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Challenge Roth 2016: Wer ist die Königin von Roth?

11. Juli 2016 von Christine Waitz

Ingo Kutsche,   freiEbenfalls auf Rekord-Jagd wird sich die Niederländerin Yvonne van Verkenn begeben. Dabei ist es, im Gegensatz zum Männerrennen, erst einmal nicht entscheidend, wie lange die „fliegende Holländerin“ ins Ziel braucht. Wichtig ist nur, dass sie die Zeitmessmatte als erste Frau überquert. Dann nämlich hätte sie sowohl Paula Newby-Fraser, als auch Chrissie Wellington im Langzeit-Wettkampf um die meisten Siege in Roth abgehängt. Doch die Konkurrenz will das verhindern…


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Chancen auf ein Zurückgewinnen der Weltbestzeit, die van Vlerken schon inne hatte, und die ihr Chrissie Wellington 2011 mit 8:18:13 Stunden abjagte, sieht Yvonne van Vlerken übrigens nicht. „Der Weltrekord wird bestehen bleiben – ich sehe Keine, die in die Nähe käme,“ sagte sie bei einem Interview im Sommer 2015.

Ganz so einfach jedoch dürfte aber auch der angepeilte Rekordversuch nicht werden. Gleich mehrere Male musste sie in der laufenden Saison schon deutschen Athletinnen den Vortritt lassen. Beim Ironman 70.3 Austria war es Laura Philipp, die sich vor sie schob. Etwas schwerer wiegen wird die Niederlage gegen Anja Beranek beim Ironman 70.3 Kraichgau. Mehr als sieben Minuten Vorsprung hatte die Fürtherin, die von Beginn an das Tempo diktierte, am Ende. Van Vlerken zeigte sich im Ziel sichtlich enttäuscht.

Ingo Kutsche, frei

Yvonne van Vlerken wäre jedoch nicht Yvonne van Vlerken, wenn sie nicht bald wieder ein Lächeln auf den Lippen gehabt hätte. Zuletzt gewann sie die Halbdistanz beim Triathlon Ingolstadt – und strahlte wie gewohnt in die Kamera.

Wie sehr sie sich auf das Rennen in Roth freut, das merkt man ihr sichtlich an. „Nur noch zwei Wochen – Zeit für einen letzten langen Lauf!.“ „Noch 11 Tage und dann ist das Vonsy-Support-Team wieder voll im Einsatz,“ fiebert sie dem Wettkampf und ihrer Gastfamilie öffentlich entgegen. Klar dürfte sein: Auch bei ihrem sechsten Start wird die sympathische Holländerin vom Publikum angefeuert über die Strecke fliegen.

Anja Beranek will den Sieg

Ingo Kutsche, freiAnja Beranek an der Spitze des Damenfeldes. Lange Zeit bestimmte die Fürtherin im letzten Jahr den Rennverlauf. Nach dem Schwimmen hatte sie sich schnell in ihrer Paradedisziplin durchgesetzt und zeitweise mehr als sechs Minuten Vorsprung auf ihre Konkurrentinnen Yvonne van Vlerken und Carrie Lester herausgefahren. Zum zweiten Wechsel waren es dann schon nur noch wenig mehr als drei Minuten und noch vor der Halbmarathonmarke hatte die fliegende Holländerin die Deutsche passiert. Auch Carrie Lester zog am Ende noch vorbei und Beranek musste sich mit Platz drei begnügen.

Dieses Jahr jedoch, soll es bis ins Ziel klappen.

Dass sie das Zeug zum Siegen hat, das bewies sie in den vergangenen zwölf Monaten nicht nur ein Mal. Nach einem dritten Platz bei den Halbdistanz-Weltmeisterschaften im August 2015, holte sie sich noch im September ihren zweiten Sieg auf der Langdistanz in Wales. In dieser Saison gab es unter anderem Siege im Kraichgau und auf Fuerteventura, ein dritter Platz war beim Ironman 70.3 Austria zu verzeichnen. Schnellste Frau beim heimischen Rothsee-Triathlon – fast schon eine Selbstverständlichkeit. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem aktuellen Saisonverlauf,“ sagte sie kürzlich im Interview. Verständlich – erreichte sie doch bei jedem Start eine Podiumsplatzierung.

Routiniers und Roth-Neulinge im internationalen Damen-Spitzenfeld

Carrie Lester – Freilich wird die Australierin Carrie Lester besonders motiviert an den Start gehen. Dass das fränkische Rennen einen ganz besonderen Stellenwert für sie hat, sieht man nicht nur an ihrem Internetauftritt, wo der Rennbericht aus dem letzten Jahr immer noch zuoberst steht. Auch legte sie bei ihrem ersten Wettkampf auf der schnellen Strecke im vergangenen Jahr ihre bis dahin schnellste Langdistanz-Zeit hin. „An almost perfect day,“ resümierte sie 2015. Ein fast perfekter Tag – 2016 könnte also noch Spielraum vorhanden sein?

Die 34-jährige reist auf jeden Fall mit guten Saisonergebnissen, darunter ein Sieg auf der Eagleman-Halbdistanz und einer Podiumsplatzierung beim Ironman Neuseeland, an.

Foto: Ingo Kutsche, freiMary Beth Ellis – Neben dem amtierenden ITU-Weltmeister auf der Langdistanz im Herrenfeld, steht im Damenfeld auch die aktuelle Weltmeisterin am Start. Nach einer längeren Durststrecke feierte Mary Beth Ellis im vergangenen Juni im schwedischen Motala die lang ersehnte Rückkehr auf das Podium. In der Vergangenheit hat sie jedoch bereits zahlreiche Titel erreicht – neun Ironman-Siege, beispielsweise.

Erst im letzten Jahr kehrte die 38-jährige zu dem bekannten Trainer Brett Sutton zurück, der auch Chrissie Wellington zu ihren Erfolgen führte. Der Australier, der sich in der Schweiz niedergelassen hat, holte seine Athletin im Sommer zum Training nach St.Moritz. Dort bereitete sich die Amerikanerin in den letzten Monaten vor. Gestört wurden allerdings nicht nur ihre Wettkampfpläne, sondern auch ihr Training durch die Diagnose einer Borrelieninfektion. Zwar tritt „Honey Badger“, so ihr Spitzname, ohne Rennkilometer in den Beinen an. Abschreiben sollte man die kämpferische Amerikanerin jedoch nie.

Kessler mit Routine am Start

Mit bereits bewiesener Topform dürfte Meredith Kessler anreisen. Die Amerikanerin feierte im März ihren zehnten Ironman Sieg in Neuseeland gebührend mit einem Streckenrekord. Auch auf den kürzeren Distanzen gab es in diesem Jahr bereits Podiumsplatzierungen für die 38-jährige. Erstaunlich: Unter ihren fast 60 absolvierten Langdistanz-Rennen findet sich bis dato nicht ein einziger Start in Roth. Das jedoch, soll sich für die bekannt starke Schwimmerin und Radfahrerin in diesem Jahr ändern. Mit einer persönlichen Bestzeit von 8:44:00 Stunden hat sie Chancen darauf, um den Sieg mit zu kämpfen.

Michelle Vesterby will Revanche

Ein Ausrufezeichen setzte Michelle Vesterby bereits im vergangenen Oktober, als sie auf Hawaii das Podium nur knapp verpasste. Nach einem enttäuschenden achten Platz in Roth vor zwei Jahren will die Dänin, die die Farbe Pink liebt, in diesem Jahr zeigen, was sie drauf hat. „It’s payback time,“ zeigt sie sich kämpferisch. „Zeit für Revanche.“

Ihren geplanten Start absagen musste die sechste der WM 2015, Susie Cheetham. Die Engländerin wurde im Frühjahr durch einen Radsturz und gebrochenen Arm und im weiteren Saisonverlauf durch Verletzungsprobleme ausgebremst. „Roth muss noch ein Jahr warten,“ schreibt sie in ihrem Blog.

Dafür darf man ruhig ein Auge auf Mirjam Werd haben, die schon 2012 über weite Teile des Rennens führte und ihr großes Ziel unter 9 Stunden zu kommen, verfolgt. Oder auch Altmeisterin Erika Csomor, die in Roth schon drei Mal auf dem Podium stand.

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Fotos: Ingo Kutsche

 

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