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Challenge Roth: Weltbestzeit mit Ansage

18. Juli 2016 von Christian Bottek

Jan Frodeno,   Challenge Roth Media,   freiDie 15. Ausgabe des Challenge Roth verlief wie erwartet. Die beiden Weltmeister Jan Frodeno und Daniela Ryf zeigten einen dominanten Auftritt und konnten die Konkurrenz jeweils über 20 Minuten hinter sich lassen. Lediglich im Rennen der Herren entwickelte sich ein spannender Kampf um den zweiten Platz. Die Fans am Streckenrand, sowie der neue Weltrekord auf der Langdistanz der Herren machten den Challenge Roth erneut zu einem einmaligen Triathlon-Event. Ein trauriges Ereignis bleibt dabei jedoch in Erinnerung.


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Pünktlich um 06:30 Uhr fiel der Startschuss zum diesjährigen Challenge Roth. Jan Frodeno, welcher sich im 19,4 Grad warmen Wasser sichtlich wohlzufühlen schien, konnte bereits nach knapp 200 Metern einen kleinen Vorsprung auf seine Verfolger herausschwimmen. Frodeno machte von Anfang an klar, dass er in diesem Rennen seiner Ansage Taten folgen lassen wollte. Bei den Frauen stellte die Weltmeisterin Daniela Ryf erneut unter Beweis, dass sie eine exzellente Schwimmerin ist und positionierte sich kurz nach dem Start unter den ersten zehn Männern.

Schwimmen, Challenge Roth Media, freiVorjahressieger schnell distanziert

Nach der Hälfte der Schwimmdistanz konnten sich die beiden Weltmeister bereits beachtlich absetzen. Jan Frodeno konnte knapp 70 Meter auf den Vorjahressieger Nils Frommhold gut machen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ryf bereits einen drei-minütigen Vorsprung auf die „fliegende Holländerin“ Yvonne van Vlerken. Nach 45:22 Minuten verließ Frodeno das Wasser, knapp zwei Minuten darauf folgten sein Trainingspartner Nick Kastelein und Nils Frommhold. Damit unterbot er die Schwimmzeit von Andreas Raelert aus dem Jahr 2011 bereits um 56 Sekunden. Einen noch deutlicheren Abstand konnte Daniela Ryf zwischen sich und ihre Konkurrentinnen bringen. Sie schwamm knapp sechs Minuten auf die Verfolgerinnen Versterby, Beranek und Lester heraus. Van Vlerken folgte weitere zwei Minuten später.

Schrecksekunden für den Weltmeister 

Presse Challenge Roth 3Auf dem Rad unterstrich Frodeno seine beim Schwimmen gezeigte weltmeisterliche Leistung. Bei sehr guten Bedingungen benötigte er nur etwas mehr als vier Stunden und acht Minuten. Mit der schnellsten Radzeit konnte er den Vorsprung auf die Verfolgergruppe mit Frommhold, Kastelein und Butterfield weiter ausbauen. Selbst ein Sturz auf rutschiger Fahrbahn, sowie etwas später ein plötzlich ausscherendes Auto, konnten ihn dabei nicht aus dem Konzept bringen. Material und Fahrer überstanden beides unbeschadet.

Ryf auf Bestzeitkurs

Im Damenrennen spielte sich ein ähnliches Szenario ab. Die Weltmeisterin Ryf stieg mit der schnellsten Radzeit nach 4:31:29 Stunden vom Rad und distanzierte die Konkurrenz weiter. Zu diesem Zeitpunkt war sie knapp zehn Minuten schneller, als die bisherige Rekordhalterin Chrissie Wellington in ihrem damaligen Rennen. Besonders unglücklich verlief der zweite Teil des Rennens für Michelle Versterby. Sie verlor aufgrund eines Raddefektes mehrere Minuten. Van Vlerken hingegen wieder zur Verfolgergruppe aufschließen. Gemeinsam mit Beranek und Lester beendete sie die zweite Disziplin. Währenddessen befand sich Ryf bereits 14 Minuten auf der Laufstrecke.

Daniela Ryf, frei

Ryf knackt drei-Stunden-Marke bei Roth-Premiere

Ihre überragende Form bestätigte die Weltmeisterin auf dem Laufkurs Richtung Roth. Mit 02:57:40 Stunden konnte sie den Marathon in einem Langsdistanzrennen zum ersten Mal in unter drei Stunden finishen. Damit verpasst sie die Zeit von Chrissie Wellington zwar um knapp vier Minuten, kam dieser allerdings bereits gefährlich nahe. Als Zweite erreichte Carrie Lester die Ziellinie in Roth. Sie konnte sich von der Verfolgergruppe um die von Magenproblemen gequälte Vorjahressiegerin van Vlerken durch die zweitbeste Laufzeit im Damenfeld absetzen.

Knappe Entscheidung um Platz zwei bei den Herren

Christian Bottek, freiAuch beim Laufen hat Jan Frodeno keine Fragen offen gelassen. Mit einem Marathon von knapp unter 02:40 Stunden sicherte er sich den Weltrekord. Lediglich Joe Skipper war an diesem Tag etwas schneller auf der Laufstrecke unterwegs. Mit seinem sensationellen Marathon von 02:38:52 Stunden stürmte er auf Gesamtrang zwei. In einem packenden Finale konnte er Nils Frommhold, der über acht Minuten vor ihm die Wechselzone zwei verlassen hatte, kurz vor der Ziellinie in Roth einholen. Dem Vorjahressieger fehlte hinten raus die Kraft um den zweiten Platz bis in das Ziel zu verteidigen

Ergebnisse Herren:

  1. Jan Frodeno, 7:35:39
  2. Joe Skipper, 7:56:23
  3. Nils Frommhold, 7:57:49
  4. Cyril Viennot, 8:02:44
  5. Nick Kastelein, 8:05:03

Ergebnisse Damen:

  1. Daniela Ryf, 8:22:04
  2. Carrie Lester, 8:42:13
  3. Yvonne van Vlerken, 8:49:35
  4. Laura Siddall, 8:51:59
  5. Anja Beranek, 9:00:20

Staffeltriathlet verstirbt

Ein trauriges Ereignis überschattete den Rekord-Tag. Ein 50-jähriger Staffelschwimmer wurde durch die Wasserwacht aus dem Main-Donau-Kanal geborgen. Sofort wurde mit der Reanimation begonnen und am Ufer wartende Ärzte führten die Wiederbelebungsmaßnahmen weiter fort. Der Sportler wurde noch mit dem Helikopter in das Südklinikum Nürnberg eingeliefert, doch für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Bei der Pressekonferenz zeigte sich der Renndirektor Felix Walchshöfer betroffen und sprach den Angehörigen des Betroffenen sein Mitgefühl aus. Er wies aber auch darauf hin, dass den Helfern keinerlei Vorwurf zu machen sei.  Von der Bergung bis zur Wiederbelebung vergingen gerade einmal 30 Sekunden.

Fotos: Challenge Roth, Christian Bottek

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