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Zeitfahranzüge im Aerotest: Zeig her den Schnellsten!

13. Juni 2016 von Christine Waitz

Lukas Bartl,   frei8:00 Uhr Morgens, Augsburg. In der Halle ist es noch kühl. Emsig baut das Team von STAPS Messgeräte auf, verlegt Kabel für Zeitnahmeschleifen, bringt Antennen an, baut Bildschirme auf. Es wird ein langer Testtag werden. Am Ende soll herauskommen, welcher der 13 Aeroanzüge der schnellste ist, oder?


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Der Test

Auf der Augsburger Indoor-Radrennbahn testet Roy Hinnen jeden Anzug. Das Team von STAPS wertet die Ergebnisse aus. Die Kenndaten Roy Hinnens:

  • Gewicht: 82,0 kg
  • Größe: 188 cm
  • Rahmenhöhe: 51
  • Pedalsystem: SPD
  • Kurbellänge: 175,0 mm
  • Sattel: Fizik Arione
  • Sattellänge: 300 mm
  • Sattelneigung: -4,0 °
  • Sattelüberhöhung: 130 mm
  • Breite Extensions: 130 mm
  • Armpadbreite: 210 mm
  • Aerolenker: 375 mm
  • Sitzhöhe: 745 mm
  • Nachsitz: 30 mm
  • Sitzlänge: 800 mm
  • Komponenten: Ultegra DI2
  • Laufräder: Fulcrum
  • Reifen: GP400SII
  • Reifenbreite: 25 mm

Lukas Bartl, frei

Aussagekräftigster Wert der Messungen in diesem Test ist der CdA-Wert, der Luftwiderstand. Dieser Wert ist im übertragenen Sinne das Ergebnis aus allen relevanten Komponenten: Welche Leistung Roy bei welcher Geschwindigkeit, bei welcher Luftdichte, bei welcher Kadenz, usw. braucht. Und eben, wieviel Widerstand das gesamte System produziert.

Dieser Luftwiderstand wird via Funk vom Testobjekt (Roy+Rad+Komponenten) direkt an das System von STAPS übermittelt. So kann man sofort erkennen, welcher Anzug mehr oder weniger Luftwiderstand produziert.

Ein Rechenmodell kann dann entsprechend Watt- und/oder Zeitwerte dazu darstellen.

Jeder Test bringt individuelle Testergebnisse

Wichtig zu betonen ist, dass bei all diesen Tests kein allgemein repräsentatives Ergebnis herauskommt. Jedes Testergebnis ist individuell. Kein Anzug passt bei Athleten gleichermaßen, keine Sitzposition, kein Bewegungsablauf gleicht bei einem Athleten dem anderen.

Wie der Test verlaufen ist, das seht ihr im Video

Die Ergebnisse

Auf dem klaren letzten Platz liegt der Anzug der Schweizer Nationalmannschaft. Hinzufügen muss man, dass dieser Anzug einer der wenigen ohne Ärmel im Test war, was aus aerodynamischer Sicht von vorne herein ungünstig ist. An nächster Stelle folgt auch ein ärmelloser Anzug: Roys Old-School Modell.

Im Mittelfeld drängen sich mehrere Anzüge mit ähnlichen Werten. Umso entscheidender sind hier eben individuelle Faktoren wie Sitz und Passform.

Erster deutlich schnellerer Anzug war das englische Modell von Zone3. Auf Top-Niveau zeigen sich bereits die Modelle von Saysky und Skinfit.

Sieger des Tages ist der PA-Suit (der Castelli BP Zeitfahranzug wurde als reiner Zeitfahranzug aus unserem Testergebnis ausgeklammert). Festzustellen ist, dass der zweiteilige Aufbau in der Front, mit Reißverschluss und Hüftbund sich scheinbar nicht negativ auf die Aerodynamik auswirkt.

 

Ergebnisse Aerotest

Und dann?

Testergebnisse können allenfalls Tendenzen aufzeigen. Besonders die Ergebnisse, die nah beieinander liegen „könnten“ also für einen Athleten den „perfekten“ aerodynamischen Anzug darstellen.

Zu beachten gilt bei der Auswahl vor allem der gute Sitz. Jede Art von Falten oder abstehenden Parts verschlechtert die Aerodynamik.
Was sich nicht messen lässt, doch beim Kauf durchaus zu berücksichtigen ist, sind Faktoren wie Komfort oder Klimamanagement. Je länger ein Rennen ist, desto wichtiger werden diese Faktoren. Wer nicht komfortabel sitzt, und später läuft, der wird auch hier Zeiteinbußen haben. Wer sich nicht ausreichend kühlen kann, wird ebenso Zeit verlieren.

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Zur Produktübersicht Aeroanzüge.

Fotos/Bilder: triathlon.de, STAPS

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