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Xterra Weltmeisterschaft 2010 auf Maui: Strecken und Favoriten

22. Oktober 2010 von Meike Maurer

28 °C, Sonnenschein, Palmen, weiße Strände, Schildkröten im türkisgrünen Wasser – Aloha! Willkommen auf Maui/Hawaii. Kaum jemand kann sich vorstellen, dass am kommenden Sonntag genau hier in diesem kleinen Paradies einer der härtesten Wettkämpfe auf rund 550 Teilnehmer wartet – die Xterra World Championships.


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Im Schatten des Vulkans Haleakala liegt die malerische Makena Bucht, normalerweise ideal für Schnorchelvergnügen, um die Honu (Meeresschildkröte) zu bestaunen. Doch am Sonntag um 9 Uhr wird hier das Wasser kochen, wenn der Startschuss zum letzten Rennen der Xterra Welt-Tour fällt. Im glasklaren Wasser werden 1,5 km Schwimmen über 2 Runden absolviert, bevor es auf die 32 km lange Mountainbike-Strecke geht. Der Radkurs führt durch Lavawüsten und Sandgruben an den Hängen des Haleakala entlang. Technisch weniger anspruchsvoll als andere der Welt-Tour-Rennen, spielen auf Maui die Hitze und die steilen Anstiege eine entscheidende Rolle, aber vor allem fürchten sich die Athleten vor den scharfen Lavabrocken, die nicht selten zu platten Reifen führen. Am Schluss warten zähe 11 km Laufen – wieder durch Lavafelder – auf die Sportler. Highlight und Krönung der Tortur: Kurz vor dem Ziel geht es durch den knöcheltiefen Sand von Big Beach, bevor es durch den spooky forest zur Finisher line geht.

Wer möchte 2010 auf Maui vorne mitmischen?

Zu den Topfavoriten zählen neben dem Vorjahressieger Eneko Llanos (Spanien) auch Conrad Stoltz (Südafrika), der nur vier Wochen zuvor die US-Meisterschaft mit enormem Vorsprung gewinnen konnte. Außerdem dürfen die beiden Franzosen Francky Batalier und Nicolas Lebrun nicht unterschätzt werden, beide dominierten die Europa Tour. Interessant wird auch, ob Michael Weiss (Österreich) auch in diesem Jahr seine Platzierungen unter den Top 3 der vergangenen beiden Jahre wiederholen kann. Der Spanier und der Österreicher haben beide vor zwei Wochen die Ironman Weltmeisterschaft in Kona bestritten und werden um die Doppelwertung mit Ironman und Xterra Weltmeisterschaft kämpfen. Hier hat Llanos die Nase vorn, doch es verspricht ein spannendes Duell zu werden.

Für das stärkste deutsche Aufgebot in der 15-jährigen Xterra Geschichte dürften Sebastian Kienle (Tri Team Heuchelberg) und Felix Schumann vom EJOT Team Buschhütten sorgen. Kienle, der sonst auf der Langdistanz Erfolg verwöhnt ist, geht mit großen Erwartungen in das Rennen: „Natürlich bin ich neu auf der Strecke und weiß nicht, wie mir die Hitze liegt, aber sobald der Startschuss fällt, ist alles vergessen. Ich bin fit und möchte die Top 5 angreifen!“ In den vergangen Jahren waren es vor allem Ironman-Athleten oder Mountainbiker, die um den großen Preisgeldtopf der Cross-Weltmeisterschaft rangen und die Spezialtisten auf dieser besonderen Strecke auf die Plätze verwiesen. Dies sollte für Kienle eine zusätzliche Motivation sein.

Felix Schumann ist seit Jahren einer der europäischen Top Athleten im Xterra Zirkus, der bei seinen beiden letzten Starts auf Maui jedes Mal die Top 10 erreichte. Im Juni hat er sein Medizinstudium sehr erfolgreich abgeschlossen und kann seitdem wie seine Konkurrenten endlich auch als Profi-Athlet trainieren: „Ich hatte eine super Vorbereitung und komme mit viel Selbstvertrauen nach Maui. Am Ende wird hier jeder seine Chance haben, alle müssen erstmal den Radparcours heil überstehen. Danach ist hoffentlich noch alles offen.“

Das stark aufgestellte deutsche Team wird von Routinier Ronny Dietz aus Chemnitz und dem wohl stärksten Altersklassen-Athleten Philipp Seibt (Heidelberg) komplettiert.

Zu den Top-Damen zählt natürlich die Siegerin der vergangenen drei Jahre Julie Dibens aus Großbritannien, die sich dieses Jahr in Kona auf ihre erste Langdistanz gewagt hat und mit Platz 3 sehr erfolgreich war. Ihre härteste Konkurrentin ist Melanie McQuaid (Kanada), die wie Stoltz vor 4 Wochen die US-Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Aber auch Lesley Paterson (Schottland) und Shonny Vanlandingham (USA) werden ein Wörtchen mitreden wollen. Als Top-Europäerinnen werden Marion Lorblanchet aus Frankreich, die die Europa Tour 2010 für sich entscheiden konnte, Carina Wasle (Österreich) und Renata Bucher (Schweiz) an den Start gehen.

Text und Bilder: Mignon Vatlach

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