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Schwimmen Luft anhalten und durch ist nicht immer die richtige Taktik. Das richtige Gefühl und Techniktraining sind der Schlüssel zum Erfolg.

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Alt 08.12.2010, 21:36   #1
netterjunge1
Nichtschwimmer
 
Registriert seit: 08.12.2010
Ort: München
Beiträge: 3
Thumbs down Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

Hallo Community,
erstmal vorab: Ich nimm nicht an Triathlon-Wettkämpfen teil, habe allerdings, da ich noch Schüler bin(8.Klasse, Gymnasium), die meisten Disziplinen in der Schule.

Jetzt zu meinem eigentlichen Problem:
Seit der 1. Klasse habe ich nun Schwimmunterricht und bis zur 5. ist mir nie aufgefallen, dass ich eigentlich nur auf Sprint schlechter bin als die anderen (was leider das meiste am Schwimmunterricht ist). Mein Problem ist: Die ersten 25 Meter ist alles ganz normal, ich habe Kraft in Armen und Beinen und bin ungefähr auf gleicher Höhe mit den anderen, aber ungefähr dort fängt es an Nachzulassen. Mein Arme werden schlapp und im Ziel, welches normalerweise bei 50m ist, bin ich 10 Sekunden später als die andren.

Könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben?

Vielen Dank schon mal im Voraus
Grüße
Alex
netterjunge1 no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2010, 13:58   #2
Andi.J
Mit Stützrädern-Fahrer
 
Registriert seit: 20.09.2010
Ort: Regensburg
Beiträge: 36
AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

Hallo,
so wie sich das anhört solltest du an deiner Ausdauer arbeiten. Bei mir haben sich da Pyramiden sehr bewährt, also 25m-50m-75m-100m-75m-50m-25m. Am Anfang einfach probieren das Programm durchzustehen. Danach kannst dann mit Intensitäten und Pausenzeiten spielen.
Ich hoffe das hilft dir weiter!
Andi.J no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2010, 15:12   #3
ender
Mod, die rechte und linke Hand vom Chef
 
Benutzerbild von ender
 
Registriert seit: 21.05.2002
Ort: Neubrandenburg
Alter: 48
Beiträge: 6.873
AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

...oder vll die ersten 25m ruhiger anfangen. dann biste vll nach 25m nicht mehr auf augenhöhe deiner kollegen, verlierst aber auf den zweiten 25m nicht mehr so viel.
geht mir beim laufen übrigens ähnlich.....100m halte ich bei nem 3000m lauf mit der weltspitze mit, nur die restlichen 2900m wollen dann nicht so recht klappen
ender no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2010, 15:53   #4
netterjunge1
Nichtschwimmer
 
Registriert seit: 08.12.2010
Ort: München
Beiträge: 3
AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

Danke für die schnellen Antworten! Den Tipp mit der Pyramide kann ich leider in nächster Zeit wahrscheinlich nicht ausprobieren (zu wenig Zeit), villeicht aber in den Ferien.
Ansonst werd ich mir die Tipps zu Herzen nehmen und versuchen mich zu verbessern...wir haben eh nur noch dieses Jahr Schwimmen, ab dann ist Schluss
netterjunge1 no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2010, 15:59   #5
captain hook
Tri-Oger: What a man!?
 
Registriert seit: 21.09.2009
Beiträge: 1.435
AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

könnte auch ein einfaches kraftausdauer problem sein. immerhin dürfte die 50m belastung insgesamt 1min kaum übersteigen. wenns mit dem spezifischen training was das schwimmen angeht schlecht ist, kannst du auch grundsätzlich an diesen fähigkeiten im rahmen der allgemeinathlethik arbeiten. liegestütze, situps, dips, klimmzüge oder ein bischen spezifischer... zugseiltraining (aber das lässt du dir dann besser von den spezialisten hier erklären )
captain hook no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2010, 16:25   #6
netterjunge1
Nichtschwimmer
 
Registriert seit: 08.12.2010
Ort: München
Beiträge: 3
AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

Nein, eine 1 Minute wäre schon ne 4 gewesen...hab mit Mühe und Not ne 3 geschafft (55 sekunden, bitte nicht lachen!).
Situps und Liegestütze mach ich schon regelmäßig, ansonst mach ich noch Fußball, was ja leider die Arme nicht besonders stärkt.
netterjunge1 no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2010, 02:15   #7
pointex
Mit-Socken-im-Schuh-Läufer
 
Registriert seit: 24.03.2008
Ort: innviertel, passau
Beiträge: 730
AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

zu erklärung:
Energiegewinnung beim Triathlon Training
Ausdauer- und Kraftausdauersportarten zeichnen sich durch relativ lange Belastungsdauer bei geringer bis mittlerer Belastung aus.

Schon beim 100 m-Schwimmen sind aerobe Energiegewinnungsprozesse bereits zu fast 40 % beteiligt (1500 m Lauf: 60 %; Stundenrekord Radsport: 95 %; Ultra-Triathlon: 99 %) Aerobe Energiegewinnungsprozesse spielen daher im Ausdauersport mit 80% bis über 99% die größte Rolle (siehe auch untere Grafik nach Keul). Zu den Sprintbelastungen hin haben die anaeroben Energiegewinnungsprozesse eine zunehmend größere Bedeutung.








Energiegewinnung aus ATP und CP
Die benötigte Energie wird bei extrem kurzer Belastungsdauer bis maximal 7 Sekunden über das im ausgeruhten Muskel vorhandene ATP (Adenosin Tri-Phosphat) geliefert.

1 ATP liefert bei seinem Abbau 1,5 kcal / 6,3 KJ

Die Energieflussrate ist hierbei sehr groß, vergleichbar mit einer Explosion.

Bei längeren Kurzzeitbelastungen über 3 bis ca. 25 Sekunden erfolgt der Abbau des CP (Kreatinphosphat), das sonst als Energiepuffer bei ATP - Überschuss dient. Es hat die Aufgabe, bei kurzen Belastungen die Energiezufuhr des Körpers zu sichern und stellt bereits einen kleinen Energiespeicher dar.

Kreatin +ATP werden zu Kreatinphosphat + ADP

Auch hierbei wird noch eine sehr große Energieflussrate erreicht. Diese beiden ersten Prozesse der Energiebereitstellung sind Grundlage für alle Sprintdisziplinen.

Energiegewinnung aus Kohlenhydraten
Ab einer Belastungsdauer von ca. 25 Sekunden spielt die anaerobe Glykolyse* von Kohlenhydraten eine zunehmende Rolle (Kohlenhydratabbau ohne Sauerstoff). Dieser Prozess setzt sich aus dutzenden Einzelreaktionen zusammen, die hier nicht erwähnt werden sollen. Die anaerobe Glykolyse lässt sich aber grob in zwei Schritte unterteilen:

Muskelglykogen wird in seine Bestandteile (D-Glucose) zerlegt Die D-Glucose wird in Milchsäure umgewandelt (Glykolyse). Die Milchsäure sammelt sich im Muskel an und führt zur Ermüdung des Muskels.
Anaerobe Glykolyse
Die anaerobe Glykolyse* wird dann zur Energiegewinnung herangezogen, wenn das Blut bei großen Belastungen nicht mehr genügend Sauerstoff transportieren kann. Die Energieflussrate kann noch als groß bezeichnet werden. Es entsteht dabei Milchsäure, die durch zunehmende Koordinationsblockade der Muskulatur zum baldigen Abbruch der Belastungen zwingt. Die anaerobe Glykolyse wird auch laktazide Glykolyse genannt und spielt eine Rolle bei allen Langsprints bis hin zu Mittelstreckenbelastungen und Endspurts.

Aerobe Glykolyse
Aerobe Glykolyse und Lipolyse*: Bei dieser aeroben Energiegewinnung aus Fetten und Kohlenhydraten wird Sauerstoff verbraucht. Diese Prozesse sind 19 mal bzw. 17 mal (Fette) ökonomischer, was die körpereigenen Energiereserven betrifft. Allerdings ist die Energieflussrate wesentlich geringer als bei den anaeroben Prozessen, weshalb sie nur bei länger dauernden Belastungen relevant werden. Die Hauptenergiequellen sind hierbei die Kohlenhydrate und die Fette der Muskulatur. Proteine spielen erst bei extrem langen Ausdauerbelastungen eine Rolle. Bei den aeroben Energiegewinnungsprozessen aus Kohlenhydraten werden mittlere, aus Fetten nur noch niedrige Energieflussraten erzielt.

Im Vergleich zum Beispiel mit einer Explosion, stellvertretend für die Energiegewinnung aus ATP und CP, kann man die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten mit einem Papierfeuer vergleichen, das für viele Minuten kräftig brennt. Dem Fettstoffwechsel entspräche dann ein etwas kleineres Holzfeuer, das zwar langsam brennt, aber stundenlang vorhält.

* In der Biochemie wird eigentlich nur eine Glykolyse so genannt, nämlich die anaerobe, die dann schlicht Glykolyse heißt. In den angrenzenden Naturwissenschaften, wie der Sportphysiologie werden oft etwas weniger genau alle Spaltungsprozesse von Kohlenhydraten als Glykolyse bezeichnet. Zur Unterscheidung wurde die aerobe Glykolyse definitionsgemäß hingenommen. Die Prozesse der Energiegewinnung spielen bei der Wahl der Trainingsmethoden und der Trainingsintensitäten eine große Rolle. Außerdem sind sie wichtig zum Verständnis verschiedener Belastungs-Erholung-Modelle und sie spielen eine Rolle bei Sporternährung.

zum training: hier hilft nur intensives sprinttraining basierend auf einer ausreichend ausgebildetetn grundlage.
pointex no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2010, 22:35   #8
Nickdujaparov
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Thumbs up AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

Jo so ist das. Ich würde noch zum Anfang ergänzen, dass ATP der einzige Energie Lieferant ist und alle Stoffwechselsysteme lediglich ATP resynthetisieren.
Zum ATP Speicher Der Muskelzellen noch ergänzen, dass dieser für bis zu 10 maximale Muskelkontraktionen ausreicht , was weitaus mehr als 7 Sekunden bedeuten kann. Bei Netterjunge1 kann ich mir vorstellen, dass er mit ATP Speicher der Muskeln und Creatinphosphatstoffwechsel (sinnvoller wäre zu sagen, Creatinphosphat+ADP werden zu Creatin+ATP) wahrscheinich in etwa zu jenem Problempunkt an der 25m-Marke kommt den er beschrieben hat.Die Laktazide Glykolyse, die jetzt den Hauptteil der Energie liefern sollte, könnten evtl. eine unzureichende Energieflussrate aufweisen um die Schwimmgeschwidigkeit aufrecht zu erhalten.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass eine neuronal bedingte Ermüdung aufgrund der ungewohnten Belastung vorliegt, da bestimmte Muskelgruppen und Neuronen nicht daran angepasst sind auf relativ lange Dauer so maximal zu kontraktieren . Ebenfalls könnten Konzentrationsprobleme aufgrund der Belastungs- "Schmerzen" zu einer Verschlechterung der Wasserlage und Technikausführung zur letzten Hälfte der Bahn hin führen. Hier hilft konzentriert bleiben und der alte der Tipp eines Vereinskollegen "Immer schön in den Schmerz reinarbeiten" (Rechsteiner 2004)

Welche auch immer die Ursachen sind, hilft in jedem fall nur systematisches Training um die notwendigen, körperlichen Anpassungen auszulösen. Da du deine Note ja schon zu haben scheinst, Netterjunge1, brauchen wir dir ja nichtmehr all zu viele Tipps geben. Oder doch?
Nickdujaparov no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2010, 09:20   #9
tharmuth
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AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

50m ist ja nun wahrlich keine Marathonstrecke. Und 10 Sekunden auf 25 m zu verlieren, ist schon "beachtlich" - solnage nicht zB Michael Phelps bei Dir in der Klasse sit ...

Daher kann ich es kaum glauben, dass Du soviel verlierst, wenn es nur etwas an der Kraftausdauer mangelt. Ich wüßte gern mal, wie Du selbst Deine Technik einschätzt. Liegts Du gut im Wasser, saubere Atemtechnik, etc?
Ich würde nämlich vermuten, dass Du die ersten 25m mit brachialer Gewalt (aber ohne Technik) einfach durchkeulst, und dann auf den letzten 25m stehend ko bist. Nur so kann ich mir den Verlust von 10 Sekunden auf EINER HALBEN Bahn (ode eben einer Kurzbahn) halbwegs erklären.
Daher denke ich, Du solltest mehr Techniktraining machen. Einschlägige Übungen und links findest Du auch hier im Forum.
tharmuth no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2010, 09:50   #10
ender
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AW: Kraft-Probleme schon bei kurzen Sprint-Distanzen

wer 55 sek über 50m schwimmt, hat sowieso in erster linie ein technik- und kein körperliches problem. deswegen wunder ich mich gerade auch gerade über die sicher gutgemeinten physiologischen detailausführungen hier. die helfen ihm doch nicht wirklich weiter.....
ender no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
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