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Challenge Roth 2012: Hart, aber herzlich

10. Juli 2012 von Christine Waitz

Foto: Ingo Kutsche - sportfotografie.bizRoth, 09. Juli 2012 – Langsam kehrt wieder Ruhe ein im Landkreis Roth. Mit Siegerehrung und großem Helferfest wurden noch einmal alle Protagonisten des Rennens gewürdigt. Zeit, auch hier eine kleine Rückschau auf das spannende Rennen zu halten. Denn wie in der Pressekonferenz am Donnerstag angekündigt, war der Kampf um die Plätze eng, hart und dennoch gewohnt herzlich.


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Foto: Ingo Kutsche - sportfotografie.bizAn jedem beliebigem Sonntag im Jahr kann man morgens um 6:30 Uhr in ungestörter Stille den Sonnenaufgang am Rothsee genießen. Einzige Ausnahme: der „race day“. Dann ist die Brücke über dem Kanal bei Hilpoltstein in Fünferreihen mit Menschen bepackt, vom Ufer unter der Brücke gar nicht zu sprechen. Nicht anders war es dieses Jahr, als sich die erste Startgruppe mit allen Profis auf den Weg machte.

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James Cunnama auf dem Weg, alte Rechnungen zu begleichen

Und schon beim Schwimmpart ließ sich erahnen, dass es heute keine Überflieger geben würde. Zwar konnten sich zwei Schwimmer absetzen und nach rund 46 Minuten (Benjamin Sanson mit 46:58 und Alexander Janitzki mit 46:18) in die Wechselzone stürmen, doch die Favoriten stiegen einer nach dem anderen nach rund 47 Minuten aus dem Wasser.

Foto: Ingo Kutsche - sportfotografie.bizEin offenes Rennen also, und ein taktisches Rennen, was durch den auffrischenden Wind noch verstärkt wurde. Während sich eine große Favoritengruppe mit James Cunnama, Timo Bracht, Mike Aigroz, Cameron Brown und Stephen Bayliss gebildet hatte, stellten sich vorne zwei Herren alleine dem Gegenwind.

Konstantin Bachor zeigte einmal mehr, dass er „zu den besten Radfahrern der Welt gehört“ (Timo Bracht) und fuhr knapp zehn Minuten Vorsprung heraus. Der zweite Ausreißer, Brachts Teamkamerad Georg Potrebitsch, wurde indessen vom Favoritenexpress eingeholt. Dort wollte scheinbar keiner recht Tempo machen, sodass Bracht sich häufig vornweg spannte. Erst auf dem letzten Streckenabschnitt konnten sich Cunnama, Bracht und Aigroz eine kleine Lücke erarbeiten.

Während Bachor also schon längst auf der Laufstrecke war stiegen die drei Topfavoriten nach einer Rennzeit von 5:18:47  vom Rad. Der zweite Teil des Zuges, mit Cameron Brown, Stephen Bayliss und Georg Potrebitsch fuhr nach 5:21 Stunden in Roth ein.

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Das Laufen – Ein Ausscheidungsrennen

Die zwischenzeitlich aufgezogenen dunklen Wolken hatten sich pünktlich zum Laufen wieder verzogen, sodass nun zum unangenehmen Wind die Temperaturen ordentlich stiegen. Es wurde heiß, im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Vorsprung des Ausreißers schmolz von Beginn an zusammen. Ein Duo machte in der Verfolgung ordentlich Dampf – James Cunnama und Timo Bracht liefen Seite an Seite. Der optische Vergleich ließ jedoch schon erahnen, dass das Duo nur eine kurze Zeit zusammenspielen würde. Während Cunnama, der im letzten Jahr verletzungsbedingt auf der Laufstrecke aussteigen musste, mit dynamischem, lockerem Schritt daher kam, sah man Bracht an, dass er auf der Radstrecke ordentlich Körner gelassen hatte.

Kurz vorher noch gleichzeitig einen Pit Stop gemacht, war bei der Halbmarathonmarke Schluss mit der Freundschaft. James Cunnama verschärfte das Tempo und Timo Bracht konnte nicht mitgehen. „Keiner läuft schneller als ich“ hatte der Team TBB Athlet im Vorfeld gesagt und holte wenig später den Führenden Konstantin Bachor ein.

Hatten die nun Führenden den Schweizer Maik Aigroz kurz nach dem zweiten Wechsel noch regelrecht stehen lassen, konnte sich dieser sich auf dem letzten Drittel des Laufes auf Rang drei vorarbeiten, auch Cameron Braun und kurz vor dem Ziel Stephen Bayliss schoben sich noch vor den Mann mit dem Husarenritt des Tages.

Foto: Ingo Kutsche - sportfotografie.bizNach 7:59:59 konnte James Cunnama in das tobende Rother Stadion einlaufen, überglücklich hatte er damit seine offene Rechnung aus dem letzten Jahr beglichen. Offensichtlich geknickt kam hingegen Timo Bracht nach 8:03:23 ins Ziel und wurde damit Europameister.

Die Enttäuschung und Erschöpfung stand ihm ins Gesicht geschrieben, während er dem Sieger Respekt zollte und dann seine Rückkehr im nächsten Jahr ankündigte. Das sieht nach einer erneuten offenen Rechnung aus. Auf Rang drei, nach 8:08:01 lief der glückliche Eidgenosse Mike Aigzoz ein und komplettierte damit das Podium.

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Im Damenrennen zahlte sich der Husarenritt aus

Foto: Ingo Kutsche - sportfotografie.bizNach dem Schwimmen führte hier noch Lucy Zelencova-Reed (0:47:31), doch ihr hing Rachel Joyce (00:47:37) bereits an den Versen. Mit größerem Abstand stiegen nach rund 50 Minuten Mirjam Weerd, Julia Gajer und Gina Crawford auf das Rad. Nach erst 0:55:50 musste Sonja Tajsich sich auf eine Verfolgungsjagd begeben.

Während Joyce langsam aber kontinuierlich nach vorne enteilte, biss sich hinter ihr eine Dame auf dem zweiten Rang fest, die niemand auf dem Plan hatte. Die Niederländerin Mirjam Weerd zeigte ein überzeugendes Rennen bei schweren Bedingungen. Einen harten Tag hatte Julia Gajer auf dem Rad erwischt und musste zwischenzeitlich sichtbar kämpfen. Ihre Teamkollegin Sonja Tajsich hingegen schob sich Platz für Platz nach vorne.

Im Wechselgarten in Roth stieg nach 5:43:52 Rennzeit Rachel Joyce vom Rad, viereinhalb Minuten später folgte Weerd, mit fast neun Minuten Rückstand beendete Sonja Tajsich ihre Jagd durch das Radfeld, eine weitere Minute später schnürte auch Julia Gajer die Laufschuhe.

Foto: Ingo Kutsche - sportfotografie.bizAn der Spitze des Damenrennens ließ eine, trotz der Rückenprobleme, die sie im Vorfeld fürchtete, nichts mehr anbrennen. Souverän lief Rachel Joyce das Rennen in 8:45:04 nach Hause.
Die tapfer kämpfende Niederländerin musste ab Kilometer vierzehn noch vier Damen passieren lassen und war im Ziel dennoch überglücklich. Ebenso freudestrahlend lief die zweite Dame nach 8:49:47 ins Ziel. Rachel Joyce holte sich die EM-Krone vor Sonja Tajsich und der sichtlich erschöpften Julia Gajer, die ihr sieben Minuten später folgte. Platz vier und fünf gingen an Gina Crawford und Britta Martin.

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Ergebnis Herren

1. James Cunnama, 7:59:59
2. Timo Bracht, 8:03:28
3. Mike Aigroz, 8:08:01
4. Cameron Brown 8:10:00
5. Stephen Bayliss 8:13:01
6. Konstantin Bachor 8:13:36
7. Dorian Wagner 8:19:47
8. Georg Potrebitsch 8:21:39
9. Per Bittner 8:22:51
10. Dr. Roeland Smits 8:32:10

Ergebnis Damen

1. Rachel Joyce 8:45:04
2. Sonja Tajsich 8:49:47
3. Julia Gajer 8:57:02
4. Gina Crawford 8:59:35
5. Britta Martin 9:01:10
6. Mirjam Weerd 9:02:39
7. Beate Görtz 9:13:26
8. Wenke Kujala 9:25:19
9. Lucy Zelenkova-Reed 9:26:20
10. Belinda Granger 9:26:48

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Fotos: Ingo Kutsche – sportfotografie.biz

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