansammelt, nicht wieviel er produziert. laktat wird ja nach der bildung auch wieder verstoffwechselt, insofern muss derjenige mit der höchsten laktatbildung nicht zwangsläufig der sein, mit den höchsten absoluten laktatwerten.
aber wahrscheinlich ist der wert dann für die letzte gelaufene stufe. aber da ich von dem wert noch nie etwas gehört habe, habe ich auch keine ahnung, ob man ihn zur trainingssteuerung nutzen kann. kann ich mir aber ähnlich wie bei VO2max nicht vorstellen. ist wohl ein leistungswert.

ansonsten sind beim schwellentest 4min-stufen schon mal besser als die sonst oft verwendeten 2min-stufen (mal zum vergleich: bei den großen sportwissenschaftlichen instituten sind die einzelnen stufen rund 15min lang).
ansonsten mal zur einordnung (da es unterschiedliche definitionen gibt).....hast du einen laktatwert zu deiner anaeroben schwelle? wenn nicht, könntest du die 4:04min/km zur zeit eher eine stunde oder einen ganzen marathon durchlaufen?
ender no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2011, 11:12   #6
captain hook
Tri-Oger: What a man!?
 
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AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

naja, VLamax gibt den maximalen wert der laktatproduktion an, den man pro zeiteinheit erreicht.

besser ist es natürlich möglichst wenig laktat pro zeiteinheit zu produzieren.

es ist ein leistungsparameter wie VO2max.

eigentlich kann man sich nichts dafür kaufen wenn man den wert kennt. ich würd demzufolge nicht zuviel darauf geben.

ausserdem seh ich die sache kritisch. um eine hohe VLamax zu erzielen muss man auch wirklich muskulär in der lage sein die dafür wiederum notwendige hohe last zu bewältigen. stammt der wert aus dem submaximalen stufentest, dürfte er nicht aussagekräftig sein, weil die lasten, wo es richtig knallt nicht dabei sind und stammt er aus dem zweiten test, dürfte schon eine deutliche vorermüdung der muskulatur vorliegen.

ein niedriger VO2max wert lässt ja darauf schließen, dass du vermutlich nicht viel mit intervallen o.ä. gearbeitet hast, womit man an diesem wert arbeiten könnte. aber auch das kann man ja nicht isoliert sehen. jetzt z.b. im winter hinzugehen und mit harten, maximalen ausbelastungen an der VO2max zu arbeiten wäre im sinne eines sinnvollen saisonaufbaus z.b. in meinen augen nicht sinnvoll. alles zu seiner zeit.

zuviel werte und zuviel parameter = zuviel zeug um sich zu verstricken.

versuch das training einfach zu halten und nicht unnötig zu verkomplizieren. dafür orientier dich lieber an den einfachen eckpunkten der periodisierung. ob im absoluten spitzenbereich nachher noch 0,2376% rauszuholen sind, weil man im anschluss an GA training ein krafttraining anschließt oder weil man seinen lebensplan nach seinem ernährungsplan ausrichtet oder weil man GA einheiten statt nach puls nach watt macht -> alles sinnvoll um die letzten promille rauszuholen. für alle anderen: siehe satz 1.
captain hook no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2011, 10:20   #7
alafla
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AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

Hi Captain,

genauso denke ich auch! Der Test war für mich interessant nicht nur um meinen aktuellen Leistungsstand zu erfahren, sondern auch um besser die ganzen Zusammenhänge zu verstehen – das hat geklappt.
Aber jetzt raus gehen und harte Dinger zu laufen, da würde ich mich einfach nicht wohl fühlen. Deswegen lasse ich VO2max jetzt einfach so niedrig wie es ist und werde nur etwas früher als geplant mit kurzen schnelleren Einheiten beginnen (Mitte Januar) und mich jetzt erstmal auf die Grundlage konzentrieren. (Danke Captain für den Link

Hier aus dem Forum haben mich die unterschiedlichen Meinungen interessiert

Bete Grüße
Flavio
alafla no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2011, 19:43   #8
formkurve
Selber Radfahren ist schon toll
 
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AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

Eine VO2max von rund 60ml/kg/min halte ich für deinen beschriebenen Trainingsumfang und die lange Saisonpause nicht für niedrig. Durchschnittsmänner zwischen 30 und 40 haben circa 35ml/kg/min. Spitzensportler bis zu 80 bis 90ml/kg/min. Du liegst also ganz gut dazwischen.

Die VO2max ist für Triathleten sowieso nicht unbedingt der aussagekräftigest Wert. Mindestens genauso wichtig ist wieviel Prozent deiner VO2max du als Dauerleistungsgrenze, also Schwellenleistung, realisieren kannst und vorallem beim Laufen wie ökonomisch du dich bewegst. Beispiel: Afrikanische Marathonläufer haben oft keine höhere VO2max als die anderen, können aber mit einem höheren prozenutalen Anteil laufen und das auch noch ökonomischer.

Bei den meisten ändert sich die V02max zu Beginn des Ausdauertrainings deutlich, aber erreicht nach mehreren Jahren mit optimaler Trainigssteigerung ein auch genetisch bestimmtes Maximum und verändert sich dann auch mit zunehmendem Training kaum mehr.

Die VLamax ist die maximale Laktatbildungsrate und der Wert ist umso besser, je kleiner er ist. Wer also eine geringe Laktatbildungrate hat bei gleicher VO2max, hat eine bessere Ausdauerleistungsfähigkeit. Ein Wert von 0,4mmol/l/sec ist sehr gut. Daher kommt wahrscheinlich die Aussage, dass deine VO2max im Verhältnis zu niedrig ist. Kann aber wie gesagt auch genetisch bedingt sein...
formkurve no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2011, 15:00   #9
alafla
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AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

Hi Formkurve,

nur falls es Dich interessiert; die zwei Werte habe ich auch bekommen:
- Die anaerobe Schwelle laufe ich bei 82,18% der VO2max
- Die Laufökonomie beträgt bei mir 10,740 ml/min/kg pro m/s
Das nur zur vollständigen Verwirrung

Darf ich fragen wie Du mit solchen Ergebnissen das Training weiter gestalten würdest?

Besten Dank, schöne Grüße
Flavio
alafla no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2011, 16:53   #10
captain hook
Tri-Oger: What a man!?
 
Registriert seit: 21.09.2009
Beiträge: 1.435
AW: Leistungsdiasgnostik - und was nun?

für die zukunft finde ich, dass die werte interessant sind, aber alleine nicht soviel aussagen.

aber ich könnte mal nen tipp zu deinem bisherigen trainig abgeben.

offensichtlich bist du an der anaeroben schwelle gut konditioniert. deine zeiten allerdings sind trotz der teilweise sehr guten werte an den relevanten schwellen eher mittelmaß. ich würde tippen, dass viel von deinem training im mittelintensiven bereich irgendwo zwischen dem grundlagenbereich und der IANS stattgefunden haben.

begründung: bei deinen werten an der schwelle wäre bei einer gleichzeitig gut ausgeprägten grundlage deine HM zeit besser.

hättest du aber mehr auf intervalle gesetzt, wäre vermutlich deine vo2max höher.

das würde mir dann in der schlussfolgerung sagen, dass du zukünftig vielleicht stärkere akzente setzen solltest. also richtig schnell und richtig langsam und weniger in der neuerdings modernen "todeszone" (nicht, dass greif "mittelintensiv" nicht schon lange als nicht tauglich bemängelt)

was die laufökonomie angeht, findet man auch deutlich höhere werte. von daher würde ich schätzen, dass du vermutlich bislang rel. wenig km gelaufen bist und vermutlich technikbildende maßnahmen betrieben hast. (laufABC, bergläufe, steigerungsläufe...)

alles blau in den himmel geschätzt... und, wie weit lieg ich daneben?
captain hook no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
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