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Alt 10.06.2010, 21:24   #1
hörnchen70
Jedermännchen
 
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Ort: Tegernsee
Alter: 49
Beiträge: 282
Hannover Limmer LD Triathlon 2010 - Langer Wettkampf - Langer Bericht

Vielleicht kann jemand (Dreisportler) das ja als eigenen Fred umändern, dies gelang mir leider nicht)

Nun folgt mein kleiner Wettkampfbericht über die 4. Wasserstadt Limmer LD in Hannover.



Samstag 5.06.2010
Spät aufgestanden ging es in den Radladen, denn seit gestern ist wohl das Lager der Dura Ace Pedale defekt und dreht sich schwer.
In Limmer dann endlich einen guten Shop gefunden und eine 105er ran und um 15:00 Uhr die Volkstriathleten und die Wechselzone angesehen.
Es verschob sich alles nach hinten weil ein Unfall auf der Radstrecke den Wettkampf behinderte.
Hier am Kanal waren einige Zuschauer, und eine recht ausgelassene Stimmung weckte meine Vorfreude auf den nächsten Tag.
Als alles vorbei war schwamm ich mich schon ein wenig im Kanal ein und die Wassertemperatur war mit über 18 Grad angenehm.
Das Wasser war allerdings sehr trübe und schmeckte nach Sprit.
Die Pastaparty im Vereinshaus war klein und man kam mit anderen MD und LD Startern gut ins Gespräch. Nebenbei bekam man noch wichtige Infos über die Strecke und Gefahrenbereiche.
20:00 Uhr Wettkampfbesprechung, wo man den Start von 6:15 auf 6:50 nach hinten verschob und noch einmal den Wettkampfablauf erklärte.
Als es vorbei war ging ich zu meinem Rad und wollte es abschließen. Hm wo ist nur der Schlüssel.
Nach dem durchsuchen aller Sachen stand es fest, er war weg.
Also einen Offiziellen gefragt ob man mir helfen könne. Wir zwei sind dann zur Garage gelaufen und ich schnitt dann mit einer Kneifzange mein Rad los. Zum Glück war es kein Bügelschloß.
Mit genügend Wut im Bauch ging es die 7 km zurück in mein Zimmer und ich versuchte dann zu schlafen, was bis ca. 2 Uhr auch klappte.


Sonntag 6.06.2010
Neben Riegel, Gels, Getränke und Banane noch meine Pulsuhr und Radgps in den Rucksack gepackt, und soweit es ging noch ein wenig versucht zu entspannen.
Frühstück war nicht möglich, da mein Magen dicht war und auch die Zeit war knapp.
Na toll. der Tag fängt ja gut an
4:30 Uhr rein ins Auto und los gings. Kurz vor 5 Uhr an der Wechselzone angekommen.
Bis zum Check in ein wenig geplaudert und beim einrichten der Wechselplätze die Cervelos Kuotas, Ridleys und Giants der neuesten Generation angeschaut.
In diesem kleinen 50 Starter Feld waren auch 3 Frauen, diese 3 finishten alle.
Noch Banane und Riegel verspeist und Rad prepariert. Es war jetzt schon recht warm. Ca. 6:30 dann ab in den Neo und den langen Weg zum Kanal losgeschlurft.
6:50 Uhr dann ins Wasser etwas zur Startleine geschwommen und nach dem runterzählen ging es los.

Schwimmen:
2 Runden im Stichkanal von Limmer waren zu absolvieren.
Ich schwamm langsam und war nach ca. 400 m in einer kleinen Gruppe von 3-4 Leuten.
Leider konnte ich mich jetzt nicht mehr an einen Mitkämpfer halten weil ich zunehmend die Orientierung verlor.
Die Brille war beschlagen und ich nahm nur noch grobe Umrisse wahr.
Nun zog ich mein ,,Kraul" durch und schwamm einmal in mir entgegenkommende Teilnehmer.
Sorry dafür noch einmal.
So zog ich nun meine zweite Runde im Zick Zack durch den Kanal, diesmal aber einen Mitschwimmer an meiner Seite. Das Besenboot gab mir noch zusätzlich Orientierung. Zu allem Überfluss verrutschte immer
wieder die Badekappe und meine langen Haare versperrten mir zusätzlich die Sicht.
Die Wasserqualität würde ich als gerade noch ausreichend bezeichnen.
Ich hatte andauernd Benzingeschmach im Mund und teilweise Treibgut wie Holz vor den Händen.
Nach über 1:40, kam ich als letzter aus dem Wasser. Oh man.
Mein tapferer Mitschwimmer gab dann wohl schon auf.

Rad:
6 Runden durch leicht welliges Gebiet im Calenberger Land entlang, mit bis zu 7 % kurzer Steigung am
Seelzer Berg ohne Schatten auf teilweise vollgesperrten Straßen. 2 Verpflegungstellen pro Runde.
In WZ 1 noch einmal eingecremt und einen Riegel verzehrt.
Als vorletzter auf das Rad und schön eingerollt ging es nun richtig los. Die Sonne gab ihr bestes und machte mir zunehmend das Leben schwerer. Alle 20-30 min. einen Riegel bzw. ein Gel genommen und bei jedem
Verpflegungsstand Wasser und Iso abgegriffen. 1-2 Mal vorbeigelangt, aber was solls.
Ich war gut dabei bis, ja bis mein Magen dicht machte.
Ab ca. 100 Km bekam ich nichts mehr runter. Ich konnte mein Tempo noch etwas halten, aber aus 34 km/h wurden erst 33 km/h um ab der 5ten Runde total eizubrechen.
Vorher kaum überholt worden sausten ab 4. Runde jetzt die MDler an einem vorbei, was ich kurzzeitig ganz schön deprimierend fand.
Die Sonne wurde immer heftiger und das Wasser was ich weiterhin abfasste machte zunehmend meine Arme, Beine und den Oberkörper nass aber nicht die Kehle. Der Hals tat weh und nur noch kleine Schlucke waren möglich, das tat ich dann aber auch regelmäßig.
Immer öfter mal die Beine ausgeschüttelt und somit den km/h Schnitt weiter verringert, was mir spätestens ab 5ter Runde völlig egal war.
An der Strecke waren wenig Zuschauer, aber ab und an mal Radler und Streckenposten die einem applaudierten.
In den nachfolgenden Runden war mir die Zeit schnuppe und nach 5:54 war es endlich zu Ende.
Erst einmal in die Wechselzone gesetzt und eingecremt um den schon vorhandenen Sonnenbrand abzumildern.
Jetzt erst ging es zur nächsten Transpondermatte und das Laufen kann beginnen.

Laufen:
4 Runden durch Linden, Limmer und vor allem die Herrenhäuser Gärten mit den bekannten Wasserspielen. wenig Schatten spendende Bäume, aber ungefähr alle 2,5 km eine Verpflegungsstelle wo es neben Wasser,
Cola und Isogetränken auch Gels und Riegel gab. An einer Stelle gab es zusätzlich noch Bananen, Salzkekse, Melonenstücke und eine Dusche.
Vorbei an und über eine größere Baustelle wo der Boden etwas sandig war durch vorstädtisches Gebiet zu den herrlichen Schloß und Gartenanlagen in Herrenhausen. Auf dem Deich war kein Schatten und bei weit über 30 Grad (laut meiner Aufzeichnung war es zeitweise über 34,6 Grad warm) hatte ich kaum Augen dafür übrig.
Das Tempo war gelinde gesagt langsaaaaaam. Nur nicht stehenbleiben und gehen.
Also lief ich von Verpflegung zu Verpflegung und trank Cola ohne Ende und das Wasser schüttete ich mir über Kopf und Beine.
Meine Schuhe quietschten weil sie nasser waren als nass. So vor mich hinquitschend war die schwerste
1. Runde geschafft und ich lief weiter, drehte kurze Schleifen an den Verpflegungsständen um wiederholt Cola und andere Leckereien zu erhalten.
Nun lief alles wie im Film ab und ich bekam kaum noch etwas von der Umwelt mit.
Die Beine waren schwer und schmerzten, aber selbst das nahm ich kaum wahr.
Nach 30 Km wußte ich das ich nicht letzter bin und ich es schaffen werde. Nun sah ich mich in den Herrenhäusener Gärten etwas um und genoß den Wettkampf das erste Mal richtig.
Leider fand sich dieses Mal beim laufen niemand, mit dem ich eine Weile mitlaufen konnte.
Welch ein Wunder bei dem Tempo.
So zog ich das dann ebend alleine durch, und die immer weniger werdenden Mitstreiter die mir entgegenkamen gaben noch den letzten Ansporn es durchzuziehen.
Im Ziel waren freundliche Helfer und noch Finisher die kurz vorher einliefen.
Ein paar Bananen und Obst suchten noch Abnehmer, aber nein danke. Ich saß mit einem weiteren Finisher und plauderte etwas mit ihm. Das Massagezelt wurde von mir aufgesucht und danach war ich hin.
Stehen kaum möglich, laufen schwer, am Geländer die Treppen hochgezogen.
Ich war froh als ich mir ein Weizen (alkoholfrei) hinterkippen konnte. Danach ging laufen äh schlurfen wieder etwas besser. Die große Tasche als Finisherpräsent ist gut und mal was anderes als ein Finishershirt.
Nach 4:37 laufen kam ich ins Ziel. Als 24er (in 12:23) von 36 Finishern von 50 gestarteten LDlern.


Fazit:
Langer Wettkampf und Wettkampfbericht.
Der Wettkampf ist recht gut organisiert und familiär, aber mit kleinen Mängeln.
1. Keine Schwämme bei Laufen vorhanden bzw. zu wenig.
2. Keine Medailien im Ziel vergeben bzw Urkunden.
3. Sehr wenig Zuschauer, (fördert bei mir aber die mentale Stärke)
4. Getränke waren bei den Letzten wohl schon alle (bei mir zum Glück noch nicht)
Danke allen fleißigen und engagierten Helfern (und deren Familien) die immer ein Wort der Aufmunterung übrig hatten, die sich in der Sonne hinstellten und Getränke verteilten, den Verkehr sperrten, bzw. regelten und auch allen anderen Finishern denen ich eine gute Regeneration wünsche.
Ich hoffe der Bericht ist nicht zu lang, aber kürzer ging es ebend nicht, war ja auch eine LD .
hörnchen70 no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2010, 14:29   #2
Cerveloist
Leihfahrradfahrer lass ich links liegen
 
Registriert seit: 22.06.2008
Beiträge: 160
AW: Hannover Triathlon

Danke für den Bericht.Ich spiele mit dem gedanken evtl.in 2011 dort einmalzu starten.Scheint ja ein echter Geheimtip in Zeiten der grossen IRONMANs zu sein...
Cerveloist no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
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