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Challenge Roth Special 2013: Roth-Premiere mit Favoritendruck

1. Juli 2013 von Christine Waitz

Foto: Ingo Kutsche,   freiAls zweifache Vizeweltmeisterin muss sich Caroline Steffen den Anspruch der Favoritenrolle für den Sieg bei der Challenge Roth 2013 wohl aufbürden lassen. Zumal die amtierende Weltmeisterin Leanda Cave, ebenso wie die Erste des letzten Jahres, Rachel Joyce, das Rennen krankheitsbedingt absagen mussten. Ob die Schweizerin nach Verletzung zuversichtlich in das Rennen geht und warum sie das Tripple in Frankfurt sausen lässt, verrät sie uns im Interview.


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Schwimmen, Radfahren, Triathlon? Caroline Steffen hatte den sportlichen Dreikampf schon fast in petto, bevor sie ihren ersten Triathlon überhaupt absolviert hatte. Und das auf höchstem Niveau. Über zehn Jahre hinweg war sie Mitglied der Schweizer Schwimmnationalmannschaft und konnte 17 nationale Titel erschwimmen.
Foto: Ingo Kutsche, freiEinige Zeit später, eine Sportart weiter, konzentrierte sich die junge Schweizerin auf das Radfahren. Zwei Jahre fuhr sie in einem Damenteam, durfte an der Tour de France der Frauen teilnehmen. Kein Wunder also, dass sie kurz darauf die ersten Titel im Triathlonsport gewann. 2008 stand sie beim Ironman Australien das erste mal auf dem Podium. Schon 2010 folgte ein Weltmeistertitel – bei der ITU Langdistanz in Immenstadt holte sie erstmals die Goldmedaille in die Schweiz. Zahlreiche Siege und Titel, darunter zwei Europameistertitel im Ironman, folgten.

Den zweiten Platz gebucht

Im Ironman blieb ihr der Weltmeistertitel bisher allerdings verwehrt. So musste sie sich 2010 der Australierin Mirinda Carfrae und 2012 der Amerikanerin Leanda Cave geschlagen geben.
Auf dem Papier stehen die Siegeschancen Steffens, die mittlerweile überwiegend in Australien lebt, entsprechend gut. Dennoch – ganz reibungslos verlief der Saisonauftakt nicht. Beim Ironman Melbourne, wo sie ihren Sieg verteidigen wollte, musste sie sich mit einem dritten Platz zufrieden geben. Die ITU Weltmeisterschaft sagte sie aufgrund von Oberschenkelproblemen ab. Ob sie nach überwundener Verletzung trotzdem zuversichtlich in das Rennen geht, haben wir sie gefragt.

Foto: Nora Reim frei

Hallo Caroline. Du kommst direkt aus dem Schweizer Bergdorf Leysin nach Roth. Dort trainierst du im Sommer zusammen mit dem Team um Brett Sutton. Wie sind die letzten Trainingswochen verlaufen?

Grundsätzlich sehr gut. Im Monat Mai hat mir das Wetter (Schnee) etwas Mühe bereitet und ich musste einige Einheiten verschieben, ein paar Radeinheiten mehr als gewünscht auf der Rolle fahren und ich schwamm auch deutlich mehr als sonst. Ich hoffe, das kommt mir in Roth zugute. Die letzten paar Wochen sind jedoch reibungslos und nach Plan verlaufen.

Das Frühjahr verlief nicht ganz nach Wunsch. Der lange Winter in den Schweizer Bergen machte das Training nicht leichter, dazu kam eine Entzündung im hinteren Oberschenkel und die abgesagte ITU Weltmeisterschaft. Gehst du nun umso motivierter in das Rennen nach Roth?

Ja die erste Jahreshälfte verlief nicht ganz nach Wunsch. Ich hatte nicht die Möglichkeit mit Brett zu trainieren was für mich einen riesen Unterschied macht. Dann wurde ich im März eine Woche vor dem IM Melbourne krank und kurz vor der ITU WM habe ich mich verletzt und konnte nicht richtig laufen. Ich hoffe das war`s für dieses Jahr mit unerwünschten Ereignissen. Ich möchte bald wieder Siege feiern können. Motiviert bin ich auf alle Fälle. Ich möchte gerne in Roth zeigen was ich wirklich drauf habe.

In Frankfurt hättest du in diesem Jahr die Chance auf das doppelte Tripple gehabt. Den dritten Sieg und den dritten EM-Titel in Folge. Was hat dich dazu bewogen stattdessen nach Roth zu kommen?

Ich habe mich für Roth entschieden weil ich eine neue Herausforderung suchte, ein „Challenge“ halt. Ich habe so viel Gutes von diesem Rennen gehört, da will ich einfach auch einmal dabei sein und mitreden können. Challenge Roth steht schon lange ganz oben auf meiner ToDo Liste, denke das ist einfach ein Rennen das jeder Triathleten mindestens einmal gemacht haben muss. Ich hoffe, dass in diesem Jahr meine „Frankfurter-Fans“ den Weg auch bis nach Roth finden werden.

Wen siehst du nach Absage von Leanda Cave und Rachel Joyce als härteste Konkurrentin?

Zuerst möchte ich sagen, dass es mir sehr leid tut für die zwei. Ich weiss wie gerne sie am Start stehen würden. Aber Verletzungen sind halt allgegenwärtig in unserem Sport, das erfuhr ich selbst am eigenen Körper dieses Jahr.  Ich habe mich auf das Duell sehr gefreut weil wir ja sonst nur auf Hawaii die Gelegenheit haben gegen einander zu starten. Nun ist das ganze etwas offener, ich werde alle gut im Auge behalten.

Roth ist unter Profis wie Altersklassenathleten berühmt. Zahlreiche deiner Teamkameraden waren hier schon am Start. Die Geschichten rund um den Wettkampf sind allgegenwärtig. Auf was freust du dich bei deinem ersten Auftritt in der Triathlon Hochburg besonders?

Da kommt mir spontan der Solar-Berg in den Sinn. Das muss dort ja ganz schon Tour de France-like zu und her gehen. Hoffe nur, dass ich nicht zu übermütig diesen Berg hoch rase.

Zum Challenge Roth Special 2013.

Fotos: Ingo Kutsche, Nora Reim

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