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Aeroscan: Die optimale Alternative zum Laktattest

8. Dezember 2011 von Philipp Peter

Die Methoden und Geräte in der Leistungsdiagnostik entwickeln sich ständig weiter. Mit dem neuen „aeroman professional“ wird die Atemgasanalyse  oder Spiroergometrie deutlich komfortabler und mobiler. Wir zeigen euch was sich hinter dem neuen System verbirgt.


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Technik aus der Raumfahrt

Zunächst zu den Begriffen: aeroman professional heißt das Gerät, aeroscan heißt der Test. Entwickelt wurde das System von der Firma ACEOS aus Fürth. Die im aeroman professional verbaute Sensor-Technik wurde zunächst für ein Raumfahrtprojekt der ESA entwickelt und erst später an die besonderen Anforderungen im Sportmarkt angepasst.

Komfortable Atemgasanalyse

Der aeroscan ist eine Atemgasanalyse. Das heißt, bei ansteigender Belastung auf einem Radergometer oder Laufband werden die Sauerstoffaufnahme (VO2) und die Kohlendioxidabgabe (VCO2) gemessen. Dabei kann dank des neuen Systems im Gegensatz zur klassischen klinischen Spiroergometrie auf eine oft als unangenehm empfunden Atmenmaske und eine maximale Ausbelastung verzichtet werden – ohne bei der Genauigkeit Abstriche machen zu müssen.

Auf jeder Belastungsstufe muss lediglich während der letzten 30 Sekunden durch ein Mundstück geatmet werden, das keinerlei Atemwiderstand bietet und daher nicht als störend empfunden wird. Ansonsten kann man sich während des Belastungstests frei auf dem jeweiligen Ergometer bewegen. Eine maximale Ausbelastung wie bei einem VO2max-Test kann auf speziellen Wunsch erfolgen, sie wird jedoch für die Bestimmung der individuellen Trainingsbereiche nicht benötigt.

Messung des Fettstoffwechsels

Aus den Messergebnissen wird der sogenannte Respiratorische Quotient (RQ) ermittelt. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Kohlendioxidabgabe und Sauerstoffaufnahme. Der RQ gibt dabei an, wie sich die individuelle Energiebereitstellung des Sportlers zusammensetzt, d.h. bei welcher Intensität wie viel Fette und Kohlenhydrate verbraucht werden. Anhand des Verlaufs des relativen Fettstoffwechselanteils über die Belastungsstufen beim Test kann die Intensität mit maximaler Fettverbrennung (Fatmax) bestimmt werden. Zudem können die optimalen Trainingszonen bestimmt und bei Folgetests auch die Leistungsentwicklung analysiert werden.

Keine Blutabnahme

Im Vergleich zur herkömmlichen Laktatdiagnostik hat der aeroscan den Vorteil, dass für die Messung keine Blutabnahme notwendig ist. Die Ermittlung der individuellen Trainingszonen ist zudem im Grundlagenausdauerbereich deutlich genauer, da der Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel direkt gemessen wird. Bei der Laktatdiagnostik werden die Trainingsbereiche lediglich prozentual auf die individuelle Schwellenleistung bezogen, was wissenschaftlich nicht unumstritten ist.

Vor- und Nachteile

+ komfortabler Testablauf (keine Maske, keine Ausbelastung, kurze Stufendauer)
+ exakte und individuelle Bestimmung der Trainingsbereiche anhand gemessener Daten
+ Messung des Energiestoffwechsels und des Kalorienverbrauchs
+ Test findet im submaximalen Bereich statt und ist daher für alle Sport-, Leistungs- und Altersgruppen und auch für alle Trainingsphasen geeignet

– Ausdifferenzierung von Trainingsbereichen im anaeroben Bereich nur über Gesamtenergieumsatz und VO2max Bestimmung möglich.

Unser Fazit

Aufgrund der der submaximalen Messung des Energiestoffwechsels und exakten Bestimmung der Fettstoffwechselbereiche halten wir den aeroscan und besonders für Triathleten geeignet. Wer auch eine Ausdifferenzierung seiner intensiven Trainingsbereiche über der Dauerleistungsgrenze möchte, kann auf Wunsch einen Ausbelastungstest absolvieren und den aeroscan mit einer Laktatdiagnostik kombinieren.

Weitere Infos zum Test und Terminvereinbarung
Weitere Infos zum System

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