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Christian Kramer: Top 5 in Melbourne? Auf jeden Fall ich!

20. März 2014 von Mario Lisker

Christian RitterDer Wind verschleiert das Brennen der Sonne, die mit 25 Grad in gewohnter Kanaren-Manier ihr Bestes gibt. Während am Nebentisch eine ältere Dame mit den Tücken der modernen Technik kämpft, können wir unser Schmunzeln darüber, wie in das iPad direkt unter der Nase haltend hineingebrüllt wird nicht mehr verbergen. Wir? Christian Kramer weiß um die Vorteile Fuerteventuras zu dieser Jahreszeit und bereitet sich so gezielt auf den Ironman Melbourne vor. Das nach seinem Hawaii Ergebnis vieles aber längst nicht alles besser ist, erfahren wir bei alkoholfreien Cocktails und Eis…


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Cocktails und Eis?

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass an diesem Tage bereits drei Einheiten absolviert waren. Noch vor dem Frühstück spult „Ritti“, wie er dank seines Namens vor der Heirat genannt wird, locker ein Läufchen herunter. Die ebenfalls angereiste Trainingsgruppe kann da nicht mithalten. Einzig Bastian Dobrowald, ein Bundesliga Starter, hält dagegen und läuft locker mit. Locker? Beeindruckend ruhig wo der Rest der Gruppe bereits mit Stoßatmung kämpfen würde. „Wir konnten noch ein paar Sekunden pro Kilometer herauskitzeln“ sagt Ritti mit einem leichtem Kopfnicken in Richtung seines Trainers.

Christian Ritter

Das Gesamtpaket muss stimmen

Der schnellste deutsche Marathonläufer auf Hawaii 2013 wusste gezielt an den vermeintlichen Schwächen zu arbeiten. Doch auch die Topdisziplinen blieben nicht unbeachtet „…das Gesamtpaket war für uns entscheidend. Es hilft ja nichts, wenn ich nach einem besseren Radsplit über drei Stunden laufe.“ Auch das Schwimmtraining nach dem Frühstück zeigt die Welten zwischen einem Profi zu ambitionierten Sportler auf. Während alle fleißig das vorgegebene Programm abarbeiten, ist Christian bereits auf der Nebenbahn des beheizten Pools und genießt die restliche Zeit mit seiner Tochter.

Melbourne wird eine Standortbestimmung werden

Wer Fuerteventura kennt weiß, dass es keine windfreien Tage gibt. Der Umgang mit den oftmals schwierigen Verhältnissen könnte beim windanfälligen Ironman Melbourne Kurs am 23.03. ein Vorteil werden. Auch wenn Christian eine technisch anspruchsvollere, profilierte Radstrecke mehr liegt, wie er sagt. Ob bereits jetzt der Trainerzuwachs von Erfolg gekrönt sein wird sieht Christian eher nüchtern. „Es kann ein langwieriger Prozess sein, bis man zählbare Resultate sieht“ Sein Radcoach Ben teilt diese Meinung nur bedingt „Um die Laufleistung sorge ich mich nicht und auf dem Rad haben wir deutliche Potentiale erkannt an denen wir konzentriert arbeiten. An dem Tag, an dem Christian vorn mit vom Rad steigt, würde ich gern in der zweiten Wechselzone die Gesichter seiner Kollegen sehen, die um seine Laufstärke wissen. Melbourne wird zumindest erstmal den momentanen Stand zeigen“.

Top 5 in Melbourne? Auf jeden Fall ich…

Mario Lisker, freiWas bleibt als Eindruck? Es überrascht immer noch, dass anscheinend wenige Christian Kramer auf der Rechnung haben. Top 5 im Schwimmen und die schnellste deutsche Laufzeit zur Weltmeisterschaft wurden vom Radsplit verschleiert. Hat er diese Baustelle, wie es scheint, erfolgreich in Angriff genommen, wird das Dark Horse schnell zum gefürchteten Ritter, ähm Kramer. Seine Ansage für die Top 5 scheint eher tief gestapelt als hoch gepokert – aber laute Worte waren noch nie sein Ding. Sich treu bleiben und durch Leistung auffallen lautet die Devise. Hoffen wir, dass dies auch endlich den Sponsoren auffällt um die Christian kämpfen muss. Dass deutlich besser gesponsorte Kollegen hinter Christian im Ziel sind, hat einen faden Beigeschmack…

Hier geht´s zum kompletten Interview.

Hier könnt ihr das Rennen in Melourne verfolgen.

Hier geht´s zur Homepage von Fotofabrik Henze.

Fotos: Susann Förster, triathlon.de


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