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Vom Eltern-Triathlon zur Challenge-Family

Felix Walchshöfer im Interview: „Geht nicht, gibt‘s nicht!“
Vom Eltern-Triathlon zur Challenge-Family

4. Juli 2011 von Doris Kessel

Im Sommer 2001 war das Aus für den Ironman in Roth. Niemand wusste, ob es weitergeht. Dieses Jahr feiert der Challenge Roth sein 10-jähriges Jubiläum und die „Challenge-Family“ ist auf zwölf weitere Rennen weltweit angewachsen. Dazu hat die Unermüdlichkeit der Organisatoren und der Rother Bevölkerung maßgeblich beigetragen. Der Weg dorthin war steinig, vor allem für Race-Director Felix Walchshöfer und seine Familie.


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triathlon.de: Felix, deine erste Veranstaltung hast du bereits 1997 mitorganisiert: den Eltern-Triathlon des TSV Roth. 2002 kam der erste Challenge. Wie waren für dich die letzten zehn Jahre?

Walchshöfer: Es gab viele Tiefs, aber auch schöne Seiten: Wie sich die Serie von Roth aus verbreitet – damit hätten wir nie gerechnet. Mein Vater hat im Jahr 2001 Ziele an sich selbst verfasst, die er binnen zehn Jahren erreichen will. Den Zettel hat meine Mutter Anfang letzten Jahres gefunden. Er hatte vor, den Challenge zum größten Triathlon weltweit zu machen und um das Rennen ein Festival und eine Serie aufzubauen. Wir waren erstaunt, als wir das gelesen haben. Denn unser Ziel war damals nur, dass die Veranstaltung überlebt. Wir hatten am Anfang riesige Probleme: wir hatten nur noch die Hälfte der Teilnehmer und einige Sponsoren waren weggefallen. Wir mussten die Qualität vom Vorjahr halten, hatten aber nur noch die Hälfte des Budgets. Es ging damals nur darum, die Rother Landkreisbevölkerung und die Athleten zu überzeugen, dass es weitergeht.

triathlon.de: Wie habt ihr das gemacht?

Walchshöfer: Mein Vater hat eine Roadshow durch den ganzen Landkreis veranstaltet. Er hat dazu Politiker, Wettkampfleiter, Helfer usw. eingeladen und ihnen sein neues Konzept erklärt.2002 war die absolute Bewährungsprobe. Da hat uns Kurt Denk, der Veranstalter des Ironman Frankfurt, sehr geholfen. Durch das Konkurrenzverhalten und die Angriffe aus Frankfurt kam in der Bevölkerung ein „Wir-Gefühl“ auf. Die „kleinen“ Rother wollten es der großen Mainmetropole und dem scheinbar übermächtigen Ironman zeigen.

triathlon.de: Als dein Vater 2003 an Lungenfibrose erkrankt ist, inwiefern war da im Gespräch, dass du seinen Posten übernimmst?

Walchshöfer: Das ging relativ schnell, denn eine Entscheidung musste her: entweder ich mache es oder wir sagen das Rennen ab. Weil es so schnell bergab ging und er überwiegend im Krankenhaus war, konnte er mich wenig einarbeiten. Im Januar 2005 bekam er eine neue Lunge. Wir haben ihm in die Intensivstation das Plakat vom Challenge 2005 gehängt und darauf geschrieben „Mein Ziel 2005“. Es war sein Ziel, dass er es irgendwie zum Challenge schafft. Und er war da.

triathlon.de: Nach einem Auf und Ab ist er 2007 gestorben. Welche Hürden musstest du nehmen, um in seine Fußstapfen zu treten?

Walchshöfer: Ich bin ins kalte Wasser gesprungen. Plötzlich war ich für die gesamte Veranstaltung verantwortlich – das war für mich erst einmal viel zu viel. Das Rennen durfte nicht an Qualität verlieren und niemand durfte merken, dass ich noch Defizite hatte.


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Doris Kessel ist Autorin dieses Artikels: Sie kommt aus der Triathlonhochburg Roth, ist Triathlon B-Lizenz-Trainerin, Wettkampfrichterin, Mentalcoach für Sport und Business und ist seit 20 Jahren Triathletin aus Leidenschaft von der Sprint- bis zur Langdistanz.
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