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kaihawaii 13.08.2011 10:17

Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Zu viel Druck, Luft raus, Sommerloch oder Sommergewitter? Was kommt auf den Ironman in Deutschland in den nächsten 2-3 Jahren zu?

Triathlon - DNF is no option™: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck

macmax 13.08.2011 11:41

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Von mir bekommt Kai Walter keinen einzigen Euro Startgeld mehr. Das Verhalten letztes Jahr ins Wiesbaden empfand, bzw empfinde ich auch heute noch als nicht akzeptabel. Mir kam da zu sehr die Profitgier zum Vorschein. So verständlich es aus Sicht eines Veranstalters auch sein mag, ein Rennen nicht gerne ausfallen zu lassen.

Dass in offenen Gewässern (oder wozu auch immer das Hafenbecken zählt) solche Geschichten vorkommen können, ist jedem klar. Im Neckar gab es bei uns auch schon Fälle von Leptospiren, die noch mal eine Ecke unangenehmer sind, als reine Magen-Darm-Infekte. Damit gingen die Veranstalter aber offen um und führen das auch heute noch vor Augen. So wie ich das in Wiesbaden mitbekommen habe, wusste man von der schlechten Wasserqualität. Sind drei Tage vor dem Wettkampf die Werte aus dem Labor nicht einfach 'verschwunden'? Man habe vergessen, sie online zu stellen, hieß es da.
Gut, im Endeffekt bin ich nicht in der Position, jemandem etwas unterstellen zu können. Aber mir war das höchst suspekt. Ich hätte einfach kein gutes Gefühl dabei, solche Machenschaften weiterhin zu unterstützen. Dass das Rennen perfekt organisiert war, steht außer Frage. Aber in Roth fühlte ich mich nicht schlechter aufgehoben.

Ich finde es allerdings sehr schade, dass Dinge wie Bustransfer, Erntezeit der Bauern, Umweltverschmutzung etc als zweitrangige Dinge dargestellt werden. Das lässt unseren Sport, bzw die Veranstaltungen und die Veranstalter ziemlich rücksichtslos erscheinen. Das gehört eben alles mit dazu. Zumindest sehe ich das so.

kaihawaii 13.08.2011 12:37

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
macmax: zweitrangig sind die zweifellos vorhandenen reibungsverluste nicht. ich bin nur über die schwerpunktverschiebung in den mainstream-medien verwundert. natürlich machen die kleineren funktionierenden serviceleistungen für eine bewertung in richtung 90%+ kundenzufriedenheit aus. dazu zähle ich auch die passiven konsumenten an tv und livestreaming.

Coelningo 14.08.2011 17:39

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Zitat:

Zitat von macmax (Beitrag 624456)
So wie ich das in Wiesbaden mitbekommen habe, wusste man von der schlechten Wasserqualität. Sind drei Tage vor dem Wettkampf die Werte aus dem Labor nicht einfach 'verschwunden'?

Gibt es eine Quellenangabe für die Behauptung, dass man von der schlechten Wasserqualität wusste und die Werte aus dem Labor einfach verschwunden sind?

Die FR hat am 25.08.2010 gemeldet, dass sie dem Gesundheitsamt vorgelegen haben:

„Die Werte lagen im Rahmen“, sagt Walter. Die Wetterbedingungen – Dauerregen nach einem sehr warmen Samstag – seien nicht optimal gewesen. Doch die Stadt habe für die Veranstaltung eine Genehmigung gegeben. Das bestätigt Holger Meireis, Leiter des städtischen Gesundheitsamts. Die Bakterienkonzentrationen der Proben des Fresenius Instituts hätten die oberen Grenzwerte der Badewasserordnung nicht überschritten.

Einen ganz ähnlichen Artikel gibt es dazu in der FAZ vom 26.08.2010. So wie ich es verstanden habe, hat die Kenntnis der Proben im Hinblick auf die Erkrankungen nur nichts genutzt. Das Wasser wurde auf Fäkale Verunreinigungen durch Bakterien untersucht, nicht jedoch auf Viren. Höchstwahrscheinlich waren es aber Noroviren die zu den Erkrankungen geführt haben.

Davon aber mal unabhängig. Der von dir favorisierte Challenge Veranstalter musste sich auch bei einer seiner Veranstaltungen wegen gleicher Problematik entschuldigen. Statement on stomach issues

kaihawaii 14.08.2011 18:51

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Coelningo: Merci für die Recherche und Richtigstellung.

mblanarik 14.08.2011 21:15

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
mich wundert es immer wieder, mit welchem kleinkram man sich in europa und speziell in deutschland bechaeftigt. da hat man einige herausragende veranstaltungen auf die beine gestellt, die zahlreiche leute aus dem ausland anziehen und dann wird ueber irgendwelche pipifaxe diskutiert. das ist fuer mich absolut unverstaendlich.

manchmal habe ich das gefuehl, das es wohl daran liegen mag, dass es im grunde genommen, allen viel zu gut geht und so einiges fuer selbstverstaendlich gehalten wird. die laecherliche diskussion in einem kaff in hessen darueber, dass sie nicht ausreichend in der reportage erwaehnt wurden, hei mann, es waren leute aus mehr als 50 nationen am start!!! die meisten kommen mit familien fuer mehrere tage in die region und machen ev einen abstecher auch dorthin, wenn es denn was zu bieten hat - dafuer muss es aber in den reisefuehrer!

macmax 15.08.2011 01:23

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Zitat:

Zitat von Coelningo (Beitrag 624531)
Gibt es eine Quellenangabe für die Behauptung, dass man von der schlechten Wasserqualität wusste und die Werte aus dem Labor einfach verschwunden sind?

Die FR hat am 25.08.2010 gemeldet, dass sie dem Gesundheitsamt vorgelegen haben:

„Die Werte lagen im Rahmen“, sagt Walter. Die Wetterbedingungen – Dauerregen nach einem sehr warmen Samstag – seien nicht optimal gewesen. Doch die Stadt habe für die Veranstaltung eine Genehmigung gegeben. Das bestätigt Holger Meireis, Leiter des städtischen Gesundheitsamts. Die Bakterienkonzentrationen der Proben des Fresenius Instituts hätten die oberen Grenzwerte der Badewasserordnung nicht überschritten.

Einen ganz ähnlichen Artikel gibt es dazu in der FAZ vom 26.08.2010. So wie ich es verstanden habe, hat die Kenntnis der Proben im Hinblick auf die Erkrankungen nur nichts genutzt. Das Wasser wurde auf Fäkale Verunreinigungen durch Bakterien untersucht, nicht jedoch auf Viren. Höchstwahrscheinlich waren es aber Noroviren die zu den Erkrankungen geführt haben.

Davon aber mal unabhängig. Der von dir favorisierte Challenge Veranstalter musste sich auch bei einer seiner Veranstaltungen wegen gleicher Problematik entschuldigen. Statement on stomach issues

Leider habe ich nicht mehr im Kopf, aus welcher Quelle ich meine Informationen habe. Dafür ist es schon zu lange her. Das tut mir sehr leid. Zudem habe ich ja gesagt, dass ich keine Behauptungen aufstelle, oder jemandem gar etwas unterstelle. Für mich war die Sache einfach nicht besonders durchsichtig. Meine persönliche Konsequenz ist daher, bei keinem IM Rennen mehr zu starten. Das kann meinetwegen jeder hier als kleinlich abstempeln. Kann ich sogar nachvollziehen ;)

Nun, dass Genehmigungen für Veranstaltungen erteilt werden, die vielleicht nicht erteilt werden sollten, wissen wir spätestens seit der Loveparade. So viel dazu. Nein ich vergleiche nicht die Darmerkrankung einiger Athleten mit dem Tod junger Musikliebhaber. Für mich zieht das Argument bloß einfach nicht.

Ach, mir ging es gar nicht darum, welcher Veranstalter denn jetzt besser ist und so weiter. Ich hatte einfach nur Aussagen im Hinterkopf (wie gesagt, LEIDER ohne Quelle), dass die Werte zwar angeblich vorlagen, komischerweise aber nicht für alle online gestellt wurden.
Ich habe ja bereits erwähnt, dass es immer wieder zu solchen Vorfällen kommt. Flüsse, manche Seen und Hafenbecken sind einfach kein Trinkwasser. Es geht aber auch darum, wie im Nachhinein damit umgegangen wird.

Übrigens glaube ich kaum, dass Noroviren daran schuld waren. Da hätte ich wesentlich länger flach gelegen und mich wesentlich schlechter gefühlt.

Also, nichts für ungut!

Hammer68 15.08.2011 12:32

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Hi,

unter dem Strich geht es doch nur darum, dass Herr Walter schlechtere Lobbyarbeit macht und die Medien nicht so im Griff hat wie K.D. Darüber hinaus ist der Unmut der Wiederholungstäter ob der erhöhten Kosten auch klar und deutlich. Auf lange Sicht müssen die Dauerkunden gehalten werden. Das wird evtl. bei regelmäßigen Preissteigerungen im zweitselligen %-Bereich nicht möglich sein. In Roth starte ich für 350,- € da kann ich von der Differenz das Hotel bezahlen!

Was so ein "Event" braucht ist: "das Starterfeld bei den Pros und das die Veranstaltung ausgebucht ist."
Ist halt ein Vabanque Spiel. Reicht die Marke Ironman um den Mehrpreis zu rechtfertigen oder nicht?
Mir wird die Marke Ironman von jahr zu Jahr unsympathischer. Da ich mich nie qualifizieren werde, sehe ich keine Notwendigkeit mein Geld bei einem unsympathischen Anbieter zu lassen.

snoopy 15.08.2011 12:47

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Zitat:

Zitat von Hammer68 (Beitrag 624623)
Hi,

unter dem Strich geht es doch nur darum, dass Herr Walter schlechtere Lobbyarbeit macht und die Medien nicht so im Griff hat wie K.D. Darüber hinaus ist der Unmut der Wiederholungstäter ob der erhöhten Kosten auch klar und deutlich. Auf lange Sicht müssen die Dauerkunden gehalten werden. Das wird evtl. bei regelmäßigen Preissteigerungen im zweitselligen %-Bereich nicht möglich sein. In Roth starte ich für 350,- € da kann ich von der Differenz das Hotel bezahlen!

Was so ein "Event" braucht ist: "das Starterfeld bei den Pros und das die Veranstaltung ausgebucht ist."
Ist halt ein Vabanque Spiel. Reicht die Marke Ironman um den Mehrpreis zu rechtfertigen oder nicht?
Mir wird die Marke Ironman von jahr zu Jahr unsympathischer. Da ich mich nie qualifizieren werde, sehe ich keine Notwendigkeit mein Geld bei einem unsympathischen Anbieter zu lassen.

dito. Habe einen IM gemacht (Zürich) und habe mich auch beim WK ein bisschen wie eine Melkkuh gefühlt... wenn ich die Preise im IM-Shop mit Logo angeschaut habe war mir fast schwindlig :keinelust:

Solange ich keine Qualichancen habe werde ich die extremen Startgelder nicht zahlen.

Challenge ist auch eine Marke mit der Profit gemacht wird. Roth hat aber gegenüber allen anderen WKs die ich kenne einen ganz brutalen Vorteil: Der ganze Landkreis steht hinter dem Event und spinnt ein ganzes Wochenende lang.

Aber genau das ist wohl der entscheidende Punkt: Das perfekte Spiel mit den Medien... da hat Herr Walter wohl noch Nachholbedarf.

Coelningo 16.08.2011 11:15

AW: Trotz Goldstandard, deutsche Ironman Triathlons in den Printmedien unter Druck
 
Zitat:

Zitat von Hammer68 (Beitrag 624623)
Das wird evtl. bei regelmäßigen Preissteigerungen im zweitselligen %-Bereich nicht möglich sein. In Roth starte ich für 350,- € da kann ich von der Differenz das Hotel bezahlen!

Die Frankfurter Veranstaltung ist etwas teurer als die in Roth, weil sie für den Wettkampf die halbe Stadt und dicht besiedelte Vororte absperren müssen. In Roth ist es bevorzugt ländliches Gebiet. Deswegen war Ironman in der Mainmetropole schon seit der Premiere 2002 immer etwas teurer als die Challenge. Gestern habe ich mal in meinen alten Bankauszügen gekramt. Für 2002 betrugen die Startgebühren:

Ironman Frankfurt: 255,65 € = 500,00 DM
Challenge Roth: 180,00 € = 352,05 DM

Gebucht jeweils vor dem 01.01.2002. Eine Preisstaffelung gab es damals schon. Für 2012 habe ich im Internet gefunden:

Ironman Frankfurt: 500,00 €
Challenge Roth: 350,00 €

Vergleicht man die Entwicklung während der vergangenen 10 Jahre, dann entdeckt man erstaunliches: Beide Veranstalter haben die Preise seither um etwa 100 Prozent erhöht. Die Steigerungsraten sind etwa gleich!


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