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Allergie nach Insektenstich: Was Sportler darüber wissen müssen

17. August 2015 von Christine Waitz

Christine Waitz,   freiSportler schwitzen, machen schnelle, dynamische Bewegungen und sind mit ihrer Konzentration ganz bei sich – Faktoren, die häufiger als anderswo einen Wespen- oder Bienenstich provozieren. Prof. Dr. med. Thilo Jakob vom Universitäts-Klinikum Freiburg gibt Tipps, wie Sportler Stiche vermeiden und was im Ernstfall zu tun ist.


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??Wespen stehen auf Schweiß

Sportler sollten im Sommer einen Plan haben, wie sie Wespen- und Bienenstiche vermeiden und was sie im Falle eines Stiches tun. Denn Schweiß lockt die Tiere an, Bewegungen machen sie aggressiv und wer sich auf seinen Sport konzentriert, bemerkt die Tiere oftmals nicht. Ein Stich wird meist jucken und schmerzen. Hinzu kommt allerdings eine häufig unterschätzte Gefahr, auf die Prof. Dr. med. Thilo Jakob vom Universitäts-Klinikum Freiburg hinweist: „Knapp drei Millionen Deutsche reagieren allergisch auf einen Wespen- oder Bienenstich und etwa 20 von ihnen sterben jedes Jahr an einem sogenannten anaphylaktischen Schock.“ Jakob geht dabei von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, weil bei unbekannter Todesursache oft nicht an eine Insektenstich-Anaphylaxie gedacht wird. Der Dermatologe und Allergologe beantwortet Fragen rund um Vorsorge und Erste-Hilfe.

Wie vermeiden Sportler Insektenstiche?

Wischen Sie sich, wenn möglich, regelmäßig den Schweiß vom Körper und benutzen Sie Deo ohne Duftstoffe, denn viele Gerüche wirken auf die Insekten anziehend. Tragen Sie zudem helle, dezente Sportkleidung – dunkle und bunte Farben (z.B. Gelb) wirken ebenso anziehend.

Was können Sportler tun, wenn sie gestochen wurden?

Christine Waitz, freiKratzen Sie den Stachel mit dem Fingernagel oder einer Scheckkarte weg. Beim Entfernen sollten Sie darauf achten, nicht auf den Giftsack zu drücken, der sich meist noch am Stachel befindet, da sonst mehr Gift in die Haut gelangt. Anschließendes, sofortiges Kühlen lindert den Juckreiz. Zitronensaft oder eine aufgeschnittene Zwiebel lindern den Schmerz – beide Hausmittel sollten jedoch nicht langfristig auf der Haut verbleiben, da es sonst zu Verätzungen
kommen kann.

Es ist normal, dass der Stich schmerzt und eine Schwellung am Einstichort auftritt. Spezielle Salben und Gels lassen die Stiche jedoch schneller abschwellen.
Beobachten Sie, wie sich Ihr Körper verhält, um eine allergische Reaktion auszuschließen.

Was sind Symptome einer allergischen Reaktion?

Allergische Reaktionen können sich unterschiedlich äußern: Zum Beispiel als Hautausschlag an verschiedenen Körperstellen (unabhängig vom Einstichort), als Schwellungen im Gesicht und am Hals (unabhängig vom Einstichort), oder als Juckreiz an Handinnenflächen, Fußsohlen oder behaarten Körperstellen.

Was sind die Symptome eines anaphylaktischen Schocks?

Plötzliches Auftreten von laufender oder verstopfter Nase, juckende Augen, Schluck- und Sprechbeschwerden, Atemnot, Herzrasen, Schwindel, Kreislaufschwäche, Kreislaufzusammenbruch, Übelkeit, Erbrechen, Darmbeschwerden,  Juckreiz und Rötungen am ganzen Körper

Christine Waitz, freiSolche Allergiesymptome sollten ernst genommen werden. Suchen Sie dann den Arzt auf, beziehungsweise rufen Sie bei Hinweisen auf einen allergischen Schock den Notarzt. Schon im Vorfeld können Sie mit Ihrem Arzt Optionen der Behandlung der Insektengiftallergie besprechen. Denn die Allergie auf Insektenstiche kann sehr leicht mit verschiedenen Tests vom Allergologen festgestellt werden. Menschen, die bereits von ihrer Insektengiftallergie wissen, sollten ihre Notfallmedikamente stets griffbereit bei sich tragen. Die darin enthaltenen Präparate Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum und Kortison retten im Notfall Leben.

Kann ich Vorsorgemaßnahmen gegen einen allergischen Schock treffen?

Das erneute Auftreten eines allergischen Schocks auf einen Insektenstich lässt sich sehr gut durch eine sogenannte Hyposensiblisierungsbehandlung (Insektengift-Impfung) verhindern. Wer eine Insektengift-Impfung beginnt, baut sehr schnell einen ersten Schutz gegen Insektengifte auf. Nach drei bis fünf Jahren Behandlung zeigen über 90 Prozent der Patienten in Studien keine Allgemeinreaktionen mehr auf einen Bienen- bzw. Wespenstich.

Dürfen Sportler nach einem Stich Sport treiben?

Wer beim Sporttreiben von einer Wespe oder Biene gestochen wird, sollte zunächst auf die Symptome achten und darauf entsprechend reagieren. Fühlt er sich allerdings gut, ist nichts gegen eine weitere sportliche Aktivität einzuwenden.

Weitere Informationen zur Feststellung und Behandlung von Insektengiftallergien unter www.initiative-insektengift.de

Fotos: triathlon.de

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