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Buchvorstellung: Frau & Rennrad – Handbuch für die Hobbyradsportlerin

25. Januar 2015 von Christine Waitz

triathlon.de, freiZwei holländische Radfahrerinnen machen es sich zur Mission, Damen ihren Sport näher zu bringen. Herausgekommen ist das Buch Frau & Rennrad – Handbuch für die Hobbyradsportlerin. Darin erfährt Frau, oder auch Mann, wie man sich am besten kleidet, dass es am Rennrad keine Klingel braucht, wie man den Schnodder unterwegs los wird und alles weitere, was ein(e) Einsteiger(in) wissen muss.


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In schönem, fast rechteckigem und handlichen Format liegt das 168 Seiten dicke Buch vor mir. Klar, dass bei einem Buch für Frauen Rosa nicht fehlen darf. Deshalb leuchten der Buchrücken und der Buchtitel in Zartrosa. Wie es sich gehört, glänzen auch die Protagonistinnen auf dem Cover, ansonsten in edlem Schwarz, mit rosa (Radsport-)Details. Im Abenddress tragen sie nicht nur Helm, Laufrad, Startnummer und Standpumpe in den Händen, sondern auch Highheels. Alles klar, ich hab’s verstanden. Man kann also Radfahrerin sein und schick aussehen…

Autorinnen mit Sachverstand

Die beiden Autorinnen wissen indes sehr wohl wovon sie sprechen. Marijn de Vries fährt Profirennen und fuhr in der Saison 2014 für das Team Giant-Shimano. Parallel geht sie weiterhin ihrem Beruf als Journalistin nach. Nynke de Jong ist freie Journalistin und bekennende Hobbyradsportlerin. Gleich zu Beginn wird versprochen: „Wir geben dir alles für den Einstieg in das Rennradfahren mit auf den Weg, was du wissen musst“. Dabei wird jedoch der Unterhaltungswert groß geschrieben. „Frauen fahren schließlich anders Fahrrad als Männer. Wir unterhalten uns, (…) möchten Tipps und Erklärungen, aber keine ellenlangen Erläuterungen (…).

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Von A wie Anziehen bis Z wie Zug

Das Motto, das die Beiden zu Beginn ausrufen ist im Buch sprichwörtlich Programm. Umgehend findet man sich inmitten des Radfahrerinnen-Kaffeeklatsch wieder, bei dem im netten Plauderton erklärt wird, dass Radfahren und alles was dazugehört ganz einfach sei. Das Gefühl wird noch verstärkt durch zahlreiche Zitate und einzelne Interviews von anderen Radfahrerinnen, die sich in den Kapiteln wiederfinden.

Mit Plauderei, Witz und Anekdoten werden so technische Details zum Kauf des Rades, zur Kleidung, zur Wartung erklärt. Wird einem das Radfahrer-Verhaltens-ABC nahegelegt, gibt es Rat, was bei Muskelkater und Wehwehchen zu tun ist, oder wie man sich verhält, wenn die Nase Läuft. Und ganz wichtig: Wie man mit Klickpedalen fährt.
Dabei sind die Kapitel kurz, übersichtlich gestaltet und verlieren sich nicht in Details. Dort, wo es nötig ist, wird den Erklärungen mit Bildern Nachdruck verliehen – beim Reifenwechsel beispielsweise.

Für blutige Anfänger(innen)

So sympathisch und unterhaltsam das Buch auch geschrieben ist – ähnlich wie bei seichten Kaffeeklatsch-Unterhaltungen konnte ich das Buch nur in homöopathischen Dosen lesen. Das liegt nicht nur daran, dass man gleich auf den ersten Seiten zweimal das Versprechen bekommt, die unschöne Cellulite mit Radfahren loszuwerden, und sich damit, in meinen Augen, sofort auf das Niveau von Frauenzeitschriften herab begibt. Das liegt auch daran, dass ich mir sehr schnell sehr unbegabt vorkomme. Weil ich eine Frau bin. Dann interessiere ich mich nämlich offensichtlich nicht für technische Details, will mir meine Fingerchen nicht schmutzig machen, muss Informationen auf einem silbernen Tablett serviert bekommen und habe Angst vor Klickpedalen. Ich kenne sicherlich einige wenige Frauen, denen es so geht. Jedoch ebensoviele Männer.

Für blutige Anfänger(innen) ein netter Start. Für routinierte Radfahrer(innen) eher eine leichte Lektüre mit Schmunzel-Garantie.

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Foto: triathlon.de

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