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Challenge Roth 2015: Radrekorde und Gehpausen

14. Juli 2015 von Lukas Bartl

Lukas Bartl,   freiNils Frommhold und Andrew Starykowicz unterbieten in Roth die Radbestzeit von Andreas Raelert aus dem Jahr 2011. Einer läuft mit einem starken Marathon zum wohlverdienten Sieg, der andere bricht ein und muss fast das gesamte Profifeld an sich vorbeiziehen lassen. Am Ende des Tages dürfen Fans im Triathlonpark so gleich sieben deutsche Athleten unter den Top10 bejubeln.


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Doppelter Radrekord  

Lukas Bartl, freiStarykowicz begann sein Rennen mit einer soliden Schwimmleistung. Knapp unter 50 Minuten benötigte er für die 3,8 Kilometer im Main-Donau Kanal. Danach war er wie gewohnt stark auf dem Rad unterwegs. Die Spitzengruppe, in der sich unter anderem Bracht und Frommhold befanden, drückte von Anfang an aufs Gas. Zu Beginn der zweiten 90 Kilometerschleife konnten sich Frommhold und Starykowicz schnell deutlich von den Konkurrenten absetzen.

Sage und schreibe elf Minuten konnte Frommhold auf den drittplatzierten Timo Bracht herausfahren, Starykowicz immerhin knapp zehn. Als Frommhold über die Zeitmessung lief war klar, er war schneller als Andi Raelert 2011. Für einige Sekunden war Nils Frommhold neuer Radstreckenrekordhalter in Roth, dann kam Starykowicz der weitere 17 Sekunden schneller war als Frommhold. Damit ist er nun Radrekordhalter in Roth.

Gehpausen bei Starykowicz

Der anschließende Marathon zeigte besonders ein starkes deutsches Aufgebot mit Nils Frommhold, Timo Bracht, Per Bittner, Stefan Schmidt und auch Markus Fachbach. Nur einer konnte nach dem Radpart nichtmehr so weiter machen wie bisher. Andrew Starykowicz. Er hatte von Beginn an Probleme und sah nach dem Halbmarathon aus, als würde er das Ziel nicht erreichen. Timo Bracht war bereits an ihm vorbeigezogen, obwohl der Eberbacher nach dem Radfahren noch knapp zehn Minuten Rückstand gehabt hatte. Kurz darauf lief auch David Dellow an dem Radrekordhalter vorbei, und diese beiden sollten nicht die einzigen bleiben.

Lukas Bartl, freiInsgesamt 103 Athleten waren am Sonntag schneller als der neue Rekordhalter. Er musste Gehpausen einlegen, benötigte für sieben Kilometer mehr als eine Stunde. Die Entkräftung war ihm anzusehen, aber er kämpfte sich ins Ziel. Dort hatten 90 Minuten zuvor Frommhold, Bracht und Dellow ihre Podiumsplätze, und die zahlreichen Fans im Triathlonpark die sieben deutschen unter den TOP 10, gefeiert.

PR statt PB

Lukas Bartl, frei

Ist im Profisport PR, in diesem Fall durch die Radzeit, manchmal wichtiger als die Gesamtplatzierung? Keiner wird Starykowicz unterstellen wollen, dass er nur wegen des Radrekordes nach Roth gekommen ist. Dennoch hatte er ein ähnliches Unterfangen auch bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii mit Ansage begonnen. Er wolle den Radrekord von Norman Stadler brechen, sagte er in Kona. Dass ihm das nicht gelang und in der Ergebnisliste hinter seinem Namen ein DNF stand, ist bekannt.

In Roth zog der Amerikaner das Rennen durch. Kämpfte sich trotz völliger Erschöpfung bis ins Ziel. Genoss den verdienten Applaus – auch ohne Sieg.
Keine PB für ihn, doch zumindest hatte sein Radsponsor mächtig Werbung für den Relaunch seiner Wunderwaffe, der am gleichen Tag stattfand. „Verdammt ist das Orbea schnell, auch ohne große Kraft“ (Übersetzung d. Red.), twitterte er nach dem Rennen.

Andrew Starykowicz wollte in Roth gewinnen, doch er beendete sein Rennen auf Platz 104 und musste den größten Teil der Marathonstrecke gehend zurücklegen. Ein Ziel hat er jedoch erreicht – den Radrekord beim Challenge in Roth, in 04:09:13.

Fotos: Lukas Bartl

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