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Bodensee-Tri 2007: Rote Ampel, aber im Ziel

11. September 2007 von Christian Friedrich

bodenseetri_ld_profil.JPGAm Sonntag (9.9.07) war es wieder soweit. Der letzte Triathlon für dieses Jahr am Bodensee. Ich hatte mir viel vorgenommen, aber es kommt ja meistens anders und zweitens als man denkt.


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In der Wettkampfbesprechung hatte ich mich zufällig neben Norbert Huber gesetzt. Ist der Gewinner von 2005 und Zweite von 2006. Ein gutes Omen!?

Um drei Uhr bin ich auf und hab mir ein paar Toasts mit Honig gegönnt um dann um fünf Uhr in der Wechselzone alles klar Schiff zu machen. Zum Glück war es angenehm mild. 15 Grad sagte mir das Autothermometer. Am Schwimmstart schmierte ich mich dann ausgiebig mit Vaseline ein. Meinen Neo hatte ich diesmal ja dabei. Der Pool im Strandbad Rorschach war kälter als der See. Der war mit knapp 19 Grad genau richtig.

bodenseeschwimmen.jpgDiesmal gab es Wasserstart und dadurch auch kein Gedränge. Einfach nur geradeaus. Es schwamm sich gut und ich konnte das eine oder andere Mal auch einen Wasserschatten nutzen. 1:05 Stunden waren es als ich in die Wechselzone komme.

Fazit nach dem Schwimmen: Wenn ich wirklich mal schneller werden will muss ich erstens mehr schwimmen und zweitens meine Technik verbessern.

Der Neo flutscht nur so (dank Vaseline) und da ich nichts überziehe bin ich nach 1:06 Minuten auf der Radstrecke. Die viertschnellste Wechselzeit!

Auf der Radstrecke fahr ich nach etwa 15 Kilometer irgendwo falsch ab komm dann aber zum Glück wieder auf den rechten Weg. Allerdings wusste ich nicht an welcher Stelle. Ich sah nur ein Motorrad und zwei schnelle Radler. Wenn ich jetzt abgekürzt hab und knapp hinter der Führungsgruppe rausgekommen bin? Scheiße. Ende. Ich fahr etwas lieblos dahin und frage einen der mich überholt welche Schwimmzeit er hatte. 1:05 Stunden. Okay, dann passt es schon irgendwie. Auch wenn ich zwischenzeitlich immer wieder unsicher bin. 100 Kilometer bin ich schätzungsweise alleine gefahren…und hab maximal am Horizont mal einen anderen gesehen.

Jetzt kommt der erste Hammer. Eine rote Ampel in Weiler und wir müssen anhalten, wenn die rot ist, sonst werden wir disqualifiziert. Ich hab noch Glück. Nur ein kurzes Hinrollen und weiter geht es. Der erste Berg kommt und ich kann wieder Plätze gut machen. Meine Beobachtung: So ein Cheetah am Berg ist echt ein Mist.

bodenseerad.jpgDann am Ende der ersten Allgäu-Runde auf einer Abfahrt werde ich von Olaf Sabatschus überrundet. Seine Trittfrequenz…kleiner 50 schätze ich. Interessant. Auf der zweiten Allgäu-Runde dann ein entlaufenes leicht panisches Pferd auf der Strecke. Ein anderer Athlet ruft „ho ho“ und wir kommen vorbei. Spannend. Die letzte Runde und der ätzende 17 Prozent Mini-Anstieg (eine Frau schiebt ihr Rad) ist auch geschafft und auf geht es noch 60 Kilometer zurück. Anstrengend.

Die letzten Kilometer sind zwar flach, aber es kommen immer wieder kleinere Asphaltblasen. Ich hatte mich eigentlich stärker gefühlt, aber irgendwie läuft mir die Zeit davon und ich bin schon etwas härter gefahren, als mir lieb war. Beim zweiten Ampelbesuch hab ich Glück und kann quasi durch rauschen. Vor der Wechselzone kann ich zudem noch 4-5 Fahrer abfangen, die in der Gruppe vor sich hin bummeln. 6:01 Stunden. Hm, war etwas veränderte Streckenführung glaub ich.

Fazit nach dem Rad: Ich brauch auch bei einer Langdistanz keine extra Radhose mehr und bei 13-15 Grad auch keine extra warmen Klamotten. Nie wieder Sponsertuben. Aber jetzt sind meine letzten verbraucht.

Dann der zweite Wechsel: Meine sexy Kompressionsstrümpfe kommen zum Einsatz. Das Anziehen kommt mir ewig vor. Aber mit 1:45 Minuten bin ich auch hier noch schnell.

Gleich zu Anfang der Laufstrecke muss ich feststellen, dass die Beine nicht so frisch wirken wie sonst bei einer Langdistanz. Und die Strümpfe fühlen sich auch warm an. Die ersten 20 Kilometer gehen noch, aber sind schon anstrengend. Ich ahne bereits wie es weiter gehen wird. Bereits bei km24 geht der Kampf los.

Eine Pieselpause gönn ich mir. Ab hier gilt nur noch: Finishen ist die Devise. Drei mal lass ich mir eine 15 Sekunden Gehpause gewähren. Ansonsten beiß ich halt auf die Zähne. Auf der letzten Laufrunde zähl ich dann nur noch runter und wunder mich das Richard Wimmer vom Trisport Erding bei km40 an mir langsam vorbei läuft. Schlechter Tag? Ne, er hatte sich 17 Kilometer verfahren, hatte also 200 Kilometer am Tacho. Die Radstrecke am Bodensee ist 183 Kilometer lang. Mein Marathon am Ende: 3:58:38 Stunden. Immerhin. Hätte ich nicht gedacht. 11:06:16 Stunden ist die Endzeit.

bodenseelauf.jpgFazit im Ganzen: Ich bin zu schnell Rad gefahren und musste beim Marathon dafür büßen. Ich muss beim Einrollen am Rad mehr auf meinen Puls achten. Zu viel Ergeiz bringt nichts. Kompressionsstrümpfe brauch ich erst einmal nicht im Wettkampf. Hier mein Fazit zu den Strümpfen. Ich hab genug Triathlon für dieses Jahr.

Aber der Mühe Lohn war ein schönes blaues Finisher-T-Shirt, eine Medaille und eine Runde planschen im Wirlpool. Auch so war es ein netter Wettkampf. Und auch wenn es kein befriedigendes Ergebnis war, so hab ich doch wieder etwas gelernt und konnte ein paar „Grenzerfahrungen“ machen. Jetzt ist Pause.

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