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Radfahren Druck wie Hellriegel, Stadler und Zäck gewünscht? Hier gibt es Tipps.

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Alt 19.04.2009, 08:53   #1
Dreisportler
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Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Kurbeln (auf dem Rad sitzen und treten) kann ja jeder....aber wie sieht es jetzt aus mit dem runden Tritt?
Haben wir nun eine Zugphase oder ist die nur überbewertet?
Hab mal einen interessanten Link zu dem Thema "Der runde Tritt".

Was meint Ihr?
Immerhin gibt es ja jede Menge "Innovationen", die es uns leichter gestalten sollen einen runden Tritt zu bekommen....
wie
Biomac
Powercranks
Ovale Kettenblätter
Vista Pedal
Bikedrive
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Alt 19.04.2009, 09:29   #2
Ralph
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Re: Der runde Tritt - das ist doch ein Mythos!

einen komplett runden tritt kann es nie geben. macht doch mal mit dem gleichen Gewicht Krafttraining für die Oberschenkel-Vorderseite und für die Oberschenkel-Rückseite...wahrscheinlich werden die meisten feststellen, dass die Rückseite weniger kräftig ist.
Dann macht doch mal die gleichen mit dem rechten und mit dem linken Bein...und???
Richtig, jeder hat Dysbalancen zwischen beiden Körperhälften. (Die kann und sollte man allerdings trainieren/reduzieren).

D.h. ein runder Tritt (=es wird tangential permanent die gleiche Kraft aufgebracht) ist technisch gar nicht möglich.
Das wird wahrscheinlich soweit auch jeder bestätigen. Die Frage ist dann nur, was folgert man daraus
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Alt 19.04.2009, 15:06   #3
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Re: Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Zitat:
Zitat von Dreisportler
... Hab mal einen interessanten Link zu dem Thema . ..
Hallo Dreisportler,

habe auch mal einen Link zum Thema "Runder Tritt", die Leistung der Gelenkbewegung.

Wer die Leistung eines Radsportlers biomechanisch näher untersuchen möchte, müsste sich die einzelnen Leistungen, aus denen sich die Gesamtleistung zusammensetzt, ansehen.

Die Größe "Kraft" ist eher beim Gewichtheben oder Kugelstoßen von Bedeutung.
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Alt 21.04.2009, 07:01   #4
Dreisportler
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Re: Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Zitat:
Zitat von Discussionsfreund
Wer die Leistung eines Radsportlers biomechanisch näher untersuchen möchte, müsste sich die einzelnen Leistungen, aus denen sich die Gesamtleistung zusammensetzt, ansehen.
@ Diskussionsfreund: Ja servus. Da Du Dich da besonders gut auskennst. Kannst Du das Dokument (sehr abstrakt) was Du gelinkt hast mal in ein paar Sätzen in einer Art Kurzfassung wieder geben? Auf was kommt es denn nun an und welchen Zweck könnte dabei eine andere Fußplattenposition und eine dünnere Schuhsohle spielen?
Dreisportler no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2009, 19:50   #5
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Re: Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Ich gebe zu der zitierte Beitrag zur Erklärung des "Runden Tritts" stammt von mir.

Ein wichtiger Punkt ist es, sich von der Vorstellung frei zu machen, gutes oder schlechtes Radfahren oder eben obiger Begriff ließe sich durch die Größe "Kraft" (alleine) beschreiben.
Viele, die den Begriff "Kraft" beim Radfahren gebrauchen, meinen eigentlich "Leistung". Leider herrscht häufig eine Schlampigkeit bei den Begriffen, die dann zur Verwirrung führt.

Es wird wohl jeder zustimmen, dass sich die Gesamtleistung beim Radfahren, nehmen wir mal als Beispiel 200 Watt, aus der Einzelleistung für beide Beine zusammensetzt. Nehmen wir jeweils 100 Watt für das rechte und linke Bein, oder 120 Watt für das linke und 80 Watt für das rechte an. Auch -5 Watt für das linke und 205 Watt für das rechte sind denkbar, sowie alle anderen Kombinationen die 200 Watt in der Summe ergeben würden.

Bei einem Automotor setzt sich die Gesamtleistung aus der Leistung jedes einzelnen Zylinders zusammen, beim Bein aus der Leistung der einzelnen Muskeln.
Wenn bei einem Motor ein Zylinder nicht funktionsfähig ist, so fehlt die Leistung. Schleift der Zylinder, geht zusätzlich noch Leistung verloren, die von den funktionstüchtigen abgeht.
Auch Muskeln können, wenn sie nicht mit der Bewegung mitarbeiten, sondern dagegen arbeiten, Energie absorbieren. Das wird als exzentrische Muskelbewegung bezeichnet. Im Gegensatz dazu wird die Muskelbewegung, die die äußere Bewegung unterstützt und antreibt als konzentrische Muskelbewegung bezeichnet.
Sportstudenten kennen diese Begriffe in und auswendig. Die Unterscheidung ist nicht schwierig. Jeder der sich mit Bewegung und Sport befasst sollte ein Körpergefühl dafür entwickeln, wann seine Muskeln konzentrisch und wann exzentrisch arbeiten. Er oder sie weiss dann automatisch, wann oder wo Leistung verloren geht.

Beim Radfahren, wie bei anderen Sportarten, entspricht die abgegebene Gesamtleistung der Summe aller konzentrischen und exzentrischen Bewegungen. Es müssen alle einzelnen Leistungen, egal ob positiv oder negativ zusammen addiert werden, dann kommt die Gesamtleistung heraus.
Bei einer Untersuchung wird der umgekehrte Weg beschritten. Es wird die Gesamtleistung gemessen und dann werden mit Hilfe eines Computerprogrammes "rückwärts" die ursprünglichen Einzelleistungen errechnet. Fürs Radfahren liefert dieses Verfahren sehr genaue Ergebnisse, die sogar zeigen ob und in welchem Umfang zweigelenkig wirkende Muskelfasern aktiv sind oder welche Anteile Strecker oder Beuger-Muskulatur beitragen.

Ich hoffe dass war jetzt nicht wieder abstrakt.
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Alt 28.04.2009, 20:28   #6
Dreisportler
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Re: Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Ne, echt gut erklärt. Wenn das so weiter geht, dann wird ein Schuh eh Artikel draus

Aber
Auf was kommt es denn nun an und welchen Zweck könnte dabei eine andere Fußplattenposition und eine dünnere Schuhsohle spielen?

Kannst Du ein paar Hinweise zu dieser Frage in Bezug auf Deine Erklärung geben?
Dreisportler no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 13.07.2009, 12:32   #7
schrauber28
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Re: Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Ich kenne die Beschreibung des runden Trittes so:

Der Fuss beginnt mit hoch gestellter Spitze schon vor dem Oberen Totpunkt das Pedal zu schieben, tritt dann nach unten, wobei auch die Stellung der Fussspitze gleichmässig mit nach unten wandert um dann beim Unteren Totpunkt nach unten zu zeigen, so dass noch nach hinten gezogen werden kann.
Effekt:
1. Man bringt über einen Bereich von ca. 240° Kraft auf die Kurbel, statt über 120° beim Nur-Runter-Treten.
2. Die wirksamen Bereiche auf beiden Seiten überschneiden sich, wodurch ein gleichmässigerer Übergang beim Lastwechsel zwischen den Pedalen entsteht.
3. Hinten hochziehen, wie so oft erwähnt, schafft fast niemand. Aber ein aktives Entlasten hilft dem tretenden Fuß, die volle Kraft aufs Pedal zu bringen, weil der entlastete Fuß nicht mit "hochgetreten" werden muss.

-->> Der Tritt wird rund.

Man kann das mit wenig Last auf der Rolle trainieren, das Rollgeräusch sollte möglichst unverändert bleiben und erst recht nicht hacken. Auch Spinning hilft, da dort mit starrer Achse gefahren wird.

Zur Detailverbesserung mittels Einstellung und Schuhsohlendicke ist das wahrscheinlich weniger von der grundsätzlichen Trettechnik abhängig, sondern mehr von den persönlichen "biomechanischen Details"

Henning
schrauber28 no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 15.07.2009, 20:51   #8
Ralph
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Re: Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Zitat:
Zitat von schrauber28
Zur Detailverbesserung mittels Einstellung und Schuhsohlendicke ist das wahrscheinlich weniger von der grundsätzlichen Trettechnik abhängig, sondern mehr von den persönlichen "biomechanischen Details"
Was meinst du damit?
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Ralph no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2009, 10:47   #9
schrauber28
Leihfahrradfahrer lass ich links liegen
 
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Beiträge: 181
Re: Der runde Tritt - Was ist nun wahr und was falsch?

Die persönlichen "Biomechanischen Details" beeinflussen den runden Tritt, weil sie die ideale Bewegung beeinflussen. Aber sie verändern die grundlegende Technik nicht, die ich oben beschrieben habe.

Einfache Beispiele:
- Pedalplatten: Sollten ja idealerweise unter dem Ballengelenk sitzen, je nach persönlichem befinden variiert das sehr stark, beeinflusst damit die Bewegung im Fußgelenk und die Schub-und Zugbewegung über die Totpunkte.
- Fussstellung: Hohl- Senk- Knick- Spreiz- und Wasauchimmernochfür-Füsse gibt es ja über die ganze Menschheit verteilt, ob die aber passend zur Kurbel stehen sieht man gut am "eiernden Knie". Idealerweise muss das Knie beim Pedalieren nicht seitlich ausweichen. Bei extremem Eiern merkt man es selbst, wenn es mehr ins Detail geht muss man mal zu Beobachtung jemand hinterher fahren lassen. Ob man dann die Einstellung zwischen Platte und Schuh oder über Einlagen korrigiert liegt auch schon wieder im persönlichen Bereich.
- Sattelstellung-Abwinkeln im Hüftgelenk: Auch hier gibts große Unterschiede im Wohlfühlfaktor zwischen Weit oben und weit vorn und weit unten und hinten.
- Bauch: Jeder hat den Wochenendradler mit der auf dem Oberrohr liegenden Wohlstandsplauze schon gesehen, bei dem eiern die Knie auch extrem, können aber nicht anders (ist wahrscheinlich in diesem Forum zahlemäßig schwach vertreten)

Gibt noch mehr Punkte.
Aber die sind halt persönlich bedingt.
Die grundsätzliche Technik, rund und effektiv Kraft aufs Pedal zu bringen bleibt gleich.

Henning
schrauber28 no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
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