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Chefredakteurin im Einsatz: Kampf mit allen Mitteln

2. September 2016 von Christian Bottek

Wechselszene,   einmaligSeit Sonntag ist unsere Chefredakteurin Christine nun im Dauereinsatz. Jetzt bleiben ihr weniger als 24 Stunden um das Ziel in Moynalty zu erreichen. Dabei liegt noch ein echter Kraftakt vor ihr und ihrem Team. Die Unterstützung die Christine via Social Media und vor Ort erhält, ist gigantisch. Um die Extremsportlerin zu unterstützen sind dabei der Kreativität keine Grenzen gesetzt.


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Wechselszene,   einmaligDienstag Abend. Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf begibt sich Christine wieder in den Sattel und macht sich auf, die restlichen knapp 1300 Kilometer in Angriff zu nehmen. Doch der Kopf wird immer schwerer. Durch die Strapazen der letzten Tage ist die Muskulatur bereits so übermüdet, dass die Kraft fehlt, den Kopf zu heben. Doch ihr Team ist auf alles vorbereitet und die erste „MacGyver“-Lösung kommt zum Einsatz. Dauerhaft werden im Begleitfahrzeug neue Methoden entwickelt, um Christine bestmöglich zu unterstützen. Gut eingepackt geht es weiter. Langsam setzt auch wieder irisches Wetter ein. Bei leichtem Regen und Wind geht es in die Nacht. Gegen zwei Uhr ist dann der nächste drei-Stunden-Schlaf geplant.

01:30 Uhr – die ersten 1000 sind geknackt

Die vergangenen Stunden waren für das Team etwas ganz besonderes. Die muskulären Probleme stellten alle vor eine riesige Herausforderung und es schien so, als würde das Projekt RAI in Gefahr. Doch mit viel Geschick, Ruhe und Erfahrung, aber auch durch viel Unterstützung durch Christines Fans, kann das Abenteuer weitergehen. Bald ist das zwölfte Teilstück geschafft und langsam rückt der Zeitpunkt näher, ab dem die Kilometer rückwärts gezählt werden können. Etwas später als geplant, geht es dann in die lang ersehnte Pause. Hinter Christine und ihrem Team liegt einer der schwersten Tage, seit dem Beginn des Rennens. Im letzten Abschnitt mussten erneut Berge um die 25 Prozent bewältigt werden.Wechselszene, einmalig

„Kopf hoch, Christine“

Im Hotelzimmer so viele Kräfte wie möglich gesammelt, geht es am Mittwochmorgen nach knapp vier Stunden Pause in die zweite Hälfte des Rennens. Christine ist trotz der Anstrengungen der vergangenen Tage relativ locker. Der Nacken wird weiter stabilisiert. Um die Schmerzen und die Anstrengung ein wenig vergessen zu können, werden Christine nun durch den Lautsprecher Fangrüße, Witze, Geschichten und Musik vorgespielt. Jede Abwechslung tut gut. Am Nachmittag gibt es dann weitere Motivation: bis zum Ziel sind es nun keine 1000 Kilometer mehr. Auf dem Weg zum nächsten Zwischenziel bekommt Christine dann auch etwas Gesellschaft. Für ein paar Kilometer rollt sie gemeinsam mit Team 104.Wechselszene, einmalig In der Nacht wird es dann wieder steil. Der Team-Transporter hat kaum mehr Platz auf den engen Straßen.  Doch Christine ist noch immer klar im Kopf und tritt in die Pedale, was geht. Auf einem Anstieg ruft sie ihrem Team zu, sie sollen das Canada Life Shirt waschen, das möchte sie bei der Zieleinfahrt tragen. Christine fährt die Nacht durch. Morgens um 05:00 Uhr sind es noch 30 Kilometer bis zur nächsten Pause. Langsam ist die Müdigkeit überwunden. Mittlerweile sind auch schon zwei Drittel des Rennens geschafft. Das ganze Team verfällt ein wenig in Euphorie.

Nachtprogramm: 210 Kilometer bei Fremd-Navigation

Wechselszene, einmaligNach zweieinhalb Stunden Schlaf geht es weiter. 400 Kilometer sind für die heutige Etappe geplant. Christine wirkt voll fokussiert auf das, was vor ihr liegt. Die Beine sind noch immer überraschend fit, lediglich der Nacken macht weiter Ärger und muss gestützt werden. Ein Problem das unter Langdistanz-Fahrern bekannt ist. Christine beißt sich weiter durch. Der Wettergott ist heute wieder ein wenig auf Christines Seite, es ist trocken und der Wind hat nachgelassen. Aus dem Lautsprecher ertönen wieder die Musikgrüße der Fans. Am Nachmittag war’s das mit dem guten Wetter. Es regnet wieder wie aus Eimern. Am Abend ist endlich Kinsale erreicht. Jetzt sind es nur noch sechs Teilstrecken bis zum Ziel. Der Plan für die Nacht steht: 210 Kilometer sollen bis zur nächsten Pause noch gefahren werden. Christine muss mittlerweile über das Mikro navigiert werden. Durch die Versteifung des Nackens kann sie keine zehn Zentimeter mehr links oder rechts gucken.

Deutscher Sieg beim RAI 2016

Der nächste Morgen bricht an. Christine tritt weiter kräftig in die Pedale. Noch sind es knapp 50 Kilometer bis zur geplanten Pause in Waterford City. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Sieger, Guido Löhr aus Deutschland bereits im Ziel. Er benötigte unter 107 Stunden für die Strecke des RAI. Die Straßen werden schlechter und schlechter. Christine kämpft gegen die Müdigkeit an. Meter für Meter spult sie herunter. Wenig später ist das Hotel in Waterford erreicht.

Die letzten 24 Stunden brechen an

Nach einem kurzen Powernap geht es weiter. Das nächste Teilstück ist etwa 100 Kilometer, so lange hat Christine Zeit sich einzuradeln. Dann wird es extrem. Nach 1900 zurückgelegte Kilometern warten die härtesten Anstiege des Race Around Ireland. Am Nachmittag sind es dann keine 24 Stunden mehr, bis das Ziel erreicht sein muss. Noch sieht es gut aus und Christine kämpft sich weiter durch. Zum momentanen Zeitpunkt rechnet das Team mit einer Ankunft im Laufe des morgigen Samstags. Die letzten 260 Kilometer brechen an.

Wechselszene, einmaligTom Crean Award für Startnummer 114

Dann kommt eine überraschende Meldung herein. Christine gewinnt den Tom Crean Award. Diese Auszeichnung erhält der Einzelfahrer, der am schnellsten das Teilstück zwischen Killarney und Sneem bewältigt. Im Rahmen des RAI gelten diese 126,7 Kilometer mit sechs großen Anstiegen als der härteste Abschnitt des Rennens. Christine benötigte für diesen Teilabschnitt 7 Stunden und 44 Minuten. Eine unfassbare Leistung.

Kräfte sammeln für den Zielspurt.

Im Moment macht das Team noch einmal Pause. Vor Einbruch der Nacht werden Christine noch einmal 30 Minuten Schlaf gegönnt. Anschließend geht es für sie auf die letzten 200 Kilometer ihres Race Around Ireland.

Die Zusammenfassung des ersten Teils ihres Rennens, könnt ihr hier nachlesen.

Hier könnt ihr Christines Rennen live mittracken.

Fotos: Wechselszene

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