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Die Triathlon-Interview-Ecke Mit Interviews unserer triathlon.de-Forenmitglieder und wie immer geht es nur um das Eine - Triathlon, was sonst.

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Alt 08.03.2010, 18:24   #1
freebird
Ironwoman
 
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Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

In einer losen Serie werden hier die Protagonisten des triathlon.de Forums zum Interview geladen. Heute begrüßen wir ironstephan, der uns Rede und Antwort stand.

freebird: Hallo ironstephan, Deinem "Nickname" nach, schließe ich darauf, das Du entweder schwer wie Eisen bist oder die Ironmandistanz Deine absolute Lieblingsdistanz ist? Was ist es nun genau? Klär uns doch bitte auf!

ironstephan: Tja, obwohl ich mich manchmal schon schwer wie Eisen fühle, was bei einem Gewicht von 82Kg ja auch nicht verwunderlich ist, habe ich meinen Namen aufgrund meiner Triathlon-Leidenschaft und hier natürlich insbesondere meiner Lieblingsdistanz dem Ironman gewählt. Als ich mich damals kurz nach meinem Hawaii-Finish hier im Forum anmeldete, waren die Erinnerungen vom Ironman einfach noch so geprägt, dass mir spontan dieser Name einfiel.

freebird: Du hast hier im Forum geschrieben, das Du seit 1985 Triathlon betreibst. Wie kam es dazu, das Du mit Triathlon angefangen hast?

ironstephan: Als Soldat habe ich natürlich schon aus beruflichen Gründen eine entsprechende Verpflichtung mich fit zu halten. Nicht nur weil es mir mein Dienstherr ja vorschreibt regelmäßig Sport zu treiben, nein, ich denke als Vorgesetzter sollte man nicht nur fordern, sondern auch Beispiel geben können. Früher mussten alle Soldaten den Soldatensportwettkampf -eine Kombination aus Schwimmen, Laufen, Werfen/Stoßen und Springen- absolvieren, später genügte es dann nur noch die Bedingungen des Deutschen Sportabzeichens abzulegen.

Während meiner Tätigkeit als Ausbilder in einer Grundausbildungseinheit wurde ich dann zum Sportleiter ausgebildet und begeisterte mich für die Laufstrecken von 400 bis 5000m. Und Fahrrad fuhr ich ja sowieso schon immer mal zwischendurch. Zwar nicht rennmäßig, aber eben schon seit Kindstagen. Tja und nachdem dann eben in den 80er Jahren auch bei uns der Triathlon bekannt und populärer wurde hatte ich sehr schnell Interesse und Gefallen daran gefunden. Der Einstieg in die Volksdistanz war die logische Konsequenz.

freebird: Deine erste Langdistanz war im Jahr 2005. Im Vergleich zu der Dauer, die Du schon Triathlon betreibst, bist Du erst spät in die Lang- bzw. Ironmandistanz eingestiegen. Warum hast Du Dir so lange Zeit gelassen?

ironstephan: Ja das stimmt Ich war früher wirklich nur ein reiner Hobby-Volkstriathlet. Manchmal nahm ich pro Jahr nur an einem Wettkampf teil. Für mehr war damals auch aufgrund der unregelmäßigen Dienstzeiten mit Übungen/Biwak im Gelände und langen Ausbildungstagen einfach nicht Zeit. Erst als ich Ende der 80er Anfang der 90er meine militärische Laufbahn von der Unteroffiziers- in die Offizierslaufbahn wechselte, und ich dazu nochmals die Schulbank drückte um die Fachhochschulreife zu erwerben, hatte ich die Zeit regelmäßig zu trainieren und mir erstmalig das Ziel gesetzt irgendwann einen Ironman zu finishen.

Ich nahm nun beinahe jedes Wochenende an einem Olympischen Triathlon teil. Einmal startete ich sogar Samstags in Ingolstadt und tags darauf in Bad Tölz beim Kurztriathlon. Doch als ich dann Mitte der 90er nach meinem Studium Kompaniechef wurde war es erstmal wieder vorbei. Als "Chef" fehlte mir einfach die Zeit regelmäßig weiter zu trainieren. Und so vergingen wieder einige Jahre. Und ehrlich gesagt, ich konnte es mir damals einfach nicht vorstellen nach einer 180 Km-Radtour noch einen Marathon zu laufen.

Doch die Faszination für den Triathlon und insbesondere einem Ironman war nach wie vor groß. Als dann nach einigen Versetzungen und allmählich etwas ruhigeren Stabs-Dienstposten wieder mehr Zeit für kontinuierliches Training war, nahm ich 2003 an meiner ersten Mitteldistanz teil. Doch schon ein Jahr später kam ein Auslandseinsatz im Kosovo dazwischen. Mein Ziel, endlich mal an einer Langdistanz teilzunehmen, wurde auf 2005 verschoben und dann aber auch endlich umgesetzt.

freebird: Wenn ich richtig liege, hast Du dann 3 Jahre später Hawaii gefinisht. Für viele ist das ja das Ziel schlechthin in der Ironmandistanz. Wie hast Du die Vorbereitungen und letztendlich den Wettkampf persönlich erlebt?

ironstephan: Ja, 3 Jahre nach meiner Langdistanzpremiere, dem OstseeMan in Glücksburg, startete ich erstmals beim legendären Ironman auf Hawaii. Es ist ja nicht ganz einfach einen dieser begehrten Startplätze bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft zu bekommen. Nachdem der erste Versuch sich 2006 beim IM-Germany in Frankfurt zu qualifizieren um gute zwanzig Minuten scheiterte, wollte ich es 2007 erneut probieren. Aber da machte mir mein Arbeitgeber einen Strich durch das Vorhaben und schickte mich mal eben kurzfristig für 4 Monate nach Feyzabad/Afghanistan. Also musste und sollte es 2008 endlich klappen.

Zur Sicherheit meldete ich mich gleich für zwei „Qualiwettkämpfe“ an. Dem IM-Lanzarote im Mai und dem IM-Germany im Juli. Der Ironman-Canarias auf Lanzarote gilt mit über 2500 Höhenmeter und den starken Winden als einer der Härtesten in der Szene. Nachdem es aber bereits auf „Lanza“ mit dem 4. Platz in der Ak reichte, war der Ironman dann in Frankfurt ja eigentlich schon Vorbereitung und Taktiktest für Hawaii bzw. nur noch „Schaulaufen“. Trotzdem gelang es mir nur 6 Wochen später ganz entspannt und ohne Druck eine neue Bestzeit zu erzielen.

Nach etwas ruhigerer Zeit danach ging es ab August noch mal voll los. Die Vorbereitung lief dank der Hawaii-Euphorie wie von selbst. Im September absolvierte ich noch eine Mitteldistanz, den Rochlitzer Bergtriathlon, als letzten Härtetest. Völlig überraschend gewann ich die Ak und wurde mitteldeutscher Meister. Hawaii konnte kommen.

Gut eine Woche vorher dem Start ging es mit Hannes Hawaii Tours (HHT) nach Kailua Kona. Nach der Landung auf Big Island und dem Ausstieg spürt man sofort die Aura dieses für Triathleten magischen Ortes. Dort dabei sein zu dürfen ist wohl für jeden Hobbysportler das Höchste der Gefühle. Dies alles zu beschreiben würde den Rahmen hier sprengen. Ich denke mal viele wollen das erleben, einen Ironman zu finishen und die Krone des Triathlon erreichen in dem sie in Hawaii live dabei sein dürfen. Doch nur wenige haben es geschafft und werden es je schaffen, denn es wird immer schwieriger.

Für mich ging mein sportlicher Lebenstraum in Erfüllung. Das Schwimmen im Pazifik, die Fahrt mit dem Bike durch die Lavawüste nach Hawi im Kampf gegen die berüchtigten Mumuku-Winde, der Marathonlauf auf dem Highway ins legendäre Energy Lap bei brütender Hitze mit Temperaturen von über 40°C und der sagenhafte Zieleinlauf auf dem Ali’i Drive unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer mit der unbeschreiblichen und jedem Athleten die Tränen ins Gesicht drückende Aussage „You are an Ironman“ ist etwas was man mit Worten nicht wiedergeben kann!
freebird no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2010, 18:27   #2
freebird
Ironwoman
 
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Beiträge: 834
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Teil 2

In diesem Moment des Zieleinlaufs vergisst man einfach alles, das jahrelange harte Training, die Entbehrungen und Schmerzen… Alles läuft wie in Trance ab. Selbst wenn man vor Schmerz oder Verletzung nicht mehr gehen könnte, würde man wohl kriechen oder irgendwie versuchen dieses Ziel zu erreichen. Für mich war es der absolute Höhepunkt meiner sportlichen Laufbahn.

freebird: Du hast dann nach Hawaii ziemlich schnell wieder an Ironman- bzw. Langdistanzen teilgenommen, um u.a. wieder einen Slot für Hawaii zu bekommen. Viele Triathleten berichten, das es nach der Teilnahme an Hawaii erst mal schwer ist, ein neues Ziel zu finden, weil man ja sehr lange auf Hawaii hingearbeitet hat, auch mental. Für Dich war das also kein Problem?

ironstephan: Nein! Der Ironman Hawaii ist eines der größten, sportlichsten und emotionalsten Abenteuer. Somit gibt es eine Zeitrechnung vor und nach Hawaii bzw. Hawaii-Finisher oder nicht. Wenn das Ziel einmal an der Weltmeisterschaft teilzunehmen erreicht wurde, ist man natürlich unbeschreiblich glücklich, zufrieden und erst mal „gesättigt“. Der Stolz über das Erreichte ist groß, schließlich nehmen an dieser Großveranstaltung mit ca. 1700 der weltbesten Triathleten nur ca. 200 deutsche Starter teil.

Ich dachte mir zunächst, dass ich nun niemandem mehr etwas beweisen muss, schon gar nicht in diesem Alter. Oftmals kommt dann nach der Rückkehr Ende Oktober in Deutschland noch diese melancholische Herbststimmung und meistens, so zumindest bei mir, noch eine schwere Erkältung dazu. Der Körper ist einfach ausgelaugt, oder wie man immer so schön sagt, der Akku ist leer und das Immunsystem am Boden. Alles Gründe um sich erst mal zurückzulehnen, auszuruhen und zu genießen. Doch die Eindrücke und Erinnerungen an den Wettkampf lassen einem nie mehr los. Man sagt zwar einerseits, gut ich war ja einmal dort das reicht, aber denkt sich andererseits, und das liegt vielleicht auch am Charakter der Steinböcke, ich will und muss da noch mal hin.

Es ist einfach dieser Ehrgeiz der unbändige Wille es sich selbst immer wieder beweisen zu wollen, dass es keine Grenzen gibt. Man muss es nur wollen. Warum sollte nicht noch eine bessere Platzierung möglich sein? Ich nahm es mir also erneut vor mich für Hawaii zu qualifizieren. Aber leider reichte es 2009 in Frankfurt nicht. Die Konkurrenz war zu stark oder besser ich war zu langsam.

freebird: Du bist bei Wettkämpfen national, aber auch international unterwegs, u.a. hast Du letztes Jahr Florida erfolgreich gefinisht und dieses Jahr geht es für Dich nach Nizza. Was macht für Dich der Reiz an internationalen Wettkämpfen aus und welche Veranstaltung kannst Du national bzw. international besonders empfehlen?

ironstephan: Sehen wir es doch einfach mal so, das Leben ist viel zu kurz um all seine Wünsche und Träume auf später zu verschieben. Seit meinen Erlebnissen während des Afghanistan-Einsatzes 2007 versuche ich nach folgender Devise zu leben: „Genieße das Leben denn ist kürzer als du denkst“.

Jeder hat seine Hobbies und Neigungen, für mich ist es eben Triathlon. Und daher möchte ich jedes Jahr an einem anderen Ironman teilnehmen. 2008 waren es Lanzarote und Hawaii, letztes Jahr Florida und dieses Jahr eben Frankreich mit dem Start in Nizza. Nächstes Jahr vielleicht Südafrika oder irgendein anderer Wettkampf. Schau mer mal.

Von den insgesamt 9 Langdistanzrennen welche ich bisher absolviert habe, thront natürlich Hawaii mit Abstand ganz oben. Der Mythos des Ironman in Kailua Kona auf Big Island wird von keinem anderen Wettkampf auch nur annähernd erreicht. Aber unsere Langdistanzrennen in Deutschland brauchen sich, was Zuschauer und Organisation betrifft, nicht hinter den anderen Wettkämpfen verstecken.

Der Ironman Germany ist sicherlich der bestorganisierte Wettkampf der Welt. Der Ablauf von der Startunterlagenausgabe bis zur Siegerehrung ist absolute Spitzenklasse, das Publikum begeisterungsfähig und selbst auf der Radstrecke in jedem Ort engagiert und begeisterungsfähig.

Für Einsteiger auf der Ironman-Distanz empfehle ich den Ostseeman in Glücksburg. Ein familiärer Wettkampf mit großem Anteil an Neulingen und Staffeln, kompakt und sehr gut organisiert. Viele Zuschauer, tolle Stimmung und als einziger Langdistanz-Tria in Deutschland mit Schwimmen im offenen Meer. Allerdings ist die Ostsee selbst im August oft sehr kühl, Wassertemperaturen um die 17°C sind normal und daher sollte nur mit Neo geschwommen werden. Dafür ist er mit 180 € Startgeld im Vergleich zu den 380 € eines Ironman doch relativ günstig.

Unter den internationalen Ironman empfehle ich den IM-Lanzarote. Er ist noch nicht so überlaufen wie die anderen europäischen Wettkämpfe. Ein harter aber landschaftlich sehr reizvoller Wettkampf mit anspruchsvoller und schwieriger Radstrecke. Dieser Ironman muss im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet werden.

freebird: Nun hast Du ja schon an vielen internationalen Wettkämpfen teilgenommen. Bei einem nationalen Wettkampf ist es ja u.U. möglich vorab mal die Strecken abzufahren oder das Training dorthin zu verlagern. Wie trainiert man am besten auf einen internationalen Wettkampf hin, wo man die Strecken nun nicht direkt kennt und am Wettkampftag u.U. mit anderen Klimaverhältnissen als in Deutschland zu tun hat?

ironstephan: Es empfiehlt sich natürlich grundsätzlich immer, egal ob national oder international, die Strecken vorher zu erkunden. Bei Veranstaltungen im Ausland mache ich es in der Regel so, dass ich entsprechend früh anreise, umso nochmals die Strecken genau inspizieren zu können. Dies ist logischerweise noch wichtiger wenn es sich um eine schwierige Radstrecke wie z.B. auf Lanzarote handelt. Daher war ich damals vor dem Ironman bereits im Winter für eine Woche im Radtrainingslager und konnte so die Bedingungen ausgiebig kennenlernen. Und bei den IM auf Hawaii und Florida reiste ich jeweils eine gute Woche vorher an damit ich neben der Streckenbesichtigung mich auch noch akklimatisieren konnte, da ja die Temperaturen im Oktober in DEU doch um einige Grad niedriger sind.

freebird: Du wirst seit dem 1.3.2010 vom Professional Endurance Team gecoacht. Thomas Hellriegel und Luke Dragsta werden u.a. auch von Susanne Buckenlei und Matthias Fritsch trainiert. Wie weit entfernt, würdest Du sagen, bist Du noch davon ein Profi Triathlet zu sein und war das jemals eine Option für Dich, mit Triathlon sein Geld verdienen zu können?

ironstephan: Oh je, also bis zum Profi fehlt schon noch einiges Nein, mich damit zu vergleichen ist ja schon aus Altersgründen abwegig und es war auch nie eine Option für mich. Ich bin ein ambitionierter „Age-Grouper“ mit sicherlich sehr ehrgeizigen Zielen, aber eben nur „Hobby“-Athlet. Da hätte ich schon in jungen Jahren mit Leistungssport anfangen müssen, dann hätte das vielleicht etwas werden können.
freebird no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2010, 18:29   #3
freebird
Ironwoman
 
Registriert seit: 07.06.2009
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Beiträge: 834
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Teil 3

Es ist sicherlich verlockend als Profisportler sein Geld zu verdienen und sein Hobby zum Beruf zu machen, vor allem wenn man so gerne Sport treibt wie ich, aber dazu gehört schon etwas mehr als Fleiß und Wille. Tja und nachdem ich eben mit diesem Willen und Trainingsfleiß nun auch als engagierter Freizeitsportler leistungsmäßig nicht mehr weiter kam, dachte ich mir ich versuch es halt mal mit professioneller Hilfe.

Die Erfolge der von Professional Endurance Team (PET) betreuten Athleten haben mich beeindruckt. Nicht nur die der Profis, sondern eben auch die zahlreicher Altersklassenathleten. Und daher dachte ich mir, man kann es ja mal versuchen. Ist zwar nicht ganz billig, aber bis zum Ironman Nizza werde ich es jetzt mal vier Monate ausprobieren. Und sollte es dort nicht mit der „Hawaii-Quali“ klappen, muss ich wohl akzeptieren, dass im fortgeschrittenen Alter einfach irgendwann der Punkt kommt an dem keine Verbesserung mehr möglich ist. Doch ich hoffe es ist noch nicht soweit.

freebird: Hinter jedem starken Triathlet, behaupte ich mal, steckt auch eine starke Frau bzw. Familie und ein halbwegs geregelter Job. Wie gelingt Dir der Spagat zwischen Beruf, Familie und Training und kann Deine Frau noch "ertragen", wenn Du die Laufschuhe schnürst ?

ironstephan: Ich denke doch ganz gut. Natürlich muss man, um dies alles unter einen „Hut“ zu bringen, seinen Tagesablauf gut organisieren, die verfügbare Zeit sorgfältig aufteilen, vorausschauend planen und nicht in den Tag hinein leben. Erleichternd kommt dazu, dass mein Dienstherr einen entsprechenden Fitnesszustand fordert und dazu auch entsprechende Trainingsmöglichkeiten anbietet. Die gleitende Arbeitszeit hilft zusätzlich. So kann ich sehr früh vor Arbeitsbeginn z.B. zum Schwimmen gehen, oder mich nachmittags zeitig zum Radfahren abmelden.

Darüber hinaus werde ich bei entsprechender Leistung auch gefördert und komme in den Genuss an Leistungsdiagnostiken und Trainingslager teilzunehmen. Aber auch ich werde manchmal kurzfristig und außerplanmäßig auf eine Dienstreise geschickt oder muss zu einer wichtigen Besprechung. Dann gilt es zu improvisieren. Aber wenn man trainieren will, dann kann man auch trainieren!

Tja und wenn die Familie bzw. das private Umfeld auch aktiv sind, dann funktioniert es einwandfrei. Ich habe das Glück, dass meine beiden Jungs ebenfalls Sport treiben und ich eine sehr verständnisvolle, liebe und sportliche Frau habe, die voll und ganz hinter mir steht. Danke „ironfan“, ein dickes Kompliment an dieser Stelle sei mir erlaubt. Ohne Dich wäre vieles nicht möglich!

freebird: Ohne vernünftige Regeneration kann kein Trainingserfolg stattfinden. Für die meisten von uns bedeuten jedoch Ruhetage lediglich die Abwesenheit einer Trainingseinheit, Job und Alltagspflichten bleiben aber bestehen. Stell Dir vor, alles wäre möglich, wie sehe dann der perfekte Ruhetag für Dich aus?

ironstephan: Nun gerade ambitionierte Triathleten neigen ja gerne dazu eher zuviel als zu wenig zu machen. Getreu dem Motto, lieber wenigstens etwas trainieren als gar nichts tun. Das schlechte Gewissen halt… Ich schließe mich da natürlich ein. Regeneration? Nur für Schwache! Dies war jedenfalls lange Zeit auch meine Devise. Doch man wird älter und klüger. Das Zweite hoffe ich zumindest.

Nein, es ist schon richtig und wichtig, dass man sich nach anstrengenden Trainingseinheiten ausruht und erholt. Und Regeneration bedeutet ja nicht einfach nur nichts tun, sondern eben den Körper die Möglichkeit zu geben die beanspruchten Organe und Muskelgruppen wieder herzustellen z.B. durch aktive Erholung.

Mein perfekter Ruhetag? Ausschlafen, gut und reichlich frühstücken, Zeitung lesen, etwas Schwimmen, in die Sonne legen, eine Massage genießen, gutes Essen mit einem Glas Rotwein, spazieren gehen oder eine lockere Radausfahrt zur Eisdiele, danach gemütlich Cappuccino trinken und Kuchen essen usw. Aber wohl nur im Urlaub und nach der Saison möglich.

freebird: Und last but not least, hast auch Du, wie schon alle anderen vor Dir, das letzte Wort, in dem ich Dich bitte, doch folgenden Satz zu beenden. Triathlon ist für mich…

ironstephan: ..... ein Sport in dem man mit starkem Herz, Mut und Willen seine eigenen körperlichen und mentalen Barrieren durchbrechen kann - ja vielleicht sogar muss - um das übergroße erscheinende Ziel zu erreichen und dabei Gefühle durchlebt, die andere Menschen niemals kennen lernen werden.
freebird no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2010, 20:25   #4
Physiofee
Physioexpertin
 
Registriert seit: 18.01.2009
Ort: München Alt Riem
Beiträge: 1.427
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Bum.....

Was für ein tolles Interview. So was gibts einfach nur auf triathlon.de. Kompliment Ihr 2. Toll. Danke dafür.
Physiofee no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2010, 20:37   #5
Sören
Leihfahrradfahrer lass ich links liegen
 
Registriert seit: 10.01.2009
Ort: Nordfriesland
Alter: 34
Beiträge: 320
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Seeeeehr schönes Interview..!
Danke!
Sören no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2010, 21:11   #6
Dreisportler
Einer muss es ja tun
 
Registriert seit: 15.03.2008
Ort: København
Alter: 45
Beiträge: 2.485
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Supi Birdy, sehr schöne Fragen. Und auch sehr schöne Antworten, Ironstephan. Auch beim Interview ein Langdistanzler
Dreisportler no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2010, 07:33   #7
Paragrafina
Leihfahrradfahrer lass ich links liegen
 
Registriert seit: 04.06.2009
Ort: Niederbayern
Alter: 50
Beiträge: 218
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Ein tolles Interview mit interessanten und auch emotionalen Antworten ! Da läuft alleine beim Lesen mancher Passagen schon Gänsehaut ...
Danke Ihr beiden !
Paragrafina no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2010, 08:11   #8
flossi65
Mit Stützrädern-Fahrer
 
Registriert seit: 29.09.2009
Ort: Hutthurm
Alter: 53
Beiträge: 21
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Coooooool, da wirds einem heiß und kalt, tolles Interview!!! Wow, Danke, freebird und Ironstephan
flossi65 no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2010, 20:57   #9
druski
Mit Stirnlampe auf dem Kopf Renner
 
Registriert seit: 07.06.2009
Ort: Fürstenfeld, Austria
Alter: 31
Beiträge: 461
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Sehr lesenswert!

Und super Leistung!
druski no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2010, 21:27   #10
PeterMuc
Mod, die rechte und linke Hand vom Chef
 
Benutzerbild von PeterMuc
 
Registriert seit: 02.03.2004
Alter: 48
Beiträge: 1.806
Re: Interview mit ironstephan - "He is an ironman!"

Mensch,
sowas könnt ihr mir doch nach dem Urlaub nicht antun
Das muss ich in Ruhe im Büro lesen
PeterMuc no ha iniciado sesión   Mit Zitat antworten
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